in Artikel

Freut euch doch mal

Freut euch doch mal. Ehrlich. Immer ist irgendwas. Immer hat irgendeiner was zu meckern.

Da gehen z.B. beim #PulseOfEurope jeden Sonntag zehntausende Normalbürger europaweit auf die Straße, um dafür zu demonstrieren, sich nicht von Nationalisten die Grenzen dicht pöbeln zu lassen, und dann kommt garantiert jemand und sagt: “Aber an der EU ist gar nicht alles toll, das wird mir da viel zu wenig thematisiert.”

Da mobilisiert Martin Schulz lauter junge Leute, sich wieder für Politik zu interessieren und in eine Partei einzutreten, die zumindest in ihren Grundwerten sowas wie Solidarität statt Egoismus vertritt, und dann kommt wieder einer, und sagt: “Ja, wartet mal ab, bis die SPD euch auch verarscht hat.”

Da treten die einzigen zwei AfD-Mitglieder im Hamelner Stadtrat aus der Partei aus, so dass die nicht mehr im Rat vertreten ist, und dann kommt wieder einer, der sagt: “Ja, aber die beiden haben ja ihre Gesinnung nicht geändert.”

Immer hat irgendeiner irgendwelche Bedenken, immer ist irgendwas falsch daran.

Gestern machte z.B. die Meldung die Runde, dass es in der Sesamstraße jetzt eine Protagonistin namens “Julia” gibt, die Autismus hat. Und eigentlich finde ich sowas eine ziemlich coole Sache, konnte mich aber gar nicht so richtig darüber freuen, weil ich nur darauf gewartet habe, dass wieder irgendwer zu bemängeln hat, dass die nicht im Rollstuhl sitzt oder jetzt die Gehörlosen unterrepräsentiert sind oder Autismus ganz anders ist oder das (noch) nicht in Deutschland läuft oder oder oder.

Schade eigentlich. Einfach mal mehr freuen.

Schreibe einen Kommentar

Kommentar