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Hörbücher

Ich habe das Audible-Probeabo wieder gekündigt.

Zugegeben: An der Stelle auf dem Smartphone weiter zu hören, an der man auf dem Kindle aufgehört hat zu lesen (und umgekehrt) ist technisch wirklich interessant und funktioniert sogar ziemlich gut.

Aber irgendwie sind Hörbücher doch nichts für mich. Ein Beispiel: Jeder Roman hat hin und wieder weniger spannende Passagen. Ich will sie nicht unbedingt „langweilig“ nennen, aber manch Umwelt- oder Charakterbeschreibung hätte genauso gut um ein Drittel gekürzt werden können.

Das ist für einen einigermaßen geübten Leser kein Problem. Solche Stellen überlese ich guten Gewissens und erkenne relativ sicher den Punkt, an dem es wieder interessant wird. Beim Hörbuch bin ich an das Erzähltempo des Sprechers gebunden und. muss. mir. das. alles. in. voller. Länge. anhören. Mich nervt das.

Umgekehrt jedoch: Bin ich gerade in einer lauten oder hektischen Umgebung unterwegs, und das Hörbuch wird gerade jetzt spannend, kann ich erstmal nur auf Pause drücken, weil ich sonst Gefahr laufe, entweder die Hälfte zu verpassen oder vom Bus überfahren zu werden.

Und letzten Endes ist es der persönliche Eindruck, dass allein die Möglichkeit, unterwegs Romane zu hören, bei mir einen Druck erzeugt, dass ich die Geschichten jetzt gefälligst auch wegzukonsumieren habe, bezahlt ist bezahlt, und es ist ja so schön praktisch, zeitsparend, und wenn ich das Buch immer schön weiter bis zum Ende höre, kann ich gleich das nächste weiterhören, auch wenn ich zum Lesen eigentlich gerade gar keine Zeit habe.

Ich will beim Lesen aber gar nicht Zeit sparen. Im Gegenteil.

Ich will Bücher lesen, nicht Bücher gelesen haben.