Foundation-Zyklus – Isaac Asimov

Ich wollte ja Bücher rezensieren.

Den Foundation-Zyklus von Asimov habe ich noch lange nicht durch, aber da allein drei der Bücher davon in der Goodreads-Challenge dabei waren, hier zumindest ein paar Stichworte, worum es dabei geht.

Der Foundation-Zyklus ist, wie man bei Asimov richtigerweise vermutet, Science Fiction und besteht aus neun oder zehn (je nach Zählweise) einzelnen Romanen, deren Erzählstrang einen Zeitraum von ungefähr 20.000 Jahren umfasst und davon handelt, wie die Menschheit in ferner Zukunft mit Hilfe von Robotern die Erde verlässt und das Universum besiedelt.

Eingestiegen bin ich damals durch Zufall, indem ich mir den Band “Foundation-Trilogie” kaufte, dessen Inhalt mir nur noch vage in Erinnerung ist, damals kam aber bereits die sogenannte “Psychohistorik” vor, eine fiktive Wissenschaft, die es erlaubt, die zukünftige Entwicklung ganzer Gesellschaften mit mathematischen Gesetzmäßigkeiten zu errechnen. Hinterher bemerkte ich erst, dass die Trilogie der achte Band des besagten Zyklus ist und entschied, dass ich irgendwann sämtliche Teile gelesen haben wollen würde.

Der Zyklus beginnt zunächst mit den Robotergeschichten, die sich zum Teil wie Detektivromane lesen, denen jedoch die Gesetze der Robotik zugrundegelegt werden: Jemand wurde ermordet, und wer könnte es warum gewesen sein, wenn angenommen werden kann, dass es kein Roboter war, weil diese keinem Menschen Schaden zufügen können. Oder so.

Das ist zu Beginn alles noch recht altbacken und gewinnt erst später deutlich an Fahrt, man darf aber nicht vergessen, dass die ersten Bücher des Zyklus von Asimov in den 50er Jahren geschrieben wurden. So kommt es durchaus vor, dass er beispielsweise die Auswirkung von Radioaktivität auf den menschlichen Organismus im Roman deutlich unterschätzt, sich im Jahre später verfassten Nachwort dafür aber quasi entschuldigt, weil er zum Zeitpunkt des Schreibens einfach noch nicht genügend Kenntnisse darüber hatte.

Die Romane enthalten (bislang) allesamt gesellschaftskritische Anteile und nehmen oft genug den menschlichen Hang zur Überheblichkeit und totalitäre Staatsformen ins Visier, die – ohne allzusehr zu spoilern – der Menschheit Isaac Asimov zufolge auch in Zukunft nicht erspart bleiben werden.

Qualitativ unterscheiden sich die Romane durchaus, vor allem die Teile “Ein Sandkorn am Himmel”, “Sterne wie Staub” und “Ströme im All” fand ich persönlich deutlich schwächer als die anderen. Diese gliedern sich zwar chronologisch eher in der Mitte des Zyklus ein, wurden aber von Asimov in einer früheren Phase geschrieben, was man ihnen hin und wieder anmerkt. Spätestens jedoch mit der Einführung besagter Psychohistorik gewinnen die Erzählungen deutlich an Spannung.

Ich habe jetzt den sechsten Teil (von zehn) durch und freue mich, noch einige Romane aus der Reihe vor mir zu haben. Science-Fiction-Fan muss man allerdings schon sein, um Spaß am Foundation-Zyklus zu haben, denke ich.

Links! (28.08.2017)

Linktipps vom 01.08.2017 bis 28.08.2017:

Reading Challenge 2017

Wenn ich andere Blogs so verfolge, frage ich mich manchmal, woher um mich herum alle die Zeit nehmen, jeden Monat fünf bis sechs Bücher zu lesen.

Ich habe mir daher bei der diesjährigen Goodreads-Lesechallenge kleinere Ziele gesteckt und mir erstmal für jeden Monat ein Buch vorgenommen, also insgesamt 12 für 2017. Im Juli war ich dann mit dem zwölften Buch durch. Mittlerweile sind es 14, und auf dem Stapel der zu lesenden Bücher liegt auch noch so einiges herum. Ich scheine mich offenbar gerade in einer Phase mit höherem Lesedurchsatz zu befinden, das muss ich mal ausnutzen.

Ich habe mal gehört oder gelesen, der größte Fehler beim Buchkauf sei, dass man sich einbilde, man würde sich zu den Büchern die Zeit zum Lesen mit dazukaufen. Was mich natürlich nicht daran hindert, den Fehler trotzdem immer wieder zu begehen.

Wie auch immer: Es waren nicht alles Romane, auch zwei bis drei Sachbücher waren dabei, aber das Genre war ja auch nicht im Voraus festgelegt. Einige der gelesenen Bücher haben mich allerdings so begeistert und andere wiederum extrem enttäuscht, dass ich mir in der Zwischenzeit vorgenommen habe, mal ein paar Rezensionen dazu zu schreiben.

Hier also erstmal der Überblick, die Rezensionen kommen dann peu à peu in den nächsten Tagen oder so.

Für diejenigen, die es nicht kennen: Goodreads ist eine Literaturcommunity, leider mit eher englischsprachigem Schwerpunkt. Nichtsdestotrotz stoße ich dort immer wieder auf wertvolle Anregungen, was als nächstes zu lesen sei. Wer mag, kann mich dort gerne besuchen.

Goodreads Reading Challenge 2017

Links! (24.07.2017)

Linktipps vom 13.06.2017 bis 24.07.2017:

  • Umfaller

    "Diese Leute sind zu nichts zu gebrauchen. Ihre Liberalität, ihre Bürgerlichkeit, ihr Konservatismus ist nichts wert, wenn er unter der geringsten Erschütterung zusammenbricht. Ihre Liebe zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung reicht nur für den Alltag."

  • Schön, dass Du da bist

    "Ich habe es jetzt zwei Wochen ausprobiert und jedem, der gebettelt hat, einen Euro gegeben: 5 Euro hat mich das gekostet.
    Man kann vielleicht nicht, aber mir geht auf: Ich kann durchaus."

  • Kommentar Mobilität in der Großstadt: Das Fahrrad ist die Zukunft – taz.de

    "Wie kann es sein, dass es in Städten, in denen die Kaltmieten auf über 10, 12 Euro pro Quadratmeter steigen, überirdische Parkhäuser oder -plätze gibt?"

Fraktionszwang

Disclaimer: Ich bin auch nur Laie.

Im Zusammenhang mit der Öffnung der Ehe für alle wird wieder einmal der sogenannte Fraktionszwang diskutiert, den es laut Gesetz ja eigentlich gar nicht geben dürfte, weil in Artikel 38 GG steht (Hervorhebung von mir):

(1) Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.

Weil sich jetzt wieder Hinz und Kunz darüber aufregt, dass “die da oben”™ ja ohnehin immer nur einer Einheitsmeinung folgen und selber gar nicht mehr wissen, worüber sie abstimmen, und ich das anders sehe, dachte ich, schreibe ich mal meine Meinung auf, dann kann ich zukünftig direkt drauf verlinken und gut ist.

Ok, was bedeutet jetzt Artikel 38 Abs. 1? Die landläufige Interpretation scheint zu sein, dass jeder Abgeordnete sich gefälligst in sämtliche Themen einzuarbeiten habe, dann vor jeder Abstimmung eine Nacht lang das Für und Wider eruieren müsse und schließlich am Morgen die Hand so hebt, wie SEIN GEWISSEN (hier Donnerhall vorstellen) ihm das vorgibt.

Das ist mitnichten so, geht auch gar nicht, wenn man sich die Unmengen an Themen und Politikfeldern ansieht, die so durch den Bundestag wandern. Es kann nicht jeder in gleichem Maße Ahnung von Verkehrsrecht, Verbraucherschutz, IT-Sicherheit, Medizin und Landesverteidigung haben. Ok, kann schon, dann aber auf dem Niveau, auf dem am Tresen in der Ritterschänke an der Straßenecke diskutiert wird.

In einer arbeitsteiligen Gesellschaft (und der Bundestag repräsentiert so eine) gibt es nunmal Leute, die sich in bestimmte Themen tiefer einarbeiten als andere. Vernünftigerweise hört man dann den Experten genauer zu und hält sich an ihre Vorschläge.

Jeder Abgeordnete hat nun das verfassungsmäßige Recht, anders abzustimmen als seine Fraktion. In bestimmten Fragen kommt das auch immer wieder vor, in aller Regel werden solche Abweichungen begründet und vorher angekündigt. (Zumeist sind dadurch aber bestehende Mehrheiten nicht gefährdet.)

Das Grundgesetz sichert jeder Abgeordneten dieses Recht zu, so dass diese Abweichler nicht juristisch bestraft werden dürfen.

Die Fraktion hat aber auch Rechte. Sie muss nämlich nicht jeden in ihren Reihen dulden, der mal so und mal so abstimmt, wie er gerade Bock hat. Sie kann Querulanten ausschließen, und Parteien stellen diese dann nicht mehr zur nächsten Wahl auf.

Das wird dann häufig als Fraktionszwang wahrgenommen.

Es gibt aber auch rein praktische Gründe dafür, dass nicht jeder Abgeordnete abstimmt, wie er gerade lustig ist: Manche Gesetzgebungsverfahren dauern einfach sehr lange, und eigentlich sollten das bei der gebotenen Sorgfalt die meisten sein. Da will man vernünftigerweise nicht über Monate und Jahre an einzelnen Formulierungen feilen, die irgendwann nach langem Ringen eine Mehrheit finden und dann plötzlich Gefahr laufen, dass ein paar Leute es sich doch anders überlegen und die ganzen Bemühungen für die Tonne sind.

Wem das jetzt alles zu abstrakt ist, der kann sich den Bundestag wie ein Unternehmen vorstellen. Da gibt es Fachabteilungen, die sich mit bestimmten Themen auskennen, und wenn die IT sagt, dass es jetzt langsam mal richtig wäre, die alten WindowsXP-Rechner abzuschalten, dann hören da vernünftigerweise auch die Kolleginnen und Kollegen aus der Buchhaltung und der Personalabteilung drauf. Da mag es einzelne geben, die sich nicht an Windows10 gewöhnen wollen, aber mit denen wird halt gesprochen.

Andererseits werden in Unternehmen auch immer wieder Projekte über Monate und Jahre verfolgt und ausgearbeitet, und da will man idealerweise nicht, dass kurz vor Fertigstellung eine Handvoll Mitarbeiter alles sabotiert, was man bis dahin erarbeitet hat.

Wenn nun die CDU-Parteichefin Angela Merkel die Ehe für Alle als Gewissensentscheidung deklariert, dann heißt das nicht, dass alle anderen Entscheidungen bis dahin unter unmittelbarem Zwang stattgefunden haben, sondern dass es sich hierbei um eine so von der persönlichen Moral abhängige Entscheidung handelt, dass Abweichler auch keine informellen Sanktionen zu befürchten haben.

Auch dieses Verfahren hat es schon gegeben, zum Beispiel bei der Debatte um Schwangerschaftsabbrüche oder die Legalisierung der Präimplantationsdiagnostik, bei denen auch innerhalb der Parteien und Fraktionen unterschiedliche Auffassungen herrsch(t)en.

Ob und in welchem Maße dieser Sinneswandel aber dadurch veranlasst wurde, dass wir uns im Wahlkampf befinden, darüber sprechen wir ein andermal.

Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass der Fraktionszwang zwar informell (zumindest als Fraktionsdisziplin) im Bundestag existiert, dort aber meines Erachtens aus Gründen der Arbeitsteilung zuweilen seine Berechtigung hat. Auch, wenn er manchmal durchaus berechtigten Anliegen im Wege steht. So funktioniert nunmal Demokratie. Glaube ich.