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Der Tagesspiegel und die Ironie

Update: Der Tagesspiegel hat flugs reagiert und den Artikel entsprechend geändert. Herzlichen Dank!

Folgende Mail habe ich soeben an die Redaktion des Berliner Tagesspiegel geschickt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

im heute erschienenen Online-Artikel “Früherer Piraten-Chef berät den Springer-Konzern” von Sabine Beikler werde ich mit einem Tweet zitiert: “Jetzt, da ich weiß, dass @Schmidtlepp den Springer-Verlag berät, werde ich keine BILD mehr kaufen und auch nicht mehr Piraten wählen“

Ich darf Sie freundlich darauf hinweisen, dass es sich dabei um eine ironische Anspielung auf die vorhersehbare Empörung derjenigen handelte, die bei solchen Gelegenheiten regelmäßig damit drohen, irgendein Presseerzeugnis nicht mehr zu kaufen oder eine beliebige Partei nicht mehr zu wählen (die sie zumeist ohnehin noch nie gewählt haben).

Zugleich möchte ich betonen, dass ich nicht im geringsten empört über Christopher Lauers Beratertätigkeit bin, im Gegenteil: Herr Lauer und ich verstehen uns ausgezeichnet. Er wird Ihnen das sicher bestätigen, daher erlaube ich mir, ihn in meiner Mail an Sie in CC zu setzen.

Wenn Sie also so nett wären, mein Zitat zu entfernen oder zumindest entsprechend zu kennzeichnen? Das wäre toll.

Abschließend sei gesagt: Ich habe in der Vergangenheit zwar schon mehrfach Piraten gewählt, aber noch nie die BILD gekauft.

Viele Grüße
Lars Reineke

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Kommentar

  1. Joa, können die halt nicht wissen. Ich hätte das auch falsch eingeordnet. Ironie ist schwierig in 140 Zeichen, vor allem wenn sie nicht durch Interpunktion unterstützt oder angedeutet wird.

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  • Too much information - Moin - Guten Morgen 7. Januar 2015

    […] Reineke wird beim Tagesspiegel missver­standen, bloggt darüber und der Tagesspiegel reagiert darauf. Schön zu sehen, dass es solche Reak­tio­nen bei […]