Links! (19.11.2014 bis 21.11.2014)

Linktipps vom 19.11.2014 bis 21.11.2014:

Warum man Konservative (eigentlich) bemitleiden müsste

Wenn es um die Frage geht, ob homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürfen sollen, begegne ich immer wieder einer unter Konservativen weit verbreiteten, aber irgendwie diffusen Besorgnis, die Kinder, die von diesen Paaren aufgezogen werden, würden später selber schwul werden oder zumindest Schwierigkeiten bei der eigenen sexuellen Identitätsfindung bekommen.

Besonders weltoffene (oder zumindest den Anschein erwecken wollende) Menschen werden jetzt möglicherweise kommentieren, dass ja schon die Tatsache, dass ein eigenes homosexuelles Kind Anlass zur Sorge sein könnte, Hinweis auf ein engstirniges Weltbild sei. Dem kann ich als Vater allerdings nicht uneingeschränkt zustimmen. Denn natürlich möchte man für sein eigenes Kind, dass es so unbeschwert wie möglich durchs Leben geht. Solange jedoch da draußen auch heute noch Idioten unterwegs sind, die der Ansicht sind, alles diskriminieren und schikanieren zu müssen, was außerhalb ihres eigenen Erfahrungshorizontes liegt, werden es Schwule und Lesben in der Gesellschaft auch weiterhin schwerer haben als Heterosexuelle. Und welche Eltern wollen schon, dass ihr Kind es später mal schwerer hat als andere? (Fragt sich natürlich, was die Konservativen es angeht, wenn die Kinder von anderen homosexuell werden.)

Aber woher kommt nun die Vermutung von Konservativen, dass die Erziehung durch homosexuelle (Adoptiv-)Eltern dazu führe, dass das Kind später selber schwul oder lesbisch werden könnte?

Ich habe dazu mal folgende – durchaus steile, weil auf subjektiven Erfahrungen beruhende und durch nichts belegte – These aufgestellt:

Weil dieses Denkmuster in konservativen Millieus wesentlich verbreiteter ist.

Das Phänomen, dass Kinder in die Fußstapfen ihrer Eltern treten, habe ich in konservativen Haushalten deutlich häufiger erlebt, als in solchen, in denen bestehende Verhältnisse eher in Frage gestellt wurden. Das heißt, in Familien, wo die Eltern zum Beispiel dem konservativen Spektrum hinzuzurechnende Berufe wie Arzt, Rechtsanwalt oder Landwirt ausüben, ist es gängige Praxis, dass auch die Söhne oder Töchter dieselbe Richtung einschlagen oder sogar den elterlichen Betrieb übernehmen, während es in progressiven Familien wesentlich häufiger vorkommt, dass die Kinder eigene, weniger vorgezeichnete Wege gehen.

Wenn man aber in einem Umfeld aufgewachsen ist, in dem es geradezu selbstverständlich ist, dass man sich in seiner gesamten Entwicklung am Lebensweg der Eltern orientiert, ist es meines Erachtens kaum verwunderlich, dass man diese Denkweise auch auf andere Lebensbereiche überträgt, wohingegen Menschen, die es gewohnt sind, Autoritäten zu hinterfragen, auch nicht so leicht davon ausgehen, dass das gesamte Verhalten (oder gar die sexuelle Orientierung) von Eltern an die nächste Generation weitergegeben wird.

Man müsste Konservative also eigentlich bemitleiden, immerhin haben sie nie gelernt, skeptisch gegenüber Tradition und Autorität zu sein und wissen es nicht besser. 

Müsste. 

Wenn sie nicht ständig versuchen würden, anderen ihre alternativen Lebensentwürfe zu vermiesen. 

Links! (06.11.2014 bis 17.11.2014)

Linktipps vom 06.11.2014 bis 17.11.2014:

Tschhhhhhhhhwwwb

Nachdem mich mein Sennheiser-Headset pünktlich nach 2 Jahren verlassen hat und auch ein Akkuwechsel nichts nützte, habe ich mir einen neuen Bluetooth-Kopfhörer gekauft, diesmal von Sony. Es ist der Sony MDR-ZX750BNB, dient ebenfalls als Headset und hat ein Feature, das ich erstmal ausprobieren wollte, bevor ich ihn kaufe: Noise Cancelling. Doch dazu später.

Der Kopfhörer ist vergleichsweise schwer, hat aber einen relativ weichen Bügel, so dass er auf dem Kopf ein wenig labberig wirkt. Joggen würde ich damit also nicht, aber das würde ich schon aus hygienischen Gründen nicht tun, weil ich mir gar nicht ausmalen möchte, wie sehr man unter einem geschlossenen Over-Ear-Kopfhörer schwitzt. Ich weiß nicht, ob ich beim Gehen besonders stampfe, aber meine eigenen Schritte höre ich darunter hin und wieder auch, was ebenfalls gegen einen Einsatz beim Laufen spricht.

Der Tragekomfort ist ok, allerdings brauche ich nach ca. 45 Minuten eine Kopfhörerpause, weil sich dann ein leichtes Druckgefühl an den Ohren einstellt. Nach ein paar Minuten geht’s dann aber wieder. Ob das beim still sitzenden Gebrauch ebenso ist, muss ich noch testen.

Ich bin nicht so der HiFi-Nerd, empfinde den Sound allerdings als sehr ausgewogen, höre damit aber auch in erster Linie Podcasts, und da geht es mir vor allem um die Verständlichkeit, und die ist gerade bei eingeschalteter Noise-Cancelling-Funktion sehr gut. Die Musikwiedergabe ist etwas basslastig, das finde ich aber auch eher angenehm.

Die Bedienung funktioniert blind und absolut einwandfrei, der Kopfhörer liefert sinnvolle akustische Rückmeldungen bei den Drucktasten, die Play- und Skipfunktion liegt auf einem etwas größeren Schalter, der einem bereits durch seine Haptik signalisiert, ob man ihn richtig betätigt hat. Getestet habe ich mit einem iPhone 5s zusammen mit Spotify und Downcast, alles per Bluetooth.

Jetzt zur Geräuschunterdrückung. Ich bin zum vorherigen Ausprobieren extra zum MediaMarkt gefahren. Dort ist es in aller Regel immer etwas lauter, allerdings kommt damit der Kopfhörer nur bedingt zurecht. Pegelspitzen wie laute Musik dringen nach wie vor durch (vielleicht auch ganz gut so, wenn man damit im Straßenverkehr unterwegs ist). Was allerdings ziemlich gut weggefiltert wird, ist gleichmäßiges Grundrauschen, also Rechnerlüfter, Spülmaschinen oder eben auch die übliche Geräuschkulisse auf offener Straße.

Schaltet man den Kopfhörer ein, dauert es einen Moment, bis die Noise-Cancelling-Funktion einsetzt. Nach ein paar Sekunden macht es “Tschhhhhhhhhwwwb”, und man hat seine Ruhe. Sehr angenehm. Durch Tastendruck kann man die Funktion aus- und einschalten, z.B. um Strom zu sparen oder wenn man mit dem Rad unterwegs ist. (Entgegen landläufiger Meinung ist das Tragen von Kopfhörern auf dem Fahrrad nämlich nicht verboten.)

Man muss allerdings aufmerksamer auf seine Umgebung achten. Mir ist es jetzt schon passiert, dass ich mich über einen Bus erschrocken habe, der plötzlich an mir vorbeifuhr oder nicht bemerkt habe, dass mich ein Bekannter von der Seite anspricht. Auf dem Fahrrad würde ich die Unterdrückungsfunktion auf keinen Fall einschalten, das wäre mir zu gefährlich.

Die Geräuschunterdrückung lässt sich ansonsten auf verschiedene Umgebungen anpassen, dazu hält man die Taste gedrückt, und nach einem kurzen “Tüdelü” hat sich der Kopfhörer auf das derzeitige Geräuschprofil adaptiert. (Einen echten Unterschied konnte ich allerdings noch nicht wirklich feststellen.)

Ingesamt hat mich das Noise Cancelling dann doch überzeugt. Es mag vielleicht nicht so deutlich sein wie bei Bose oder beats by Dr. Dre, aber da ich nur selten mit der Bahn fahre und den Kopfhörer daher nur für mäßige Umgebungslautstärken verwende, reicht mir der Sony völlig aus, zumal er höchstens die Hälfte dessen kostet, was vorgenannte Hersteller verlangen.

Gekauft habe ich ihn dann direkt beim MediaMarkt für 119,- Euro, bei Amazon gibt es ihn momentan für knapp 115,-, aber wenn ich ein Gerät vor Ort testen kann, nehme ich es bei dem geringen Preisunterschied auch gleich mit, alles andere gehört sich meines Erachtens nicht.

Im Lieferumfang ist lediglich ein USB-Kabel zum Aufladen dabei, sowas finde ich eigentlich immer etwas schäbig, andererseits hat man mittlerweile wahrscheinlich schon ein paar von solchen Generic-USB-Netzteilen im Haushalt. Ebenfalls nicht dabei ist ein Etui, das habe ich mir wiederum bei Amazon nachbestellt. Dieses hier von Plantronics passt sehr gut dazu. In weiß gibt es den Kopfhörer auch, dann hat er die Endung “BNW”.

Angeblich soll er 13 Stunden durchhalten, ob das stimmt, wird sich noch zeigen. Bei leerem Akku lässt sich der Kopfhörer aber auch mit dem mitgelieferten Kabel betreiben, dann allerdings ohne Noise Cancelling.

Mal gucken, wie lange der Sony seinen Dienst verrichtet ohne kaputtzugehen, der Sennheiser hat’s ja nicht so lange gemacht und war sogar 30 Euro teurer.

Auf Amazon würde ich jetzt 4 von 5 Sternen vergeben, weil ich für das fehlende Netzteil und den nicht ganz perfekten Tragekomfort jeweils einen halben Stern abgezogen hätte.

Ich stampfe audiozeug.de ein

Gründe, warum meine Hardwarebörse für Podcaster “audiozeug.de” nie so richtig angelaufen ist, gibt es reichlich, und bei den meisten liegt die Schuld allein bei mir: Zu wenig Werbung dafür, zu kleine Zielgruppe, hässliches Design. 

Dann kamen die Spammer (mögen ihnen die Säcke abfaulen), und das ganze hörte auf, Spaß zu machen.

Bei jedem Update musste ich dann auch noch die Funktion, Inserate als Benutzer deaktivieren zu können, wieder neu reinbasteln, und dann fiel die Entscheidung, das Projekt sterben zu lassen, nicht mehr sonderlich schwer.

Eine Option war noch, zum Podcasting-Workshop nach Berlin zu fahren und da die Idee nochmal vorzustellen, aber dazu fehlte mir am Ende doch die Zeit.

Wer das Ding übernehmen will, nur zu, die Domain ist noch bis Februar registriert, danach läuft das ganze aus.