Links! (20.05.2015)

Linktipps vom 08.04.2015 bis 20.05.2015:

Kalorien zählen

Das Praktische an so einem Blog ist ja, dass man sich selbst beim Schlauerwerden beobachten kann. So habe ich neulich noch geschrieben “Schluss mit der Zählerei”, weil ich nach über einem Jahr Kalorien- bzw. ProPoints™-Zählen keine Lust mehr dazu hatte.

Tja.

Kurze Zeit später ist mir jedoch das Buch “Fettlogik überwinden” von Nadja Hermann in die Hände auf den Kindle gefallen. Darin beschreibt sie einerseits ihre eigene Übergewichtslaufbahn, andererseits und hauptsächlich aber räumt sie mit diesem ganzen Quatsch auf, mit dem sich Dicke selbst in die Tasche lügen, dass sie eigentlich genau richtig so sind, dass das alles ja nur Schlankheitswahn sei und man sich einfach nur selbst akzeptieren müsse, wie man ist, und schon sei alles gut.

Für das Selbstbewusstsein mag das stimmen, für die Gesundheit jedoch nicht. Man findet sich dann vielleicht wieder ganz ok, aber zu dick ist man halt immer noch.

Und so habe ich beschlossen, meinen bisher erreichten BMI von 26 (“Das ist doch schon ganz schön schlank, wieso willst du denn noch mehr abnehmen?”) nochmal anzugehen und auf unter 25 zu bringen. Damit wäre ich dann nach etwas über 20 Jahren zum ersten Mal nicht mehr übergewichtig. Da will ich hin.

Darum heißt es seit einer Woche doch erstmal wieder: Kalorien zählen. Zum Glück sind’s nicht so viele. Mit 1600 kCal täglich will (und werde!) ich die 90 Kilogramm unterschreiten. Ich sag dann Bescheid, wenn’s soweit ist. Vielleicht gibt’s Höhenfeuerwerk, mal sehen.

Das Buch ist übrigens toll, kurzweilig, sehr inspirierend und eine unbedingte Kaufempfehlung wert.

Was ich durch’s Abnehmen gelernt habe

Ein paar der Menschen in meinem persönlichen Umfeld (und dazu zähle ich auch Onlinefreundschaften), die hinterher zu mir sagten, dass sie sich über meine Gewichtsreduktion freuen würden und mir gratulierten, haben auch vorher hin und wieder Statements dahingehend abgegeben, dass Normalgewicht und Bewegungsfreude nichts mit Elitarismus zu tun hat, sondern etwas ist, das für jeden durchaus erstrebenswert sein kann.

Sie haben nicht mit dem Finger auf mich gezeigt und mir gesagt “Ey, du bist zu fett”. Das hätte ich wohl auch als Anmaßung betrachtet. Stattdessen haben sie selbst einen Lebensstil geführt, den ich noch vor zwei Jahren nie und nimmer mit meinem eigenen als vereinbar angesehen hätte. Zugleich haben sie von ihren sportlichen Erfolgen (und Misserfolgen) berichtet, haben Bilder von Langstreckenläufen gepostet und sich einfach nur über das Erreichte gefreut und andere daran teilhaben lassen. Ich habe das manchmal als Angeberei abgetan.

Was ich heute weiß: Wenn dir jemand empfiehlt, dass du Sport treiben, etwas auf dein Gewicht achten oder dich ein wenig gesünder ernähren sollst, dann hat das nichts mit Schlankheitswahn zu tun, ist keine Gängelei und auch kein Missionieren.

Sondern die ernsthafte und ehrlich gemeinte Bezeugung, dass dieser Person etwas an dir liegt, und dass sie nicht möchte, dass du eines Tages schwerkrank auf einer Intensivstation aufwachst.

Schluss mit der Zählerei

countGestern habe ich mich bei WeightWatchers abgemeldet. Ich bin immer noch überzeugt von dem System, zumal die iPhone-App sich seit letztem Jahr noch in einigen Punkten verbessert hat. Zum Beispiel zählt die App dank Apple Health und dessen eingebauter Schrittzählerfunktion die sogenannten Aktivitätspunkte, die man am Ende der Woche einsetzen kann, wenn das eigene Kontingent nicht ausgereicht hat.

Ich kriege da kein Geld für, aber ich wiederhole es gern: Wer abnehmen will, bekommt mit WeightWatchers eine funktionierende Methode, wenn auch nicht gerade billig.

Einen Haken hat die Sache aber eben doch: Man muss penibel erfassen, was man an Lebensmitteln zu sich genommen hat. Und genau das mache ich jetzt seit mittlerweile über einem Jahr, lückenlos und so genau wie möglich. Mal mit WeightWatchers, zwischendurch auch mit kostenlosen Hilfsmitteln wie z.B. FDDB oder MyFitnessPal. Und alle haben ihre Vor- und Nachteile.

Aber ganz ehrlich: Mir reicht’s. Ich habe keine Lust mehr. Jede Mahlzeit abwiegen, eintragen, Punkte oder Kalorien zählen, abends noch Hunger auf drei Scheiben Brot haben aber nur noch zwei essen “dürfen”, die dritte dann trotzdem essen, von der Extrapunktzahl abziehen oder sich vornehmen, am nächsten Tag dafür joggen zu gehen, nee, irgendwann ist auch mal gut.

HealthMateIch habe im vergangenen Jahr ca. 20 Kilogramm abgenommen und das Gewicht einigermaßen gehalten. Angestiegen ist es nur dann, wenn ich wie im Dezember so gut wie gar nicht auf meine Ernährung geachtet oder angefangen habe, abends häufiger Schnickschnack wie Chips oder Kuchen zu mir zu nehmen. Dann habe ich wieder mehr Sport getrieben und Kalorien gezählt, und nach drei bis vier Wochen war es wieder okay. Vierzig Jahre alte Essgewohnheiten legt man eben nicht so leicht ab.

Im Lauf des letzten Jahres habe ich mir zwar eine gewisse Routine zugelegt, mit der ich die Erfassung meiner Mahlzeiten vollzogen habe, nichtsdestotrotz will ich versuchen, erstmal ohne klarzukommen. Das bedeutet: Keine Chips kaufen, weiterhin zu Fuß zur Arbeit gehen, auf dem Nachhauseweg vielleicht noch einen Umweg durch die Innenstadt machen, mittags kein Fast Food, wenn die Erkältung vorüber ist, wieder mit dem Laufen beginnen und ansonsten einmal pro Woche auf die Waage gehen.

Alles Dinge, die ich mittlerweile, ohne mich umstellen zu müssen, umsetzen kann. Und außerdem: Bis zu meinem Lebensende sämtliche Mahlzeiten aufzuschreiben kann es ja wohl auch nicht sein.

Links! (18.03.2015)

Linktipps vom 27.01.2015 bis 18.03.2015: