Noch mehr Fahrradzubehör: Rainlegs

Nachdem es nun in den letzten Tagen immer wieder mal für ein paar Minuten geregnet hatte, dachte ich mir: Regenjacke, schön und gut, aber auf dem Fahrrad muss eine flexible Lösung für die Beine her.

Ich besitze zwar eine Regenhose, aber die ziehe ich im Prinzip nur an, wenn ich a) unter allen Umständen mit dem Rad fahren muss und b) es mit ziemlicher Sicherheit längere Zeit aus Eimern schüttet. Für so kurze Regenschauer, wie sie jetzt im Spätsommer häufiger vorkommen, ist mir das aber meist zuviel Aufwand, so dass ich dann lieber zu Fuß mit Regenschirm unterwegs bin.

Also habe ich mir Rainlegs gekauft. Die kosten ca. 25,- Euro und schützen in erster Linie die Oberschenkel, wo der Regen sonst direkt draufprasselt und außerdem davor, dass einem das Wasser an der Jacke in den Schritt läuft.

Das wirklich Praktische daran ist, dass man die zusammengerollt um die Hüfte unter der Jacke tragen kann, und wenn es anfängt zu regnen, rollt man sie einfach herunter, befestigt sie kurz, und schon kann es weitergehen. Dazu muss man nicht mal vom Rad steigen.

Am Anfang kommt man sich damit noch vor wie Steve Martin als „Cowboy Gil“ mit den umgewickelten Pissvorlegern aus „Eine Wahnsinnsfamilie„, aber wenn man erstmal feststellt, dass man darunter tatsächlich weitestgehend trocken bleibt, will man sie nicht mehr hergeben.

Die Rainlegs wurden daher auch völlig zu Recht mit verschiedenen Designpreisen ausgezeichnet. Klare Kaufempfehlung.

Hab mir ´nen Anhänger gekauft

Seit einiger Zeit gehen meine Frau und ich einmal die Woche gemeinsam einkaufen. Oder besser gesagt: Wir fahren. Vorher machen wir uns eine Liste mit den Dingen, die wir in den nächsten Tagen benötigen werden, setzen erst das Kind und dann uns ins Auto und fahren los.

Zwei Straßen weiter.

Genau das nervte mich schon von Anfang an. Auf der kurzen Strecke bis zum Supermarkt und zurück wird der Motor nicht mal warm und hat wahrscheinlich im Schnitt einen um das Dreifache höheren Benzinverbrauch.

Vor kurzem hat sich jemand in meinem Bekanntenkreis ein Bullitt-Lastenrad gekauft, um das ich ihn ziemlich beneide. Das allerdings wäre für meine Zwecke etwas zu groß und vor allem zu teuer. Nach Postfahrrädern habe ich mich auch schon umgeschaut, aber auch in dem Bereich scheint es brauchbare Räder, die noch nicht so heruntergerockt sind, erst ab 500 Euro aufwärts zu geben.

Ich war also ziemlich ra(d|t)los, bis mir @broeten einen guten Tipp gab: „Kauf dir doch ’nen Fahrradanhänger. Sieht zwar nicht so stylish aus, funktioniert aber super und kostet nicht so viel.“

Photo-2015-08-19-16-11-57_4005Gesagt, getan. Anfang der Woche ist mein XLC Carry Van angekommen, und ich bin davon ziemlich begeistert. Der Zusammenbau ist kinderleicht, man benötigt – bis auf die Montage der Achskupplung – nicht mal Werkzeug dafür, und nach etwa 30 Minuten ist auch schon alles einsatzbereit. Der Anhänger scheint baugleich mit dem alten Modell des Croozer Cargo zu sein, so dass ich davon ausgehe, dass Ersatzteile austauschbar sein müssten.

Photo-2015-08-19-16-10-01_4002In irgendwelchen Testberichten habe ich von zwei Schwachpunkten gelesen. Zum einen sollen die Seitenwände nicht sehr belastbar sein, außerdem können hüpfende Gegenstände wohl die Kunststoffbodenplatte durchschlagen. Um beidem vorzubeugen, habe ich mir zunächst im Möbelgeschäft so eine Aufbewahrungsbox gekauft, die einigermaßen genau in den Anhänger hineinpasst. Außerdem habe ich noch zwei Fußabtreter besorgt, zurechtgeschnitten und damit den Boden entlastet. Das hat außerdem den Effekt, dass ich die Rollen an der Aufbewahrungsbox lassen konnte, ohne dass sie im Anhänger vor- und zurückrollt.

Photo-2015-08-19-16-10-16_4003Auf gutem Straßenbelag merkt man selbst in Kurven nicht, dass man einen Anhänger hinter sich her zieht, nur bei Gullydeckeln oder anderen Unebenheiten wird man hin und wieder durch ein Rumpeln daran erinnert.

Den ersten Wocheneinkauf haben wir damit auch schon hinter uns gebracht, hat einwandfrei funktioniert. Hinterher habe ich die Box samt Lebensmittel auf die Waage gestellt: 25 kg, also noch unter der Maximalbelastung von 30 kg, die der Hersteller angibt.

Jetzt habe ich zwar kein Lastenrad, aber eine durchaus praktikable Transportmöglichkeit auch für größere Einkäufe, ohne dass ich das Auto benutzen muss.

Feine Sache.

„American Gods“ – Neil Gaiman

Wenn ich für knapp 700 Seiten fast einen ganzen Monat benötige, ist das kein gutes Zeichen.

American Gods habe ich auf Empfehlung gelesen, weil ich damals Neverwhere von Gaiman so toll fand. American Gods ist allerdings erst vor kurzem in der Kindle Edition veröffentlicht worden, weshalb es noch eine ganze Weile auf meiner Zu-lesen-Liste wartete.

Um es vorwegzunehmen: Es hat mir nicht besonders gefallen. Neil Gaiman hat wahnsinnig gute und originelle Ideen, aber spannend ist das ganze nie. Zu Beginn reißt er einen direkt mit, aber dann passiert nichts mehr.

Was mich am meisten stört: Das Buch hat keinen schlüssigen Erzählstrang, nur diese eine Idee „die alten Götter werden von den neuen verdrängt“, und dann machen irgendwelche Leute irgendwas. Warum sie es machen, bleibt völlig unklar, die Handlungen folgen keiner Logik.

Die beiden Protagonisten, Wednesday und Shadow, fahren mal hier mal dorthin, unterhalten sich mit diesem oder jenem, dann geschieht etwas Übernatürliches (oder Shadow träumt irgendwas) und dann trennen sie sich wieder, und eigentlich hätten sie genauso gut mit wem anderes gesprochen haben können, für die Handlung spielt das kaum eine Rolle.

Mal ist Shadow in Lakeside, mal nicht, aber warum er dort ist, ist eigentlich auch egal und dient nur dazu, die Figur Hinzelmann vorzustellen.

Vielleicht bin ich zu ungebildet, um die ganzen Gottheiten zu kennen, und wenn man das Hintergrundwissen hat, freut man sich möglicherweise darüber, wenn man wieder eine erkannt hat, aber alle Nase lang bei Wikipedia nachschlagen zu müssen, wer nun Anansi oder werauchimmer ist oder war, macht das Lesen auch nicht gerade spaßiger.

Wer Filme wegen der beeindruckenden Bilder oder der hintergründigen Dialoge guckt, hat vielleicht auch Freude an diesem Buch, ich wollte eigentlich nur unterhalten werden und wurde – gerade im Vergleich zu „Neverwhere“ – ziemlich enttäuscht. Ich gehöre wohl nicht zur Zielgruppe.

Links! (31.07.2015)

Linktipps vom 21.05.2015 bis 31.07.2015:

Tuch!

„Tuch!“ ruft die Tochter beim Essen, als ob wir es ihr nicht schon hundert Mal gesagt hätten, dass sie freundlich fragen soll, wenn sie ein Küchentuch zum Abwischen der Finger haben möchte.

„Das kann man auch netter sagen. ‚Kann ich bitte…'“

„Tuch!“

„Hallo, geht das vielleicht auch etwas freundlicher?“

„ABER ICH HABE ESSEN IM MUND, UND DANN SOLL MAN NICHT SPRECHEN!“