Ein Jahr Linux
Verdammt, die Zeit vergeht. Seit etwas mehr als einem Jahr benutze ich privat jetzt Linux als mein Hauptbetriebssystem. Seit Jahresanfang sogar ausschließlich, da habe ich die Dual-Boot-Option entfernt und die Windows-Partition komplett gelöscht.
Ich bereue diesen Wechsel von Windows nicht im Geringsten. Ich weiß noch, wie ich mich am Anfang erst nicht getraut habe, bei Steam irgendein Spiel zu kaufen, das teurer war als 20 Euro. Hätte ja sein können, dass ich das nicht zum Laufen bekomme, und dann wollte ich nicht so viel Geld in den Sand gesetzt haben.
Diese Sorge ist mittlerweile vollkommen verflogen. In den letzten 12 Monaten habe ich ca. 360 Euro für Computerspiele bei Steam ausgegeben, nicht ein einziges hat mir irgendwelche technischen Probleme bereitet. Und da waren durchaus Spiele dabei, die gewisse Anforderungen an das darunterliegende System stellten, wie z.B. Ghost of Tsushima, Red Dead Redemption 2 oder Arc Raiders. Alle liefen absolut flüssig und vor allem: Auf Anhieb, ohne dass ich an irgendwelchen Grafikkarteneinstellungen hätte herumbasteln müssen.
Ein paar Spiele, die ich aus vorherigen Zeiten bereits in meiner Bibliothek hatte, liefen deutlich ruckelfreier als noch unter Windows.
Aber auch, was andere Anwendungen angeht, vermisse ich Windows nicht. Ich habe unter Linux Videos konvertiert, Fotos bearbeitet, Audiomitschnitte editiert, meine Steuererklärung gemacht, EBooks verwaltet, Briefe und EMails geschrieben, Online eingekauft, MP3-Dateien getaggt, Musik gehört, gebloggt und was man halt sonst noch so an seinem privaten Computer macht.
Größere Störungen sind bei mir nie aufgetreten, weder unter Fedora, noch unter CachyOS. Einmal startete die grafische Oberfläche nicht, da konnte ich den Fehler aber auf der Textkonsole beheben. Das war irgendwas mit NVidia-Treibern, AMD-Grafikkarten werden von Linux in der Regel besser unterstützt, was meine nächste Kaufentscheidung - was das angeht - vermutlich Richtung AMD lenken wird. Mit ein paar Befehlen war das Problem aber ohnehin schnell behoben.
Etwas länger gedauert hat die Fehlersuche, bei der der Rechner irgendwann jedes Mal ungewohnt langsam startete. Da konnte aber Linux nichts dafür, Ursache war ein Dokumentenscanner, der sich komplett aufgehängt hatte und so einen USB-Port blockierte. Linux war da sogar eher hilfreich, weil ich - unter Zuhilfenahme von Perplexity.AI - dank ausführlicher Logdateien den Fehler immer weiter eingrenzen konnte.
Selbst umfangreiche Systemupdates liefen bei mir absolut reibungslos innerhalb weniger Minuten durch, und was hat mich dieser zähe Update-Scheiß unter Windows schon an Lebenszeit gekostet.
Die Oberfläche KDE Plasma steht mir nie im Weg rum, sondern bietet mir lauter Möglichkeiten, sie so anzupassen, wie ich sie brauche, ob mit Tastaturshortcuts, Bedienhilfen oder Einstellungen, die dafür sorgen, dass bestimmte Fenster immer in der richtigen Größe und an der richtigen Stelle aufgehen.
Der ganze Kram funktioniert einfach.
Kurzum: Ich bin absolut glücklich mit Linux und will nicht wieder zurück.
Xteink X3 neben einem Tolino Shine 5


