Lars Reineke

Saint-Aubin-sur-Mer

Weiter geht es nach Frankreich, genauer gesagt, nach Saint-Aubin-sur-Mer, das in der Normandie genau zwischen den Stränden Juno und Sword liegt. Auf dem Weg dorthin lernen wir die französischen Mautstrecken kennen und sind zunächst noch etwas unsicher, am dritten Ticketschalter allerdings kehrt Routine ein. Am komfortabelsten sind schließlich die "Flux libre"-Mautstrecken, die beim Durchqueren das Kennzeichen scannen und man dann 72 Stunden Zeit hat, auf einer auf Schildern ausgewiesenen Webseite den Mautbetrag zu entrichten.

Unser Campingplatz ist sehr luxuriös ausgetattet, mit Snackbar, Restaurant, einem kleinen Lädchen und einem Hallen- und Freibad zur freien Benutzung. Das WLAN ist etwas schwachbrüstig, aber zur Not kann ich mir mit meinem mobilen Smartphone-Hotspot gut behelfen. Es ist alles sehr familienfreundlich, überall fahren kleine Kinder auf kleinen Fahrrädern umher und alle paar Minuten schreit irgendwo ein Säugling seinen Unmut in die Welt, woran man sich einerseits gewöhnt, andererseits froh ist, aus dieser Phase des Elternseins raus zu sein.

Nicht nur auf dem Campingplatz sind die Franzosen sehr freundlich und zuvorkommend. Wir können kaum französisch, aber für den alltäglichen Einkauf und Restaurantbestellungen kommen wir mit "Bonjour / Bonsoir", "Je voudraix irgendwas sil vout plait", "Merci" und "Au revoir" bestens zurecht. Und weil die Leute spätestens an unserem fiesen Akzent sofort merken, dass wir nicht von hier sind, oder weil wir bei Rückfragen schulterzuckend doof gucken, geht es dann auch einfach oft auf Englisch weiter, was hierzulande entgegen aller Vorurteile jeder beherrscht.

Weil hier jede Straße, jedes Denkmal und jede Gedenktafel an die Landung der Alliierten in der Normandie erinnert, bemühen wir uns, die freundlichsten Deutschen zu sein, die diese Region seit 1945 gesehen hat. Einem Mann, der an der Kasse sein Smartphone vergessen hat, rufen wir "Pardon Monsieur" hinterher, und er bedankt sich freudestrahlend. Eine Frau auf einem Parkplatz fragt uns erst auf französich, dann auf englisch, ob wir vorhaben, loszufahren, weil sie und ihre Familie keine freie Parkbucht gefunden haben. Wir geleiten sie zu unserem Stellplatz, fahren los, und alle drei winken uns noch einmal zu und rufen "Merci", "Au revoir" und "Bonne journee!".

Den Geschichtsteil unserer Reise absolvieren wir gleich an einem der ersten Tage. Wir fahren zum Normandy American Cemetery and Memorial am Omaha Beach. Es sind nur sehr vereinzelt Deutsche dort, und beim Anblick der fast 10.000 Grabkreuze herrscht eine sehr andächtige Stimmung voller Demut.

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Wir besuchen das Overlord-Museum, das jedoch weniger Wert auf Informationsvermittlung legt, sondern eher versucht, "typische" Szenen mit den vorhandenen Exponaten darzustellen, was leider manchmal ungewollt kitschig und klischeehaft wirkt.

Wir fahren hinunter zum Omaha Beach, und weil ein äußerst heftiger Wind den Atlantik in mächtigen Wellen an den Strand wirft, bekommen wir zumindest einen kleinen Eindruck, was die alliierten Soldaten in den schaukelnden Landungsbooten ausgehalten haben müssen.

Einer der Bunker ist praktisch komplett erhalten und begehbar. Ich schaue von innen am ebenfalls erhaltenen Geschütz vorbei auf den Ärmelkanal und bekomme eine Vorstellung, mit welcher Angst wahrscheinlich auch die deutschen Soldaten die überwältigende Alliiertenflotte erwartet haben müssen.

Krieg ist scheiße.


Brügge

Weil uns die Autofahrt zu lang ist, um sie in nur einer Etappe zu absolvieren, bauen wir in unsere Urlaubsanreise in die Normandie noch einen Schlenker ein und übernachten im belgischen Brügge.

Die Fahrt ist zunächst relativ ereignislos, kurz vor dem Erreichen von Brügge beginnen einige Belgier jedoch, völlig erratische Spurwechsel vorzunehmen, für die sie in Deutschland sofort verhaftet würden. Während wir relativ unbeirrt in der rechten Spur mit knapp 110 km/h dahinrollen, bietet sich vor uns ein Bild, als stünden die anderen Autofahrer alle unter Artilleriebeschuss. Zwei müssen sogar rechts auf den Standstreifen, weil es offenbar zwischen ihnen eine kurze Kollision gegeben hat. Nur zwei, möchte ich hinzufügen.

Während die Autofahrkünste eher zweifelhaft scheinen, kann man den Brüggern in Sachen Autoabstellen nichts vormachen. Die Tiefgarage ist genau so, wie man das macht, wenn man eine autofreie Innenstadt haben möchte. Auf jeder Ebene wird angezeigt, wo in welcher Richtung noch wie viele Stellplätze frei sind, auch die Anzahl der freien Elektroladesäulen wird angegeben. Jede Parkbucht hat eine rot / grüne Anzeige, ob sie gerade belegt ist, im Hintergrund läuft beruhigende Akustikgitarrenmusik, alles ist ausreichend hell erleuchtet, die Fußgängerwege sind genau abgetrennt und markiert, und der ganze Spaß kostet von 18:00 bis ca. 9:00 Uhr morgens gerade mal 8 Euro 60 Cent.

Die Innenstadt von Brügge ist wunderschön. Punkt.

Abends suchen wir dann noch eine Wenn-man-schonmal-da-ist-Gelegenheit, um das Fußball-WM-Spiel Belgien gegen Spanien rudelgucken zu können. Wir finden ein Restaurant, das einen Fernseher draußen aufgestellt hat, vor dem sich bereits einige Gäste plaziert haben. Wir setzen uns dazu und beobachten, wie es immer mehr Menschen in das Restaurant zieht, die das Spiel sehen möchten. Uns fällt plötzlich auf, dass wir in einer spanischen Tapas-Bar sitzen und überlegen, ob es wirklich eine gute Idee war, Belgien anzufeuern. Bei der nächsten Torchance sind die Verhältnisse jedoch schnell geklärt, das scheinen alles Fans der belgischen Mannschaft zu sein. Ob allerdings der eine oder andere Kellner den letztlichen Sieg der Spanier innerlich bejubelt, entgeht unserer Aufmerksamkeit. Und nur weil "Spanisches Restaurant" draufsteht, muss das ja nicht heißen, dass da auch Spanier arbeiten, mein Lieblingsitaliener wird ja auch von Portugiesen betrieben, also bitte.


Von Fedora zu CachyOS

Ich habe nicht nur meine Blogsoftware gewechselt. Bereits am vergangenen Freitag habe ich mein Desktop-Betriebssystem von Fedora Linux auf CachyOS migriert, einer auf Arch Linux basierenden Distribution.

Der Anlass

Auslöser war, dass ich mir vor ein paar Wochen ein gebrauchtes Lenovo Thinkpad T480s für wenig Geld zugelegt hatte. Das wollte ich in erster Linie fürs Schreiben (meint: Bloggen) benutzen, außerdem als universelles, privates Linux-Notebook für alles, was man so im Urlaub unterwegs macht, also mal was recherchieren, Videos gucken, Internetgedöns, sowas halt. Ich habe zwar eigentlich noch ein Acer Spin für solche Dinge, aber da gefällt mir die Haptik der Tastatur nicht, vielleicht verkaufe ich das bei Gelegenheit mal.

Wie auch immer, weil das T480s wirklich nur für Freizeitbeschäftigungen und Experimentiererei gedacht war, habe ich darauf CachyOS installiert. Von dieser Distribution hatte ich schon viel Gutes gehört und gesehen und war schon in der Vergangenheit immer wieder am Überlegen, damit vielleicht meinen Gaming Desktop zu betreiben, auf dem allerdings schon seit fast einem Jahr Fedora durchaus stabil läuft.

Der ständige Wechsel der Distribution, das sogenannte "Distro Hopping", ist ein wenig verpönt, und ich rate auch jedem, sich erstmal ein paar Monate Zeit zu nehmen, um das bestehende System kennenzulernen, bevor man wieder wechselt.

Warum also überhaupt zu CachyOS wechseln, wenn Fedora doch gut funktioniert? In erster Linie: Performance. Kernel und Pakete sind für Gaming und interaktive Anwendungen optimiert, die Distribution ist - weil auf Arch basierend - immer brandaktuell (was auch Nachteile mit sich bringen kann, aber dazu später) und ist momentan einfach der heiße Scheiß.

Ich freundete mich also auf dem Thinkpad T480s erstmal eine Weile mit CachyOS an, um zu schauen, ob ich mit dessen Besonderheiten zurechtkommen würde. Nach knapp zwei Wochen fiel dann der Entschluss: Mit CachyOS komme ich klar, also kommt es auch auf meinen Desktop.

Die Vorbereitung

Vor der Migration hatte ich mich immer etwas gescheut, weil ich in die Anpassung und Konfiguration von Fedora bereits einiges an Zeit investiert hatte, das wollte ich logischerweise nicht alles verlieren. Vernünftigerweise hatte ich aber bei der Ersteinrichtung mein /home-Verzeichnis schon auf ein eigenes Filesystem gelegt, das ich möglichst bei der Installation von CachyOS gar nicht anrühren würde.

Trotzdem legte ich nochmal ein zusätzliches Backup auf einer USB-Festplatte davon an, kopierte auch noch die Dateien aus /etc dorthin und schickte mir den Inhalt der /etc/fstab auf mein Laptop, um im Ernstfall noch an die Filesystemkonfiguration zu kommen.

Die Installation konnte beginnen.

Die Installation

Ich boote das Live-System vom USB-Stick und checke, ob die angeschlossene Hardware vollständig erkannt wird. Dass ich sie irgendwie zum Funktionieren bringen würde, ist mir aber ohnehin schon klar, schließlich lief sie ja bereits unter Fedora einwandfrei.

Jetzt kommt der (für mich) spannende Teil, nämlich die Festlegung, wie die internen SSDs partitioniert werden sollten. Letzten Endes ist es aber relativ eindeutig: System- und Boot-Partition neu machen, Home-Partition unangetastet lassen und wie vorher unter /home einbinden.

Weiter, weiter, fertigstellen, User anlegen, der genauso heißt, wie der bisherige. Das würde auch nochmal interessant werden: Wird CachyOS das bestehende Userverzeichnis dem neuen Benutzer korrekt zuordnen? Ach, was soll's, wird schon klappen, ansonsten lässt sich das ja mit einem chown schnell beheben. Daumen drücken, Reboot.

Das neu installierte System

Der Rechner fährt schonmal korrekt hoch, und ich kann mich einloggen. Mir entfährt ein lautes "HA!", als ich feststelle, dass sämtliche Einstellungen übernommen wurden.

Das Startmenü ist an derselben Stelle wie vorher, sogar die Scripte und von mir festgelegten Tastenkombinationen zum Lautstärkeeinstellen funktionieren noch. Alt-Enter, Terminal geht auf, Alt-Q, wieder zu. Alle persönlichen Einstellungen sind noch da. Geil.

Ich installiere nach und nach die wichtigsten Anwendungen, die ich so brauche, Browser, Mailprogramm, und so weiter.

Und tatsächlich, die Reaktionsgeschwindigkeit ist gegenüber der Fedora-Installation nochmal deutlich höher. Alles reagiert sofort auf Klicks und Tastendruck, das macht wirklich Spaß.

Jetzt der entscheidende Test: Läuft Gaming wirklich schneller unter CachyOS?

Ich installiere Steam und das letzte Spiel, das ich in den Fingern hatte: Ghost of Tsushima. Was mir sofort auffällt: Die Ladezeiten zwischen Spielmenü und dem eigentlichen Spiel sind kürzer. Und auch im Spiel selbst ist alles superflüssig, nichts ruckelt, trotz Settings auf Ultra. Die Spielstände sind ohnehin in der Cloud gespeichert, so dass ich an derselben Stelle wieder einsteigen kann, an der ich das Spiel unter Fedora beendet habe.

Ich bin mehr als zufrieden und widme mich den Dingen rund um das System, ich binde die Netzlaufwerke wieder ein, richte das Backup neu ein, räume alte Einträge aus dem Home-Verzeichnis auf. Schließlich will ich auf dem neuen System nicht den alten Ballast mitschleppen, der sich unweigerlich bei der Benutzung eines Rechners ansammelt.

Was CachyOS anders macht

CachyOS ist eine Rolling-Release-Distribution, das heißt, wenn es von irgendeinem Paket ein Update gibt, steht es auch innerhalb kurzer Zeit zur Verfügung. Bei Fedora gab es schonmal ein paar Tage, wo keine Updates vorlagen, bei CachyOS kann es durchaus sein, dass es neue Pakete mehrmals am Tag gibt.

Was bei Fedora allerdings hin und wieder nervte, war, dass nach Updates von Systempaketen jedes Mal ein Reboot vorgeschlagen wurde. Den konnte man zwar problemlos hinauszögern, aber trotzdem, eigentlich ist das nicht Linux-Style.

CachyOS geht da einen anderen, meines Erachtens besseren Weg: Es prüft, welche Dienste vom Update betroffen sind und schlägt nur den Neustart dieser Dienste vor. Gibt es zum Beispiel ein Update des Drucksystems, wird nur dieses neugestartet, und man kann einfach weiterarbeiten. Klar, ein neuer Kernel braucht dann auch mal einen kompletten Reboot, aber das kommt eben nicht täglich vor.

Nichts zu rebooten

Im Screenshot sieht man, dass kein Dienst gefunden wurde, der einen Neustart erfordert, also kann's direkt weitergehen.

Dinge können auch mal schiefgehen

In der Vorbereitung zu diesem Artikel nach ein paar Tagen wollte ich o.a. Screenshot machen, aber die Anwendung dafür startete einfach nicht. Ich gab den Befehl dafür in der Konsole ein, und mich empfing eine Fehlermeldung, die darauf hindeutete, dass zwei Bibliotheken nicht zum ausführbaren Programm passten. Hm.

Etwas Recherche später war der Fall klar. Die Anwendung "spectacle", zuständig für Screenshots, war gegen neuere Libraries kompiliert worden, die in der Paketverwaltung noch gar nicht verfügbar waren. Ich behalf mir mit einem Workaround, indem ich die bisherigen Bibliotheksdateien mit symbolischen Links als angebliche neue Version zur Verfügung stellte und gaukelte per ldconfig der Anwendung vor, dass sie die neue Version der Libraries jetzt benutzen könne. Sobald die neuen Libraries auch über den Paketmanager ausgeliefert werden, müsste ich das nur wieder rückgängig machen. Die Anwendung lief aber erstmal wieder.

Ich schaute dennoch mal im CachyOS-Forum nach, und siehe da, der Fehler war dort bereits bekannt, vor knapp zwei Stunden hatte jemand genau dieses Problem dort geschildert. Ich wollte schon meinen Workaround als Zwischenlösung posten, habe dann aber erstmal meine gewünschten Screenshots angelegt.

Kurze Zeit später ließ ich nochmal den Rechner nach neuen Updates schauen, und tatsächlich: "spectacle" war in einer neuen Version verfügbar, und die neuen Libraries dazu ebenfalls. Also schnell meinen Workaround rückgängig gemacht und Updates gezogen, alles wieder gut.

Und das ist schon bemerkenswert: Ich entdecke nahezu zeitgleich mit einem anderen CachyOS-User ein kleines Problem, der postet das im Forum, und wenige Stunden später ist es für alle gefixt.

Fazit

CachyOS läuft jetzt auf meinem Desktop seit einer Woche, und mir wurde nicht zuviel versprochen. Es ist problemlos zu installieren, es ist wirklich schnell, und die Bedienung macht einfach Spaß. Spiele laufen superflüssig, und die Community funktioniert, wenn es mal Probleme gibt.

Zugegeben, es ist vielleicht nichts für ein professionelles Arbeitsumfeld, wo man sich auch kurze Funktionsstörungen nicht unbedingt erlauben kann. Es ist wahrscheinlich auch nicht für absolute Linux-Einsteiger geeignet, die ratlos dastehen, falls mal Probleme auftauchen. Für diese Anwender*innen ist wahrscheinlich Fedora, Ubuntu oder Linux Mint die bessere Wahl. Dort gibt es auch mit Screenshots versehene, kuratierte Anwendungskataloge, in denen auch Anfänger stöbern können. (Da das alles kostenlos ist, passt der Begriff "App-Store" nicht wirklich.) Das ist bei CachyOS deutlich minimalistischer gehalten, und man muss schon ungefähr wissen, was für Anwendungen man installieren möchte.

Wer aber gewillt ist, sich tiefergehend mit Linux zu beschäftigen, den gelegentlichen Einsatz der Konsole nicht scheut und ein gewisses IT-Grundverständnis mitbringt, der bekommt im Gegenzug ein individuell anpassbares System mit herausragender Performance.

Und sollte CachyOS nur eine Modeerscheinung sein, die irgendwann eingestellt wird oder ich es wirklich mal kaputtkonfiguriert habe, weiß ich ja jetzt, dass ich jederzeit eine Neuinstallation oder sogar wieder einen Wechsel auf eine andere Distribution vornehmen kann, ohne meine bestehende Konfiguration zu verlieren.


Aus dem Maschinenraum

Ich habe hier noch ein wenig aufgeräumt, ein paar tote Links bereinigt und so weiter.

So habe ich zum Beispiel den alten Tag "artikel" entfernt, der noch an den Artikeln klebte. Weil das hier ja alles ohne Datenbank funktioniert und alle Artikeldaten in .md-Dateien enthalten sind, ging das mit einem Befehl:

find ./ -type f -exec sed -i 's/\[artikel\]/[]/g' {} +

Auf sowas stehe ich ja.

Außerdem habe ich die Erweiterung "Pure Comments" dazu überreden können, mir Benachrichtigungen per Mail zu schicken, wenn ein neuer Kommentar hinterlassen wurde.

Zu guter Letzt habe ich noch eine Analysesoftware installiert, "Ackee", die ist aber sehr datenschutzfreundlich und erlaubt in ihrer derzeitigen Konfiguration nicht einmal Rückschlüsse auf einzelne Besucher.


Doch alles neu

Beim Aufholen des RSS-Feeds von Markus bin ich irgendwann an dem Zeitpunkt im April angelangt, an dem wir überlegt hatten, welches wohl eine geeignete Alternative zu Wordpress sein könnte - um schließlich doch nicht die Plattform zu wechseln.

Völlig übersehen hatte ich dabei aber bei ihm die kurze Erwähnung von "Pure Blog", welches er aufgrund der Vielzahl seiner Posts jedoch nicht weiter verfolgt hatte. Für meine Blogfrequenz allerdings scheint diese Blog-Software durchaus geeignet zu sein, also habe ich mich heute (an meinem 2. Urlaubstag) mal drangesetzt und habe mir besagtes System eingerichtet.

Im Grunde hat es alles, was ich brauche:

  • Minimalistisches Backend ohne diesen ganzen aufgeblähten Wordpress-Schnickschnack
  • Importfunktion für Wordpress-Exports
  • Kommentarfunktion

Ok, eine Galerie bringt es nicht mit, aber da kann ich mir auch einfach mit einer ohnehin schon selbst gehosteten Galerie-Software behelfen.

Und siehe da, der ganze Bums ist an einem Vormittag eingerichtet und übertragen. Na gut, die wenigen Kommentare sind flöten gegangen, und ein paar Artikelbilder haben es auch nicht bis hierher geschafft, aber im Großen und Ganzen war das alles ein sehr geschmeidiger Übergang.

Mach's gut, Wordpress, hallo Pure Blog.


Verstehen bis zur Unhörbarkeit

Achtsamkeitsevangelisten werden jetzt vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber ich höre nebenher praktisch immer Musik, wenn ich mich nicht gerade akustisch auf etwas anderes konzentrieren muss. Das bedeutet, ich höre Musik sogar beim Lesen und während der Arbeit, aber nur unter einer Bedingung: Es dürfen keine deutschen Texte zu hören sein. Instrumentalmusik ist ohnehin kein Problem, aber sobald gesungen oder gebrüllt wird, sind deutsche Texte absolut tabu, weil ich dann nicht mehr anders kann, als meine Aufmerksamkeit dorthin zu lenken.

Ich mag Bands wie "FJØRT", "Deichkind", "Seeed" und sogar "Kanonenfieber", aber wenn ein Album von denen läuft, kann ich nebenbei maximal noch Autofahren oder Joggen, ansonsten kann ich da nicht nicht hinhören.

Eigentlich bin ich ganz froh, dass sich nicht ausgerechnet die deutsche Sprache im internationalen Musikgeschäft durchgesetzt hat, ich käme sonst zu nichts mehr.

Neulich habe ich mich mit meinen Bandkollegen nach der Probe über deutschsprachige Bands unterhalten, und da kamen unter anderem auch Gruppen wie "Böhse Onkelz" oder "Frei.Wild" zur Diskussion.

Nun will ich den alten Streit, ob das nun (immer noch) Rechtsrock ist oder nicht, nicht nochmal aufwärmen, dazu haben so ziemlich alle schon mal ihre Meinung geäußert. Aber wenn ich nur für mich sprechen soll, habe ich eine relativ klare Meinung zu beiden Bands: Das ist textlich einfach alles so stumpf mit ihren Durchhalteparolen, ihrer "Alle sind gegen uns, aber wir lassen uns nicht unterkriegen"-Attitüde und diesem permanenten Rumgemännere.

Und dann habe ich nochmal drüber nachgedacht und festgestellt: Das trifft vermutlich auch auf etliche Hardcore-Bands zu, die ich gerne höre, wie zum Beispiel "Terror", "Lionheart" oder ähnliche Bands.

Aber, und das ist der große Unterschied, zum einen sind letztgenannte Bands des Rechtsradikalismus eher unverdächtig und zweitens - was es für mich in diesem Fall überhaupt erträglich macht - verstehe ich nicht jede Textzeile auf Anhieb. Außerdem gibt es meines Wissens von beiden Bands keine Heckscheibenaufkleber.

Leider wird im Laufe der Jahre unweigerlich auch mein englisches Hörverständnis besser. Als ich kürzlich vor einer Comedyshow auf den Auftritt warten musste, lief im Hintergrund Wartemusik, im Wesentlichen aus dem Bereich 80er-Jahre-Pop. Unter anderem lief irgendwann von "T'Pau" der Hit "China in Your Hand" aus dem Jahre 1987, ein Stück, das ich bestimmt Jahrzehnte nicht gehört hatte.

Bei Veröffentlichung dieses Titels hatte ich gerade erst drei Jahre Englisch in der Schule, und so war ich in meinem jugendlichen Alter leicht irritiert, weil ich die Übersetzung von "China" als "Porzellan" noch nicht kannte. Ich kannte zwar auch den Begriff "Volksrepublik" nicht, war aber dennoch felsenfest davon überzeugt, dass der Text einfach nur Unsinn sein müsse, wie sollte jemand China in der Hand halten?

Wenn das mit dem Verstehen von Texten voranschreitet und ich dann irgendwann auch die peinlichen Texte diverser Hardcore-Bands gedanklich nicht mehr übersetzen muss, kann es also durchaus sein, dass ich mich von ganzen Genres abwenden muss. Nicht auszuschließen.

Aber bis dahin: Welcome To The West Coast, Return To Strength und Always The Hard Way! Diesdas. Wissenschon.


Alles nicht neu

Seit ein paar Tagen tausche ich mich mit Markus darüber aus, ob man angesichts immer wieder auftretender Sicherheitslücken nicht das eigene Blog von Wordpress auf eine andere Plattform umziehen sollte.

Irgendwie reizt es mich ja schon, mal was Neues auszuprobieren, andererseits möchte ich auch nicht auf gewohnte Funktionen verzichten müssen.

Was ein neues System können müsste, wäre:

  • Kommentare (oder zumindest irgendeine Reaktionsmöglichkeit)
  • Bildergalerien für meine Fotos
  • Übernahme meiner bisherigen Wordpress-Artikel

Aber vor allem müsste es ein System sein, das von vornherein Blog-Funktionen mitbringt. Ich möchte nicht erst ein Universal-CMS zu einem Blog komplett umbauen müssen.

Ein solches System, das alle Funktionen in sich vereint, habe ich noch nicht gefunden.

Markus scheint sich mittlerweile mit Grav angefreundet zu haben, verzichtet dafür aber wahrscheinlich auf Kommentare und Artikelübernahme.

Ich persönlich habe mir verschiedene Softwarelösungen angesehen, fand aber Kirby zu unkomfortabel, Bludit zu unflexibel, Ghost zu kommerziell und Serendipity zu unvollständig.

Und so bleibt hier wahrscheinlich doch erstmal eine ganze Weile alles so wie es ist.


Marzahn Mon Amour

Das Buch von Katja Oskamp hatte mir damals schon sehr gefallen, umso mehr freute ich mich, eine Umsetzung davon als Miniserie in der ARD-Mediathek zu entdecken.

Darin geht es um Kathie, eine Journalistin und - seit kurzem alleinerziehende - Mutter, die einen Job als Fußpflegerin annimmt. In der "Beauty Oase", die mitten im tristen Marzahn gelegen ist, widmet sie sich den Füßen ihrer Kundinnen und Kunden, welche allerdings nicht nur ihre Füße, sondern auch ihre alltäglichen Probleme in den Salon tragen.

Die Serie macht großen Spaß, ist warmherzig aber nicht übermäßig kitschig und lässt sich mit sechs Folgen zu je 25 Minuten schön an einem Wochenende weggucken.

Ja, es werden - nicht immer ansehnliche - Füße in Großaufnahme gezeigt, und am Anfang habe ich mich noch angewidert weggedreht. Aber genauso wie die Protagonistin gewöhnt man sich irgendwie daran.

Und vielleicht macht das ja auch einen Teil des Seherlebnisses aus. Auf jeden Fall sehr empfehlenswert.

Bildschirmfoto_20260708_193557 Trailer bei YouTube


Falsch, alles falsch

Weil ich ja etwas Gewicht abnehmen will, gehe ich zur Zeit zu Fuß zur Arbeit und zurück, das sind im Vergleich zum Radfahren etwa 200 zusätzliche Kalorien, außerdem habe ich so die Gelegenheit, in Ruhe Podcasts zu hören.

Aber darum geht's ja gar nicht. Es geht um eine grundsätzlich eher unscheinbare Frau, die ich hin und wieder morgens sehe, und die zumindest auf einem Teilstück den gleichen Arbeitsweg wie ich zu haben scheint. Sie absolviert diesen Weg allerdings auf einem Fahrrad, und damit beginnt das ganze Drama.

Denn dieses Fahrrad ist zu klein, zumindest ist der Sattel zu niedrig eingestellt. Diese Frau morgens angestrengt die Rampe zur Hochbrücke hochstrampeln zu sehen, verursacht bei mir fast körperliche Schmerzen. Ich würde sie am liebsten anhalten und an ihrem Rad direkt vor Ort die Sattelposition korrekt einstellen.

Apropos Rampe. Sie fährt prinzipiell immer die Rampe auf der Westseite hoch, anstatt zunächst unter der Brücke durchzufahren und die Ostrampe zu nehmen. Der Weg wäre vielleicht 100 Meter länger, dann aber wäre sie auf der richtigen Brückenseite und würde nicht jeden verdammten Morgen auf der falschen Radwegseite die Brücke überqueren.

Es ist nämlich so, dass auf der Brücke aufgrund 4 üppig angelegter Kfz-Spuren nur noch wenig Platz für Fußgänger und Radfahrer übrig ist, und so ist diese Frau potenziell eine Gefahr für mich, wenn ich manchmal kurz auf den Radweg treten muss, weil mir eine andere Fußgängerin oder ein Fußgänger entgegenkommt, was ich natürlich nur mache, wenn darauf nicht gerade ein Radfahrer unterwegs ist, was ich aber nur sehen kann, wenn sie auf der richtigen Seite fahren.

Um das Bild abzurunden, hat die Frau übrigens immer einen Fahrradhelm dabei, den sie allerdings stets nur hinten in ihrem Fahrradkorb mit sich führt. Wahrscheinlich setzt sie ihn nur auf, wenn sie mit einem Unfall rechnet.

Diese Radfahrerin könnte man direkt in einem Lehrvideo für Grundschüler zeigen, denen man hinterher die Frage stellt: "Beim Radfahren kann man viele Fehler machen, hast du alle entdeckt?"


Montag, 09. März 2026

Heute Morgen bin ich auf die Waage gestiegen, und - ich hatte es befürchtet - ich bin wieder ganz knapp an der 110-Kilo-Grenze. Da muss was passieren, nützt ja nichts. Ich habe mir daher wieder mal die MyFitnessPal-App installiert, mit der ich beim Kalorientracken immer ganz gut zurechtkam. Dort habe ich direkt meine Snacks eingegeben, die ich noch im Büro vorrätig habe, nachdem ich mir die kürzlich in der Mittagspause als Proviant gekauft hatte. Im Kühlschrank waren noch Pfefferbeißer (so kleine Mettwürste), und siehe da: Eine einzelne hat bereits 181 kCal. Die Haferkekse im Rollcontainer haben jeweils auch nochmal 63 kCal.

Ich habe mir also an manchem Nachmittag mal eben den Nährwert eines kompletten Frühstücks reingedreht. Kein Wunder, dass ich immer fetter geworden bin. Das muss ein Ende haben.

Nach meinem Lauf gestern habe ich immerhin keinen Muskelkater, und auch den Gelenken scheint es ganz gut zu gehen. Blöderweise ist jetzt erstmal ein Ende des Frühlingswetters angekündigt, und ausgerechnet abends soll es wieder regnen. Zur Not muss ich halt ins Fitnessstudio und da aufs Laufband oder so.


Hier im Wohnviertel ist jetzt anscheinend die große E-Auto-Ladesäulen-Mania ausgebrochen. Der Supermarkt direkt nebenan hat als erstes 2 x 150 kW-Säulen in Betrieb genommen, und dann hat der Penny-Markt ein paar Straßen weiter auch nochmal 2 x 300kw- und 2 x 150kW-Säulen aufbauen lassen. An der Straßenecke - bezeichnenderweise auf einem alten Tankstellengelände - hat sich nun auch noch eine örtliche Elektrofirma das Grundstück gesichert, will dort ihren Betrieb erweitern und zusätzlich zu einigen privaten auch nochmal ein bis zwei öffentliche Ladesäulen plazieren. Da weiß ich aber nicht, ob das auch Schnellladestationen sein werden.

Wir haben also nicht nur unsere eigene Wallbox, sondern allein im Umkreis von etwa 500 Metern jetzt schon mindestens 6 Schnellladesäulen herumstehen, die wir nutzen könnten, falls wir mal spontan weiter weg fahren müssen und vorher nicht geladen haben. Die nächste Tankstelle ist deutlich weiter weg. Es geht voran.