Verstehen bis zur Unhörbarkeit

Achtsamkeitsevangelisten werden jetzt vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber ich höre nebenher praktisch immer Musik, wenn ich mich nicht gerade akustisch auf etwas anderes konzentrieren muss. Das bedeutet, ich höre Musik sogar beim Lesen und während der Arbeit, aber nur unter einer Bedingung: Es dürfen keine deutschen Texte zu hören sein. Instrumentalmusik ist ohnehin kein Problem, aber sobald gesungen oder gebrüllt wird, sind deutsche Texte absolut tabu, weil ich dann nicht mehr anders kann, als meine Aufmerksamkeit dorthin zu lenken.

Ich mag Bands wie „FJØRT“, „Deichkind“, „Seeed“ und sogar „Kanonenfieber“, aber wenn ein Album von denen läuft, kann ich nebenbei maximal noch Autofahren oder Joggen, ansonsten kann ich da nicht nicht hinhören.

Eigentlich bin ich ganz froh, dass sich nicht ausgerechnet die deutsche Sprache im internationalen Musikgeschäft durchgesetzt hat, ich käme sonst zu nichts mehr.

Neulich habe ich mich mit meinen Bandkollegen nach der Probe über deutschsprachige Bands unterhalten, und da kamen unter anderem auch Gruppen wie „Böhse Onkelz“ oder „Frei.Wild“ zur Diskussion.

Nun will ich den alten Streit, ob das nun (immer noch) Rechtsrock ist oder nicht, nicht nochmal aufwärmen, dazu haben so ziemlich alle schon mal ihre Meinung geäußert. Aber wenn ich nur für mich sprechen soll, habe ich eine relativ klare Meinung zu beiden Bands: Das ist textlich einfach alles so stumpf mit ihren Durchhalteparolen, ihrer „Alle sind gegen uns, aber wir lassen uns nicht unterkriegen“-Attitüde und diesem permanenten Rumgemännere.

Und dann habe ich nochmal drüber nachgedacht und festgestellt: Das trifft vermutlich auch auf etliche Hardcore-Bands zu, die ich gerne höre, wie zum Beispiel „Terror“, „Lionheart“ oder ähnliche Bands.

Aber, und das ist der große Unterschied, zum einen sind letztgenannte Bands des Rechtsradikalismus eher unverdächtig und zweitens – was es für mich in diesem Fall überhaupt erträglich macht – verstehe ich nicht jede Textzeile auf Anhieb. Außerdem gibt es meines Wissens von beiden Bands keine Heckscheibenaufkleber.

Leider wird im Laufe der Jahre unweigerlich auch mein englisches Hörverständnis besser. Als ich kürzlich vor einer Comedyshow auf den Auftritt warten musste, lief im Hintergrund Wartemusik, im Wesentlichen aus dem Bereich 80er-Jahre-Pop. Unter anderem lief irgendwann von „T’Pau“ der Hit „China in Your Hand“ aus dem Jahre 1987, ein Stück, das ich bestimmt Jahrzehnte nicht gehört hatte.

Bei Veröffentlichung dieses Titels hatte ich gerade erst drei Jahre Englisch in der Schule, und so war ich in meinem jugendlichen Alter leicht irritiert, weil ich die Übersetzung von „China“ als „Porzellan“ noch nicht kannte. Ich kannte zwar auch den Begriff „Volksrepublik“ nicht, war aber dennoch felsenfest davon überzeugt, dass der Text einfach nur Unsinn sein müsse, wie sollte jemand China in der Hand halten?

Wenn das mit dem Verstehen von Texten voranschreitet und ich dann irgendwann auch die peinlichen Texte diverser Hardcore-Bands gedanklich nicht mehr übersetzen muss, kann es also durchaus sein, dass ich mich von ganzen Genres abwenden muss. Nicht auszuschließen.

Aber bis dahin: Welcome To The West Coast, Return To Strength und Always The Hard Way! Diesdas. Wissenschon.

Alles nicht neu

Seit ein paar Tagen tausche ich mich mit Markus darüber aus, ob man angesichts immer wieder auftretender Sicherheitslücken nicht das eigene Blog von WordPress auf eine andere Plattform umziehen sollte.

Irgendwie reizt es mich ja schon, mal was Neues auszuprobieren, andererseits möchte ich auch nicht auf gewohnte Funktionen verzichten müssen.

Was ein neues System können müsste, wäre:

  • Kommentare (oder zumindest irgendeine Reaktionsmöglichkeit)
  • Bildergalerien für meine Fotos
  • Übernahme meiner bisherigen WordPress-Artikel

Aber vor allem müsste es ein System sein, das von vornherein Blog-Funktionen mitbringt. Ich möchte nicht erst ein Universal-CMS zu einem Blog komplett umbauen müssen.

Ein solches System, das alle Funktionen in sich vereint, habe ich noch nicht gefunden.

Markus scheint sich mittlerweile mit Grav angefreundet zu haben, verzichtet dafür aber wahrscheinlich auf Kommentare und Artikelübernahme.

Ich persönlich habe mir verschiedene Softwarelösungen angesehen, fand aber Kirby zu unkomfortabel, Bludit zu unflexibel, Ghost zu kommerziell und Serendipity zu unvollständig.

Und so bleibt hier wahrscheinlich doch erstmal eine ganze Weile alles so wie es ist.

Marzahn Mon Amour

Das Buch von Katja Oskamp hatte mir damals schon sehr gefallen, umso mehr freute ich mich, eine Umsetzung davon als Miniserie in der ARD-Mediathek zu entdecken.

Darin geht es um Kathie, eine Journalistin und – seit kurzem alleinerziehende – Mutter, die einen Job als Fußpflegerin annimmt. In der „Beauty Oase“, die mitten im tristen Marzahn gelegen ist, widmet sie sich den Füßen ihrer Kundinnen und Kunden, welche allerdings nicht nur ihre Füße, sondern auch ihre alltäglichen Probleme in den Salon tragen.

Die Serie macht großen Spaß, ist warmherzig aber nicht übermäßig kitschig und lässt sich mit sechs Folgen zu je 25 Minuten schön an einem Wochenende weggucken.

Ja, es werden – nicht immer ansehnliche – Füße in Großaufnahme gezeigt, und am Anfang habe ich mich noch angewidert weggedreht. Aber genauso wie die Protagonistin gewöhnt man sich irgendwie daran.

Und vielleicht macht das ja auch einen Teil des Seherlebnisses aus. Auf jeden Fall sehr empfehlenswert.

Falsch, alles falsch

Weil ich ja etwas Gewicht abnehmen will, gehe ich zur Zeit zu Fuß zur Arbeit und zurück, das sind im Vergleich zum Radfahren etwa 200 zusätzliche Kalorien, außerdem habe ich so die Gelegenheit, in Ruhe Podcasts zu hören.

Aber darum geht’s ja gar nicht. Es geht um eine grundsätzlich eher unscheinbare Frau, die ich hin und wieder morgens sehe, und die zumindest auf einem Teilstück den gleichen Arbeitsweg wie ich zu haben scheint. Sie absolviert diesen Weg allerdings auf einem Fahrrad, und damit beginnt das ganze Drama.

Denn dieses Fahrrad ist zu klein, zumindest ist der Sattel zu niedrig eingestellt. Diese Frau morgens angestrengt die Rampe zur Hochbrücke hochstrampeln zu sehen, verursacht bei mir fast körperliche Schmerzen. Ich würde sie am liebsten anhalten und an ihrem Rad direkt vor Ort die Sattelposition korrekt einstellen.

Apropos Rampe. Sie fährt prinzipiell immer die Rampe auf der Westseite hoch, anstatt zunächst unter der Brücke durchzufahren und die Ostrampe zu nehmen. Der Weg wäre vielleicht 100 Meter länger, dann aber wäre sie auf der richtigen Brückenseite und würde nicht jeden verdammten Morgen auf der falschen Radwegseite die Brücke überqueren.

Es ist nämlich so, dass auf der Brücke aufgrund 4 üppig angelegter Kfz-Spuren nur noch wenig Platz für Fußgänger und Radfahrer übrig ist, und so ist diese Frau potenziell eine Gefahr für mich, wenn ich manchmal kurz auf den Radweg treten muss, weil mir eine andere Fußgängerin oder ein Fußgänger entgegenkommt, was ich natürlich nur mache, wenn darauf nicht gerade ein Radfahrer unterwegs ist, was ich aber nur sehen kann, wenn sie auf der richtigen Seite fahren.

Um das Bild abzurunden, hat die Frau übrigens immer einen Fahrradhelm dabei, den sie allerdings stets nur hinten in ihrem Fahrradkorb mit sich führt. Wahrscheinlich setzt sie ihn nur auf, wenn sie mit einem Unfall rechnet.

Diese Radfahrerin könnte man direkt in einem Lehrvideo für Grundschüler zeigen, denen man hinterher die Frage stellt: „Beim Radfahren kann man viele Fehler machen, hast du alle entdeckt?“

Montag, 09. März 2026

Heute Morgen bin ich auf die Waage gestiegen, und – ich hatte es befürchtet – ich bin wieder ganz knapp an der 110-Kilo-Grenze. Da muss was passieren, nützt ja nichts. Ich habe mir daher wieder mal die MyFitnessPal-App installiert, mit der ich beim Kalorientracken immer ganz gut zurechtkam. Dort habe ich direkt meine Snacks eingegeben, die ich noch im Büro vorrätig habe, nachdem ich mir die kürzlich in der Mittagspause als Proviant gekauft hatte. Im Kühlschrank waren noch Pfefferbeißer (so kleine Mettwürste), und siehe da: Eine einzelne hat bereits 181 kCal. Die Haferkekse im Rollcontainer haben jeweils auch nochmal 63 kCal.

Ich habe mir also an manchem Nachmittag mal eben den Nährwert eines kompletten Frühstücks reingedreht. Kein Wunder, dass ich immer fetter geworden bin. Das muss ein Ende haben.

Nach meinem Lauf gestern habe ich immerhin keinen Muskelkater, und auch den Gelenken scheint es ganz gut zu gehen. Blöderweise ist jetzt erstmal ein Ende des Frühlingswetters angekündigt, und ausgerechnet abends soll es wieder regnen. Zur Not muss ich halt ins Fitnessstudio und da aufs Laufband oder so.


Hier im Wohnviertel ist jetzt anscheinend die große E-Auto-Ladesäulen-Mania ausgebrochen. Der Supermarkt direkt nebenan hat als erstes 2 x 150 kW-Säulen in Betrieb genommen, und dann hat der Penny-Markt ein paar Straßen weiter auch nochmal 2 x 300kw- und 2 x 150kW-Säulen aufbauen lassen. An der Straßenecke – bezeichnenderweise auf einem alten Tankstellengelände – hat sich nun auch noch eine örtliche Elektrofirma das Grundstück gesichert, will dort ihren Betrieb erweitern und zusätzlich zu einigen privaten auch nochmal ein bis zwei öffentliche Ladesäulen plazieren. Da weiß ich aber nicht, ob das auch Schnellladestationen sein werden.

Wir haben also nicht nur unsere eigene Wallbox, sondern allein im Umkreis von etwa 500 Metern jetzt schon mindestens 6 Schnellladesäulen herumstehen, die wir nutzen könnten, falls wir mal spontan weiter weg fahren müssen und vorher nicht geladen haben. Die nächste Tankstelle ist deutlich weiter weg. Es geht voran.