Lars Reineke

Auto fahren in Frankreich

Im Frankreichurlaub sind wir relativ viel Auto gefahren, auf französischen Straßen insgesamt ca. 1500 Kilometer, leider mit einem Verbrenner. Wir haben im Rheinland unser E-Auto abgestellt, sind in den Peugeot 2008 meiner Schwiegermutter umgestiegen und mit diesem Wagen weitergefahren.

Das hätte ich eigentlich gerne vermieden und wäre lieber elektrisch unterwegs gewesen, aber letzten Endes sprachen doch zu viele Gründe für diese Lösung. Unser E-Auto hat nur eine Reichweite von knapp über 300 Kilometern, und da wir ja doch einige Städtetouren vorhatten, hätten wir sonst zu viel Zeit an der Ladesäule verloren. Hinzu kam, dass wir keinerlei Erfahrung mit dem Ladesystem in Frankreich hatten, und es hieß, dass das dort angeblich mit den unterschiedlichen Anbietern noch unübersichtlicher sei als hierzulande. Man bräuchte wohl mehr oder weniger für jede Ladesäule eine andere App, und das war uns dann doch zu heikel.

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Grundsätzlich kann man sagen, dass das Autofahren in Frankreich extrem entspannt verläuft. Auf der Autobahn gilt 130 km/h, bei Regen 110 km/h, und daran halten sich auch alle. Ich habe auf der ganzen Fahrt nicht einmal erlebt, dass jemand mit Lichthupe hinter uns gedrängelt hätte.

Was die Franzosen allerdings machen, was aber gar nicht als Drängelei missverstanden werden darf: Sie fahren auf der linken Spur mit eingeschaltetem linken Blinker. Das machen sie mit gebührendem Abstand und teilweise minutenlang. Damit zeigen sie allerdings nur an, dass sie mit dem Überholvorgang noch nicht fertig sind, und dass sie erstmal nicht vorhaben, wieder auf die Spur rechts daneben zu wechseln. Wenn man das erstmal weiß, gewöhnt man sich schnell daran.

Das funktioniert natürlich auch nur auf Autobahnen außerhalb Deutschlands, wo man nicht einen Nagel im Kopf hat und wie hier glaubt, dass es irgendwie okay wäre, mit seinem Audi oder BMW mit 200 km/h hinter einem gerade überholenden Kleinwagen mit 2 Meter Abstand, Blinker links und Lichthupe hinterherzufahren und somit dessen Fahrer und dessen Familie zu maßregeln, dass sie sich gefälligst auf eine der rechten Spuren zu verpissen haben. Ach, ich rege mich schon wieder auf, wollte ich ja gar nicht.

Auf den Autobahnen wird die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit regelmäßig mit stationären Radarmessgeräten kontrolliert, deren Einsatz aber immer mit großen Hinweisschildern angekündigt wird, auf denen ein auf der Seite liegendes WLAN-Symbol zu sehen ist.

Die Mautstraßen hatte ich bereits vorher schonmal erwähnt, und im Grunde genommen ist das ein absolut vernünftiges Konzept. Sollen diejenigen, die Autobahn fahren wollen, das Ganze auch mitfinanzieren. Das mit dem Ticket ziehen und später mit Girokarte zu bezahlen ist natürlich lästig, aber die einheimischen Vielfahrer können sich einen Transponder ans Gefährt basteln und fahren dann einfach so durch die Mautstellen durch. Geht alles, muss man nur wollen und nicht Mitglied einer durch und durch korrupten Partei sein, die der Autoindustrie in den Arsch kriecht.

Ebenfalls bemerkenswert: Auf den 1500 Kilometern Autobahn und Nationalstraßen sind wir nicht einer einzigen Baustelle begegnet, und trotzdem waren alle Straßen völlig in Schuss. Meiner kurzen Internetrecherche zufolge liegt das daran, dass die Franzosen lieber mal einen Streckenabschnitt für einen überschaubaren Zeitraum komplett sperren, anstatt ihn wochen- oder monatelang mit einer Spurreduzierung zu belegen. So bekommt man als Gelegenheitsfahrer wie wir gar keine Baustellen und dadurch verursachte Staus mit, was natürlich auch im Interesse der privaten Mautstreckenbetreiber liegt. In Deutschland gibt es Baustellen, die gefühlt existieren, seit ich Anfang der 90er-Jahre meinen Führerschein gemacht habe.

Staus gibt es in Frankreich allerdings zu Stoßzeiten auch, so wie gestern, als in NRW die Ferien begonnen haben und uns alle entgegenkamen. Da ballt es sich dann schon mal vor den Mautstationen, aber bei weitem nicht so extrem wie zum Beispiel in Deutschland zu Pfingsten auf der A7. Noch ein Tipp: Manche Autobahnraststätten sind für beide Fahrtrichtungen vorgesehen, es ist also möglich, dass es sich in solchen Situationen dann dort staut, obwohl man auf der eigenen Strecke bisher freie Fahrt hatte. Es kann daher gegebenenfalls hilfreich sein, darauf zu achten, ob sich vor der Raststätte eine Autobahnüberführung befindet, auf der sich der Verkehr Richtung Raststätte staut.

Ansonsten ähnelt das Autofahren in Frankreich ziemlich dem in Holland, nur mit weniger dedizierten Radwegen. Außerorts gilt 80-90, je nach Ausbau, innerorts in Städten 50 und in den meisten Dörfern 30 km/h. Kreuzungen sind größtenteils als Kreisverkehr organisiert, und wenn nicht, sind sie durch Aufpflasterungen und Berliner Kissen so verkehrsberuhigt, dass man da tunlichst in Schrittgeschwindigekeit drüber fährt.


Was sonst noch war

Französisches Radio

Egal, wann man welchen Sender einschaltet, es läuft gefühlt immer nur irgendeine Abwandlung ein und desselben Stücks. Es ist französischsprachiger, melancholischer Rap mit einem bestimmten, immer gleichen Versmaß und volle Möhre Autotune. Ich weiß, dass es sich dabei immer um ein anderes Stück handelt, aber es klingt alles sowas von gleich, dass wir jedes Mal laut lachen müssen, wenn wir das Autoradio anschalten. Manchmal wummert sowas auch von irgendeinem Nachbarn herüber, das ist dann etwas nervig, aber dagegen helfen meine ANC-Kopfhörer zuverlässig.

Lenovo Thinkpad T480s

Das Thinkpad ist - auch im Zusammenspiel mit CachyOS - das nahezu perfekte Reisenotebook. Nahezu, weil die eingebauten Lautsprecher keinerlei Bässe von sich geben und daher entsprechend krächzend sind. Aber ansonsten ist das Gerät eine einzige Freude. Alles reagiert sofort, es gibt so gut wie keine Wartezeiten, und das, obwohl der Rechner ca. 8 Jahre alt ist. Den eingebauten Akku hatte ich vor der Abreise gegen einen neuen getauscht, und der hält bei etwas reduzierter Bildschirmhelligkeit (die ich ohnehin bevorzuge) um die 9 Stunden und ist ruckzuck wieder aufgeladen, das Notebook wird nicht heiß und lüftet praktisch nie (außer, man ruft Facebook auf), und die Tastatur ist die beste, die ich bei einem Notebook je erlebt habe. Die Bildschirmgröße ist mit 14 Zoll genau richtig, und das Gerät lässt sich im Rucksack auch längere Zeit gut tragen. Ich bin mehr als zufrieden.

PureBlog

Ebenfalls sehr zufrieden bin ich mit meinem Wechsel von Wordpress zu PureBlog. Keine aufgeblähten Funktionen, keine Werbung für Premium-Versionen von irgendwelchen Plugins, einfach nur ein weißes Texteingabefeld, das auf Markdown wartet, und der PHP-Code der Software ist gut lesbar (und außerdem gut dokumentiert). Alle paar Tage kommt eine neue Version heraus, bei der genau beschrieben wird, welche Dateien sich jetzt ändern werden, und vorher wird automatisch noch ein Backup davon gemacht. Mittlerweile kenne ich auch die wichtigsten Tastenkombinationen, sodass mir das Bloggen immer leichter von der Hand geht und endlich wieder Spaß macht - noch dazu auf der hervorragenden Tastatur des Thinkpads.

Techniktagebuch

Trotz der schönen neuen Blogsoftwarewelt habe ich ein Erlebnis von der Anreise nicht in meinem Blog verarbeitet, sondern dem Techniktagebuch gespendet, der Gastbeitrag ist heute akzeptiert und veröffentlicht worden, was mich sehr freut:

Techniktagebuch - Meine Geräte sind europäischer als gedacht

Vinted

Vinted scheint in Frankreich ein derart großes Ding zu sein, dass die eigene Packstationen betreiben.

Vinted-Packstation

Rappel

Man kann an diesen Schildern als Deutscher kaum vorbeifahren, ohne einen Rappel zu kriegen. ("Wat, hier ist 30? Ich krieg 'nen Rappel!")

Zone-30-Rappel


Honfleur, Saint-Malo und Mont-Saint-Michel

Wir besuchen die kleine Hafenstadt Honfleur, die - weil der französische Nationalfeiertag zelebriert wird - hoffnungslos überlaufen ist. Noch dazu ist es dort nochmal fünf Grad heißer als bei uns, und ich bin mit langer Jeans und Hemd dummerweise viel zu warm angezogen. Das kleine Städtchen ist aber trotzdem sehenswert, vor allem der alte Hafen, und ich schwitze mich so durch den Tag.

Wir hatten am ersten Tag in Frankreich einen Camembert de Normandie gekauft, ohne zu wissen, worauf wir uns da einlassen. Schon nach wenigen Stunden stank er uns den Kühlschrank voll, sodass wir ihn zunächst in eine Plastiktüte einschlossen - ohne Erfolg. Er ist zwar durchaus essbar, aber nur, wenn man ihn nicht zeitgleich dabei riecht.

Also erteilen wir dem Käse Hausverbot, er muss ab sofort auf der Terrasse bleiben. Da darf er vor sich hinmüffeln, wie er möchte und wehrt dabei vielleicht sogar Einbrecher oder Mücken ab. Draußen ist er auch durchaus genießbar, woraufhin wir befinden, dass es sich hier um einen klassischen Outdoor-Käse handelt. Konnten wir ja nicht wissen.

Abends schauen wir im Campingplatz-Restaurant das Spiel Frankreich gegen Spanien, und das macht durchaus Spaß, mit lauter Franzosen, Belgiern, Niederländern und auch ein paar Briten ein Spiel zusammen zu sehen. Es geht zwar bekanntermaßen nicht so gut für Frankreich aus, aber die Menschen haben gute Laune und alle unterhalten sich in der jeweiligen Sprache des größten gemeinsamen Nenners miteinander. Ein Brite links neben uns spricht mit uns auf englisch und mit dem Franzosen auf der anderen Seite auf französisch, und irgendwie ist das doch alles ganz hoffnungsvoll, wenn man bedenkt, was hier vor etwas über 80 Jahren los war.

Für den nächsten Tag haben wir uns eine weitere Städtetour vorgenommen. Es geht direkt nach dem Frühstück nach Saint-Malo, was von unserer Unterkunft knapp 2 Stunden Autofahrt Richtung Westen bedeutet.

Ich möchte mir unbedingt die von Festungsmauern umgebenene Altstadt anschauen, die Schauplatz des oft von mir weiterempfohlenen und sehr gern gelesenen Romans Alles Licht, das wir nicht sehen von Anthony Doerr ist. Die gleichnamige Miniserie kann ich aufgrund des völlig übertriebenen Schauspiels von Lars Eidinger nicht uneingeschränkt empfehlen. Das Buch jedoch habe ich sehr geliebt, und ich schaue mir mit Freude die engen Gassen mit den hohen Gebäuden an. Wir gehen einmal "intra muros" durch die Innenstadt und dann auf der Festungsmauer im Halbkreis wieder zurück.

Danach geht es weiter nach Mont-Saint-Michel. Die Abtei wurde in mehreren Schichten, begonnen im 10. Jahrhundert, auf einem Berg vor der Küste errichtet, den man heutzutage mit Shuttlebussen erreicht. Bereits aus der Ferne bietet die Abtei auf dem Berg ein beeindruckendes Bild.

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In den Shuttlebussen fallen mir Hinweistafeln auf, die darauf aufmerksam machen, dass Frankreich Ziel terroristischer Aktivitäten war und ist, und man bitte besonders aufmerksam sein solle. Die drei Soldaten, die auf dem Platz vor dem Berg mit Maschinenpistolen patrouillieren, sehen sehr ernst und konzentriert aus. Vor dem Eintritt in die Abtei gibt es nochmal eine Sicherheitskontrolle, und natürlich schlägt der Metalldetektor an, als ich durchgehe. Ich zeige dem etwas älteren, aber ebenfalls ernsten Security-Mann den Inhalt meines Rucksacks, unter anderem mein Laptop und eine Powerbank. Er fragt "Knife?" und ich hole mein Victorinox Mini Champ aus der Hosentasche und frage, ob das ein Problem sei. Er winkt ab, und ich werfe das kleine Taschenmesser demonstrativ in die Tiefe meines Rucksacks. Theoretisch hätte ich noch lauter andere Waffen, unter anderem auch große Messer mit reinschmuggeln können, aber anscheinend wirke ich nach dem Aufstieg, durchgeschwitzt und außer Puste, wie ich bin, insgesamt nicht bedrohlich genug.

Funfact: Beim Aufstieg durch das Dorf kommt man an einem Laden vorbei, der nicht nur Jagdmesser, sondern auch Katanas verkauft, wie scharf die allerdings sind, entzieht sich meiner Kenntnis.

Nun für ungefährlich befunden, bezahlen wir unsere jeweils 16 Euro Eintritt (das Kind darf immerhin umsonst hinein) und schauen uns dieses Meisterwerk der Baukunst an. Von den Gebäuden wurden im Laufe der Jahrhunderte jeweils Teile weiterverwendet oder wieder eingerissen und übereinandergebaut, und so ergibt sich im Inneren der Abtei ein komplett abgefahrenes 3D-Labyrinth mit lauter Treppen, die völlig unvorhersehbar mal nach oben und mal wieder nach unten führen. Immer wieder eröffnen sich plötzlich riesige Säle am Ende verwinkelter Treppen, und man fragt sich, wie der ganze Bums überhaupt zusammenhält.

Mittlerweile schmerzen mir von der ganzen Schlenderei schon ganz ordentlich die Füße, aber es sind nochmal anderthalb Stunden, die wir mit dem Auto wieder zurück fahren müssen. Doch es war ein eindrucksvoller Tag, der sich gelohnt hat.


Saint-Aubin-sur-Mer

Weiter geht es nach Frankreich, genauer gesagt, nach Saint-Aubin-sur-Mer, das in der Normandie genau zwischen den Stränden Juno und Sword liegt. Auf dem Weg dorthin lernen wir die französischen Mautstrecken kennen und sind zunächst noch etwas unsicher, am dritten Ticketschalter allerdings kehrt Routine ein. Am komfortabelsten sind schließlich die "Flux libre"-Mautstrecken, die beim Durchqueren das Kennzeichen scannen und man dann 72 Stunden Zeit hat, auf einer auf Schildern ausgewiesenen Webseite den Mautbetrag zu entrichten.

Unser Campingplatz ist sehr luxuriös ausgetattet, mit Snackbar, Restaurant, einem kleinen Lädchen und einem Hallen- und Freibad zur freien Benutzung. Das WLAN ist etwas schwachbrüstig, aber zur Not kann ich mir mit meinem mobilen Smartphone-Hotspot gut behelfen. Es ist alles sehr familienfreundlich, überall fahren kleine Kinder auf kleinen Fahrrädern umher und alle paar Minuten schreit irgendwo ein Säugling seinen Unmut in die Welt, woran man sich einerseits gewöhnt, andererseits froh ist, aus dieser Phase des Elternseins raus zu sein.

Nicht nur auf dem Campingplatz sind die Franzosen sehr freundlich und zuvorkommend. Wir können kaum französisch, aber für den alltäglichen Einkauf und Restaurantbestellungen kommen wir mit "Bonjour / Bonsoir", "Je voudraix irgendwas sil vout plait", "Merci" und "Au revoir" bestens zurecht. Und weil die Leute spätestens an unserem fiesen Akzent sofort merken, dass wir nicht von hier sind, oder weil wir bei Rückfragen schulterzuckend doof gucken, geht es dann auch einfach oft auf Englisch weiter, was hierzulande entgegen aller Vorurteile jeder beherrscht.

Weil hier jede Straße, jedes Denkmal und jede Gedenktafel an die Landung der Alliierten in der Normandie erinnert, bemühen wir uns, die freundlichsten Deutschen zu sein, die diese Region seit 1945 gesehen hat. Einem Mann, der an der Kasse sein Smartphone vergessen hat, rufen wir "Pardon Monsieur" hinterher, und er bedankt sich freudestrahlend. Eine Frau auf einem Parkplatz fragt uns erst auf französich, dann auf englisch, ob wir vorhaben, loszufahren, weil sie und ihre Familie keine freie Parkbucht gefunden haben. Wir geleiten sie zu unserem Stellplatz, fahren los, und alle drei winken uns noch einmal zu und rufen "Merci", "Au revoir" und "Bonne journee!".

Den Geschichtsteil unserer Reise absolvieren wir gleich an einem der ersten Tage. Wir fahren zum Normandy American Cemetery and Memorial am Omaha Beach. Es sind nur sehr vereinzelt Deutsche dort, und beim Anblick der fast 10.000 Grabkreuze herrscht eine sehr andächtige Stimmung voller Demut.

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Wir besuchen das Overlord-Museum, das jedoch weniger Wert auf Informationsvermittlung legt, sondern eher versucht, "typische" Szenen mit den vorhandenen Exponaten darzustellen, was leider manchmal ungewollt kitschig und klischeehaft wirkt.

Wir fahren hinunter zum Omaha Beach, und weil ein äußerst heftiger Wind den Atlantik in mächtigen Wellen an den Strand wirft, bekommen wir zumindest einen kleinen Eindruck, was die alliierten Soldaten in den schaukelnden Landungsbooten ausgehalten haben müssen.

Beach

Einer der Bunker ist praktisch komplett erhalten und begehbar. Ich schaue von innen am ebenfalls erhaltenen Geschütz vorbei auf den Ärmelkanal und bekomme eine Vorstellung, mit welcher Angst wahrscheinlich auch die deutschen Soldaten die überwältigende Alliiertenflotte erwartet haben müssen.

Krieg ist scheiße.

Bunker


Brügge

Weil uns die Autofahrt zu lang ist, um sie in nur einer Etappe zu absolvieren, bauen wir in unsere Urlaubsanreise in die Normandie noch einen Schlenker ein und übernachten im belgischen Brügge.

Die Fahrt ist zunächst relativ ereignislos, kurz vor dem Erreichen von Brügge beginnen einige Belgier jedoch, völlig erratische Spurwechsel vorzunehmen, für die sie in Deutschland sofort verhaftet würden. Während wir relativ unbeirrt in der rechten Spur mit knapp 110 km/h dahinrollen, bietet sich vor uns ein Bild, als stünden die anderen Autofahrer alle unter Artilleriebeschuss. Zwei müssen sogar rechts auf den Standstreifen, weil es offenbar zwischen ihnen eine kurze Kollision gegeben hat. Nur zwei, möchte ich hinzufügen.

Während die Autofahrkünste eher zweifelhaft scheinen, kann man den Brüggern in Sachen Autoabstellen nichts vormachen. Die Tiefgarage ist genau so, wie man das macht, wenn man eine autofreie Innenstadt haben möchte. Auf jeder Ebene wird angezeigt, wo in welcher Richtung noch wie viele Stellplätze frei sind, auch die Anzahl der freien Elektroladesäulen wird angegeben. Jede Parkbucht hat eine rot / grüne Anzeige, ob sie gerade belegt ist, im Hintergrund läuft beruhigende Akustikgitarrenmusik, alles ist ausreichend hell erleuchtet, die Fußgängerwege sind genau abgetrennt und markiert, und der ganze Spaß kostet von 18:00 bis ca. 9:00 Uhr morgens gerade mal 8 Euro 60 Cent.

Die Innenstadt von Brügge ist wunderschön. Punkt.

Abends suchen wir dann noch eine Wenn-man-schonmal-da-ist-Gelegenheit, um das Fußball-WM-Spiel Belgien gegen Spanien rudelgucken zu können. Wir finden ein Restaurant, das einen Fernseher draußen aufgestellt hat, vor dem sich bereits einige Gäste plaziert haben. Wir setzen uns dazu und beobachten, wie es immer mehr Menschen in das Restaurant zieht, die das Spiel sehen möchten. Uns fällt plötzlich auf, dass wir in einer spanischen Tapas-Bar sitzen und überlegen, ob es wirklich eine gute Idee war, Belgien anzufeuern. Bei der nächsten Torchance sind die Verhältnisse jedoch schnell geklärt, das scheinen alles Fans der belgischen Mannschaft zu sein. Ob allerdings der eine oder andere Kellner den letztlichen Sieg der Spanier innerlich bejubelt, entgeht unserer Aufmerksamkeit. Und nur weil "Spanisches Restaurant" draufsteht, muss das ja nicht heißen, dass da auch Spanier arbeiten, mein Lieblingsitaliener wird ja auch von Portugiesen betrieben, also bitte.


Von Fedora zu CachyOS

Ich habe nicht nur meine Blogsoftware gewechselt. Bereits am vergangenen Freitag habe ich mein Desktop-Betriebssystem von Fedora Linux auf CachyOS migriert, einer auf Arch Linux basierenden Distribution.

Der Anlass

Auslöser war, dass ich mir vor ein paar Wochen ein gebrauchtes Lenovo Thinkpad T480s für wenig Geld zugelegt hatte. Das wollte ich in erster Linie fürs Schreiben (meint: Bloggen) benutzen, außerdem als universelles, privates Linux-Notebook für alles, was man so im Urlaub unterwegs macht, also mal was recherchieren, Videos gucken, Internetgedöns, sowas halt. Ich habe zwar eigentlich noch ein Acer Spin für solche Dinge, aber da gefällt mir die Haptik der Tastatur nicht, vielleicht verkaufe ich das bei Gelegenheit mal.

Wie auch immer, weil das T480s wirklich nur für Freizeitbeschäftigungen und Experimentiererei gedacht war, habe ich darauf CachyOS installiert. Von dieser Distribution hatte ich schon viel Gutes gehört und gesehen und war schon in der Vergangenheit immer wieder am Überlegen, damit vielleicht meinen Gaming Desktop zu betreiben, auf dem allerdings schon seit fast einem Jahr Fedora durchaus stabil läuft.

Der ständige Wechsel der Distribution, das sogenannte "Distro Hopping", ist ein wenig verpönt, und ich rate auch jedem, sich erstmal ein paar Monate Zeit zu nehmen, um das bestehende System kennenzulernen, bevor man wieder wechselt.

Warum also überhaupt zu CachyOS wechseln, wenn Fedora doch gut funktioniert? In erster Linie: Performance. Kernel und Pakete sind für Gaming und interaktive Anwendungen optimiert, die Distribution ist - weil auf Arch basierend - immer brandaktuell (was auch Nachteile mit sich bringen kann, aber dazu später) und ist momentan einfach der heiße Scheiß.

Ich freundete mich also auf dem Thinkpad T480s erstmal eine Weile mit CachyOS an, um zu schauen, ob ich mit dessen Besonderheiten zurechtkommen würde. Nach knapp zwei Wochen fiel dann der Entschluss: Mit CachyOS komme ich klar, also kommt es auch auf meinen Desktop.

Die Vorbereitung

Vor der Migration hatte ich mich immer etwas gescheut, weil ich in die Anpassung und Konfiguration von Fedora bereits einiges an Zeit investiert hatte, das wollte ich logischerweise nicht alles verlieren. Vernünftigerweise hatte ich aber bei der Ersteinrichtung mein /home-Verzeichnis schon auf ein eigenes Filesystem gelegt, das ich möglichst bei der Installation von CachyOS gar nicht anrühren würde.

Trotzdem legte ich nochmal ein zusätzliches Backup auf einer USB-Festplatte davon an, kopierte auch noch die Dateien aus /etc dorthin und schickte mir den Inhalt der /etc/fstab auf mein Laptop, um im Ernstfall noch an die Filesystemkonfiguration zu kommen.

Die Installation konnte beginnen.

Die Installation

Ich boote das Live-System vom USB-Stick und checke, ob die angeschlossene Hardware vollständig erkannt wird. Dass ich sie irgendwie zum Funktionieren bringen würde, ist mir aber ohnehin schon klar, schließlich lief sie ja bereits unter Fedora einwandfrei.

Jetzt kommt der (für mich) spannende Teil, nämlich die Festlegung, wie die internen SSDs partitioniert werden sollten. Letzten Endes ist es aber relativ eindeutig: System- und Boot-Partition neu machen, Home-Partition unangetastet lassen und wie vorher unter /home einbinden.

Weiter, weiter, fertigstellen, User anlegen, der genauso heißt, wie der bisherige. Das würde auch nochmal interessant werden: Wird CachyOS das bestehende Userverzeichnis dem neuen Benutzer korrekt zuordnen? Ach, was soll's, wird schon klappen, ansonsten lässt sich das ja mit einem chown schnell beheben. Daumen drücken, Reboot.

Das neu installierte System

Der Rechner fährt schonmal korrekt hoch, und ich kann mich einloggen. Mir entfährt ein lautes "HA!", als ich feststelle, dass sämtliche Einstellungen übernommen wurden.

Das Startmenü ist an derselben Stelle wie vorher, sogar die Scripte und von mir festgelegten Tastenkombinationen zum Lautstärkeeinstellen funktionieren noch. Alt-Enter, Terminal geht auf, Alt-Q, wieder zu. Alle persönlichen Einstellungen sind noch da. Geil.

Ich installiere nach und nach die wichtigsten Anwendungen, die ich so brauche, Browser, Mailprogramm, und so weiter.

Und tatsächlich, die Reaktionsgeschwindigkeit ist gegenüber der Fedora-Installation nochmal deutlich höher. Alles reagiert sofort auf Klicks und Tastendruck, das macht wirklich Spaß.

Jetzt der entscheidende Test: Läuft Gaming wirklich schneller unter CachyOS?

Ich installiere Steam und das letzte Spiel, das ich in den Fingern hatte: Ghost of Tsushima. Was mir sofort auffällt: Die Ladezeiten zwischen Spielmenü und dem eigentlichen Spiel sind kürzer. Und auch im Spiel selbst ist alles superflüssig, nichts ruckelt, trotz Settings auf Ultra. Die Spielstände sind ohnehin in der Cloud gespeichert, so dass ich an derselben Stelle wieder einsteigen kann, an der ich das Spiel unter Fedora beendet habe.

Ich bin mehr als zufrieden und widme mich den Dingen rund um das System, ich binde die Netzlaufwerke wieder ein, richte das Backup neu ein, räume alte Einträge aus dem Home-Verzeichnis auf. Schließlich will ich auf dem neuen System nicht den alten Ballast mitschleppen, der sich unweigerlich bei der Benutzung eines Rechners ansammelt.

Was CachyOS anders macht

CachyOS ist eine Rolling-Release-Distribution, das heißt, wenn es von irgendeinem Paket ein Update gibt, steht es auch innerhalb kurzer Zeit zur Verfügung. Bei Fedora gab es schonmal ein paar Tage, wo keine Updates vorlagen, bei CachyOS kann es durchaus sein, dass es neue Pakete mehrmals am Tag gibt.

Was bei Fedora allerdings hin und wieder nervte, war, dass nach Updates von Systempaketen jedes Mal ein Reboot vorgeschlagen wurde. Den konnte man zwar problemlos hinauszögern, aber trotzdem, eigentlich ist das nicht Linux-Style.

CachyOS geht da einen anderen, meines Erachtens besseren Weg: Es prüft, welche Dienste vom Update betroffen sind und schlägt nur den Neustart dieser Dienste vor. Gibt es zum Beispiel ein Update des Drucksystems, wird nur dieses neugestartet, und man kann einfach weiterarbeiten. Klar, ein neuer Kernel braucht dann auch mal einen kompletten Reboot, aber das kommt eben nicht täglich vor.

Nichts zu rebooten

Im Screenshot sieht man, dass kein Dienst gefunden wurde, der einen Neustart erfordert, also kann's direkt weitergehen.

Dinge können auch mal schiefgehen

In der Vorbereitung zu diesem Artikel nach ein paar Tagen wollte ich o.a. Screenshot machen, aber die Anwendung dafür startete einfach nicht. Ich gab den Befehl dafür in der Konsole ein, und mich empfing eine Fehlermeldung, die darauf hindeutete, dass zwei Bibliotheken nicht zum ausführbaren Programm passten. Hm.

Etwas Recherche später war der Fall klar. Die Anwendung "spectacle", zuständig für Screenshots, war gegen neuere Libraries kompiliert worden, die in der Paketverwaltung noch gar nicht verfügbar waren. Ich behalf mir mit einem Workaround, indem ich die bisherigen Bibliotheksdateien mit symbolischen Links als angebliche neue Version zur Verfügung stellte und gaukelte per ldconfig der Anwendung vor, dass sie die neue Version der Libraries jetzt benutzen könne. Sobald die neuen Libraries auch über den Paketmanager ausgeliefert werden, müsste ich das nur wieder rückgängig machen. Die Anwendung lief aber erstmal wieder.

Ich schaute dennoch mal im CachyOS-Forum nach, und siehe da, der Fehler war dort bereits bekannt, vor knapp zwei Stunden hatte jemand genau dieses Problem dort geschildert. Ich wollte schon meinen Workaround als Zwischenlösung posten, habe dann aber erstmal meine gewünschten Screenshots angelegt.

Kurze Zeit später ließ ich nochmal den Rechner nach neuen Updates schauen, und tatsächlich: "spectacle" war in einer neuen Version verfügbar, und die neuen Libraries dazu ebenfalls. Also schnell meinen Workaround rückgängig gemacht und Updates gezogen, alles wieder gut.

Und das ist schon bemerkenswert: Ich entdecke nahezu zeitgleich mit einem anderen CachyOS-User ein kleines Problem, der postet das im Forum, und wenige Stunden später ist es für alle gefixt.

Fazit

CachyOS läuft jetzt auf meinem Desktop seit einer Woche, und mir wurde nicht zuviel versprochen. Es ist problemlos zu installieren, es ist wirklich schnell, und die Bedienung macht einfach Spaß. Spiele laufen superflüssig, und die Community funktioniert, wenn es mal Probleme gibt.

Zugegeben, es ist vielleicht nichts für ein professionelles Arbeitsumfeld, wo man sich auch kurze Funktionsstörungen nicht unbedingt erlauben kann. Es ist wahrscheinlich auch nicht für absolute Linux-Einsteiger geeignet, die ratlos dastehen, falls mal Probleme auftauchen. Für diese Anwender*innen ist wahrscheinlich Fedora, Ubuntu oder Linux Mint die bessere Wahl. Dort gibt es auch mit Screenshots versehene, kuratierte Anwendungskataloge, in denen auch Anfänger stöbern können. (Da das alles kostenlos ist, passt der Begriff "App-Store" nicht wirklich.) Das ist bei CachyOS deutlich minimalistischer gehalten, und man muss schon ungefähr wissen, was für Anwendungen man installieren möchte.

Wer aber gewillt ist, sich tiefergehend mit Linux zu beschäftigen, den gelegentlichen Einsatz der Konsole nicht scheut und ein gewisses IT-Grundverständnis mitbringt, der bekommt im Gegenzug ein individuell anpassbares System mit herausragender Performance.

Und sollte CachyOS nur eine Modeerscheinung sein, die irgendwann eingestellt wird oder ich es wirklich mal kaputtkonfiguriert habe, weiß ich ja jetzt, dass ich jederzeit eine Neuinstallation oder sogar wieder einen Wechsel auf eine andere Distribution vornehmen kann, ohne meine bestehende Konfiguration zu verlieren.


Aus dem Maschinenraum

Ich habe hier noch ein wenig aufgeräumt, ein paar tote Links bereinigt und so weiter.

So habe ich zum Beispiel den alten Tag "artikel" entfernt, der noch an den Artikeln klebte. Weil das hier ja alles ohne Datenbank funktioniert und alle Artikeldaten in .md-Dateien enthalten sind, ging das mit einem Befehl:

find ./ -type f -exec sed -i 's/\[artikel\]/[]/g' {} +

Auf sowas stehe ich ja.

Außerdem habe ich die Erweiterung "Pure Comments" dazu überreden können, mir Benachrichtigungen per Mail zu schicken, wenn ein neuer Kommentar hinterlassen wurde.

Zu guter Letzt habe ich noch eine Analysesoftware installiert, "Ackee", die ist aber sehr datenschutzfreundlich und erlaubt in ihrer derzeitigen Konfiguration nicht einmal Rückschlüsse auf einzelne Besucher.


Doch alles neu

Beim Aufholen des RSS-Feeds von Markus bin ich irgendwann an dem Zeitpunkt im April angelangt, an dem wir überlegt hatten, welches wohl eine geeignete Alternative zu Wordpress sein könnte - um schließlich doch nicht die Plattform zu wechseln.

Völlig übersehen hatte ich dabei aber bei ihm die kurze Erwähnung von "Pure Blog", welches er aufgrund der Vielzahl seiner Posts jedoch nicht weiter verfolgt hatte. Für meine Blogfrequenz allerdings scheint diese Blog-Software durchaus geeignet zu sein, also habe ich mich heute (an meinem 2. Urlaubstag) mal drangesetzt und habe mir besagtes System eingerichtet.

Im Grunde hat es alles, was ich brauche:

  • Minimalistisches Backend ohne diesen ganzen aufgeblähten Wordpress-Schnickschnack
  • Importfunktion für Wordpress-Exports
  • Kommentarfunktion

Ok, eine Galerie bringt es nicht mit, aber da kann ich mir auch einfach mit einer ohnehin schon selbst gehosteten Galerie-Software behelfen.

Und siehe da, der ganze Bums ist an einem Vormittag eingerichtet und übertragen. Na gut, die wenigen Kommentare sind flöten gegangen, und ein paar Artikelbilder haben es auch nicht bis hierher geschafft, aber im Großen und Ganzen war das alles ein sehr geschmeidiger Übergang.

Mach's gut, Wordpress, hallo Pure Blog.


Verstehen bis zur Unhörbarkeit

Achtsamkeitsevangelisten werden jetzt vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber ich höre nebenher praktisch immer Musik, wenn ich mich nicht gerade akustisch auf etwas anderes konzentrieren muss. Das bedeutet, ich höre Musik sogar beim Lesen und während der Arbeit, aber nur unter einer Bedingung: Es dürfen keine deutschen Texte zu hören sein. Instrumentalmusik ist ohnehin kein Problem, aber sobald gesungen oder gebrüllt wird, sind deutsche Texte absolut tabu, weil ich dann nicht mehr anders kann, als meine Aufmerksamkeit dorthin zu lenken.

Ich mag Bands wie "FJØRT", "Deichkind", "Seeed" und sogar "Kanonenfieber", aber wenn ein Album von denen läuft, kann ich nebenbei maximal noch Autofahren oder Joggen, ansonsten kann ich da nicht nicht hinhören.

Eigentlich bin ich ganz froh, dass sich nicht ausgerechnet die deutsche Sprache im internationalen Musikgeschäft durchgesetzt hat, ich käme sonst zu nichts mehr.

Neulich habe ich mich mit meinen Bandkollegen nach der Probe über deutschsprachige Bands unterhalten, und da kamen unter anderem auch Gruppen wie "Böhse Onkelz" oder "Frei.Wild" zur Diskussion.

Nun will ich den alten Streit, ob das nun (immer noch) Rechtsrock ist oder nicht, nicht nochmal aufwärmen, dazu haben so ziemlich alle schon mal ihre Meinung geäußert. Aber wenn ich nur für mich sprechen soll, habe ich eine relativ klare Meinung zu beiden Bands: Das ist textlich einfach alles so stumpf mit ihren Durchhalteparolen, ihrer "Alle sind gegen uns, aber wir lassen uns nicht unterkriegen"-Attitüde und diesem permanenten Rumgemännere.

Und dann habe ich nochmal drüber nachgedacht und festgestellt: Das trifft vermutlich auch auf etliche Hardcore-Bands zu, die ich gerne höre, wie zum Beispiel "Terror", "Lionheart" oder ähnliche Bands.

Aber, und das ist der große Unterschied, zum einen sind letztgenannte Bands des Rechtsradikalismus eher unverdächtig und zweitens - was es für mich in diesem Fall überhaupt erträglich macht - verstehe ich nicht jede Textzeile auf Anhieb. Außerdem gibt es meines Wissens von beiden Bands keine Heckscheibenaufkleber.

Leider wird im Laufe der Jahre unweigerlich auch mein englisches Hörverständnis besser. Als ich kürzlich vor einer Comedyshow auf den Auftritt warten musste, lief im Hintergrund Wartemusik, im Wesentlichen aus dem Bereich 80er-Jahre-Pop. Unter anderem lief irgendwann von "T'Pau" der Hit "China in Your Hand" aus dem Jahre 1987, ein Stück, das ich bestimmt Jahrzehnte nicht gehört hatte.

Bei Veröffentlichung dieses Titels hatte ich gerade erst drei Jahre Englisch in der Schule, und so war ich in meinem jugendlichen Alter leicht irritiert, weil ich die Übersetzung von "China" als "Porzellan" noch nicht kannte. Ich kannte zwar auch den Begriff "Volksrepublik" nicht, war aber dennoch felsenfest davon überzeugt, dass der Text einfach nur Unsinn sein müsse, wie sollte jemand China in der Hand halten?

Wenn das mit dem Verstehen von Texten voranschreitet und ich dann irgendwann auch die peinlichen Texte diverser Hardcore-Bands gedanklich nicht mehr übersetzen muss, kann es also durchaus sein, dass ich mich von ganzen Genres abwenden muss. Nicht auszuschließen.

Aber bis dahin: Welcome To The West Coast, Return To Strength und Always The Hard Way! Diesdas. Wissenschon.


Alles nicht neu

Seit ein paar Tagen tausche ich mich mit Markus darüber aus, ob man angesichts immer wieder auftretender Sicherheitslücken nicht das eigene Blog von Wordpress auf eine andere Plattform umziehen sollte.

Irgendwie reizt es mich ja schon, mal was Neues auszuprobieren, andererseits möchte ich auch nicht auf gewohnte Funktionen verzichten müssen.

Was ein neues System können müsste, wäre:

  • Kommentare (oder zumindest irgendeine Reaktionsmöglichkeit)
  • Bildergalerien für meine Fotos
  • Übernahme meiner bisherigen Wordpress-Artikel

Aber vor allem müsste es ein System sein, das von vornherein Blog-Funktionen mitbringt. Ich möchte nicht erst ein Universal-CMS zu einem Blog komplett umbauen müssen.

Ein solches System, das alle Funktionen in sich vereint, habe ich noch nicht gefunden.

Markus scheint sich mittlerweile mit Grav angefreundet zu haben, verzichtet dafür aber wahrscheinlich auf Kommentare und Artikelübernahme.

Ich persönlich habe mir verschiedene Softwarelösungen angesehen, fand aber Kirby zu unkomfortabel, Bludit zu unflexibel, Ghost zu kommerziell und Serendipity zu unvollständig.

Und so bleibt hier wahrscheinlich doch erstmal eine ganze Weile alles so wie es ist.