29. Juli 2020 – abends: Vegetarisches Fastfood

Hier im eher ländlichen Raum als Vegetarier irgendwo essen zu gehen, finde ich immer noch schwierig, gerade weil ich reine Gemüsegerichte nicht besonders mag.

Da gibt’s dann im Restaurant zehn Schnitzelvariationen und als vegetarisches Gericht irgendeine Pfanne mit gebratenem Gemüse. Beim Imbiss gibt es acht verschiedene Döner-Gerichte und ohne Fleisch maximal eine Falafel-Rolle. Die finde ich sogar ganz lecker, aber doch nicht als einzige Alternative.

Ich will beim auswärts Essen ja gar nicht diesen ganzen Ottolenghi-Firlefanz, ich will manchmal einfach nur das, was ich früher auch gegessen habe, nur halt ohne Fleisch. Mache ich zu Hause ja auch.

Was ich nicht verstehe: Es gibt doch mittlerweile etliche Ersatzprodukte, die das Original-Fleischgericht täuschend echt imitieren, und die immer mehr Leute kaufen, wieso bieten die Restaurants und Imbisse sowas nicht an?

Wieso gibt es dort keine Lasagne oder Spaghetti Bolognese mit Sojahack statt mit Rindfleisch? Wieso keine vegetarischen Nuggets? Wieso keine Dönertasche mit Soja-Schnetzeln?

Ich würde das kaufen, gerade zum Beispiel in der Mittagspause beim Imbiss, wo ich nicht irgendein kulinarisches Menü möchte, sondern einfach nur satt werden will. Vegetarisches Fastfood halt.


Creezy hat sowas von Recht

(via Buddenbohm)


 

28. Juli 2020 – nachmittags

Bei der neuen Kaffeemaschine (ok, eigentlich ist es ein Vollautomat) habe ich eine sehr praktische Funktion entdeckt. Wenn während des Brühvorgangs nicht mehr genug Wasser vorhanden ist, macht die Maschine eine Pause und wartet, bis man nachgetankt hat. Dann brüht sie den Kaffee zu Ende, ohne nochmal neu Bohnen zu mahlen.

Alle anderen, die ich bisher erlebt habe, brachen dann den Vorgang einfach ab, so dass man den bis dahin eingefüllten Kaffee wegkippen musste, und Bohnen und Wasser dafür verschwendet waren. Was relativ häufig passierte, da man ja vorher nicht jedesmal den Wasserstand prüft.


Ich habe mich beim Basketballverein abgemeldet. Ich war als Kind schon mal Vereinsspieler, aber das ist über 30 Jahre her.

Angemeldet hatte ich mich wieder vor 2 Jahren, nachdem ich ein paar Punktspiele als Zuschauer gesehen hatte und selbst Lust bekam, mal wieder ein wenig zu spielen. Es gibt da eine Jedermanngruppe, die einfach nur montagabends Basketball spielt, ohne Ligabetrieb oder so. Das waren sehr nette Leute, und ich bin da eine Zeit lang gerne hingegangen.

Es gab auch keinerlei Verpflichtungen, regelmäßig teilzunehmen, was ich ganz angenehm fand, aber leider stellten sich bei mir irgendwann verschiedene Verletzungen ein. Das ergibt sich einfach immer mal aus dem Spiel heraus, man greift zum Ball, kommt zu spät, und schon ist der Daumen überdehnt (wie bei mir). Oder man ist doch nicht komplett aufgewärmt, macht einen Ausfallschritt rückwärts, es zieht in der Wade, und man hat einen Muselfaserriss (hatte ich). Oder man springt hoch zum Ball, jemand anderes auch, und man überdehnt sich den Ellbogen (so wie ich).

Fazit: Ich bin dafür wahrscheinlich einfach zu langsam und nicht athletisch genug. Muss man dann einfach so anerkennen. Ausdauersport (Laufen, Radfahren) ist ganz klar eher was für mich. Also habe ich mich abgemeldet.


Ich hatte heute den ganzen Morgen einen Ohrwurm von einem Lied, das ich geträumt hatte. Im Traum war ich von der Bühne aus zu sehen, wie ich im Zuschauerraum mittanzte (naja, ich und tanzen…), die Kamera zog auf, dann war das gesamte Publikum zu sehen. Die Band war eine, deren Namen ich nicht kannte, aber später sollte noch Knorkator auftreten. Ich hatte ein Hemd an, das ich vor etwa 20 Jahren mal besessen habe, die Frisur war aber die aktuelle.

Jetzt weiß ich also nicht mal, ob es das Stück überhaupt gibt. Zum Glück ist der Ohrwurm erstmal weg, was andererseits den Nachteil hat, dass ich ihn auch niemandem vorsingen oder -pfeifen könnte, der das Stück erkennen könnte. Außerdem ist es eine Ska-Nummer, was es nicht einfacher macht, denn ich hasse Ska.

23. Juli 2020 – morgens: Lächeln und winken

In meinem Büro sitze ich mit dem Rücken zum Fenster. Das zeigt nach Ost-Nordost, was den Vorteil hat, dass da ab ca. 8:30 Uhr keine Sonne mehr direkt hineinscheint.

Bis dahin tut sie’s aber, zumindest im Sommer. Ich kann Außenjalousien herunterlassen, aber die sind ca. 3 cm zu schmal, so dass zwischen 7:30 Uhr und 8:00 Uhr ein sehr heller, etwa 5 cm breiter, vertikaler Lichtstreifen von links nach rechts über meinen Monitor wandert und ich darunter nichts, aber auch gar nichts erkennen kann.

Wenn ich meinen linken Arm hebe, kann ich mit dessen Schatten diesen Streifen ziemlich genau abdecken, dann sehe ich wieder was.

Das führt manchmal dazu, dass ich während dieser halben Stunde mit erhobenem linken Arm im Büro sitze.

Da um diese Zeit aber ohnehin einige Kollegen zu Arbeit kommen und an meiner Tür vorbeigehen, brauche ich jeweils nur noch “Moin” zu sagen, und habe somit meine morgendliche Grüßpflicht sogar übererfüllt, denn Winken ist auf der Arbeit meist nur zum Feierabend hin üblich.

22. Juli 2020 – mittags

Gestern endlich mal wieder Rennrad gefahren. Ich bin zwar nicht gerade in Bestform, aber immerhin passe ich noch in die Fahrradklamotten hinein.

Das Schöne ist: Sobald ich auf dem Rennrad sitze, vergesse ich alles, was mich bis dahin belastet hat. Ich fahre häufig dieselbe Strecke und schalte beim Fahren komplett ab. Dazu brauche ich keine Musik oder sonst irgendwelche Ablenkung, ich muss nur aus dem Wohnviertel raus sein, und ich bin in meiner eigenen Welt.

Gestern überholte ich erst eine junge Frau auf einem Mountainbike, kurz danach merkte ich, dass mir jemand folgt. Ich dachte, schon, sie hätte wieder aufgeschlossen, aber es war ein anderer Rennradfahrer, der die ganze Zeit hinter mir blieb. Daraus entwickelte sich dann ein kleines Rennen, ich versuchte, vorne zu bleiben, dann mussten wir aber eine Hauptstraße überqueren, und er überholte mich in dem kleinen Dorf, durch das wir fuhren.

Danach kommt dann eine ehemalige Landstraße, die mittlerweile für den Kfz-Verkehr gesperrt ist. Das Teilstück nutze ich gerne, um maximale Geschwindigkeit zu fahren, weil man auf Asphalt fahren kann und viel Platz zu allen Seiten hat, so dass auch entgegenkommende Radfahrer kein Problem sind.

Ich merkte, dass er nicht sehr viel schneller als ich war, also fuhr ich wieder an ihn heran, was aufgrund des Gegenwinds nicht ganz einfach war. Am darauffolgenden Kreisel war ich dann wieder direkt hinter ihm. Dann ging’s noch kurz über eine Brücke, danach blieb er aber irgendwann rechts stehen, so dass ich an ihm vorbeifuhr.

Wie lange ich hätte mithalten können, kann ich nicht sagen, ist auch nicht wichtig. Ich nutze solche Gelegenheiten nur als Anreiz, um mal ein paar Minuten mit mehr Anstrengung als normal zu fahren, damit sich daraus auch irgendein Trainingseffekt ergibt.

Das Radrennen, bei dem ich zweimal mitgemacht hatte, fiel bereits letztes Jahr aus, dieses Jahr natürlich erst recht, so dass ich auch diesen Sommer kein Ziel habe, auf das ich hin trainieren könnte. Schlecht wäre das nicht, ich habe wieder etwas zugenommen, da täte mir regelmäßiges Training ganz gut.

Naja, wird schon. Zur Not muss ich halt doch wieder ein paar Wochen auf meine Kalorienzufuhr achten.

21. Juli 2020 – abends: Kater weg

Gestern Abend ist der Kater wieder mal nicht zurückgekommen. Sowas macht mich jedes Mal fertig. Im Moment ist er ohnehin total misstrauisch, weil er die neue Katze noch nicht so richtig leiden kann, und wenn er von draußen kommt, sondiert er meist erstmal die Lage. Wenn ihm das dann zuviel Fremdkatze ist oder wir Besuch haben, dreht er manchmal wieder um.

Gestern war es wieder soweit, und je später das dann ist, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass er noch rechtzeitig nach Hause kommt. Irgendwann will man ja auch mal schlafen gehen.

Um 23.00 Uhr, nachdem wir schon die Nachbarschaft mit Pfeifen und Rufen genervt hatten, haben wir erstmal aufgegeben. So kalt war’s ja auch nicht, und irgendwo verkriecht er sich dann wahrscheinlich. Trotzdem ist immer meine Befürchtung, er könne irgendwo in einen Keller gelaufen und versehentlich eingesperrt worden sein.

Nachts um 2:45 Uhr wurde ich wach. Ich weiß nicht, ob ich irgendwas unbewusst durchs offene Schlafzimmerfenster gehört hatte, jedenfalls ging ich erstmal aufs Klo und dachte mir: “Naja, guckste halt nochmal, vielleicht steht er ja vor der Tür.”

Ich ging also nachschauen, und tatsächlich, da stand er und mauzte. Ich machte ihm auf, und er lief sofort hinein. Und wieder mal fiel mir ein ganzer Steinbruch vom Herzen.

Ich ließ ihn erstmal was fressen und legte mich wieder hin.

Kurze Zeit später schlich er ins Schlafzimmer, sprang aufs Bett, wo er meist am Fußende schläft, drehte sich zwei, drei Mal und legte sich dann direkt mit seinem ganzen Gewicht auf meine Füße, was er sonst eigentlich nie macht.

Irgendwie schien er die Nähe nach dem Schreck gebraucht zu haben. Ich aber auch.