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29. Mai 2020 – morgens

Ich habe mir nach zwei Monaten ein Buch aus der Stadtbücherei, die seit Ausbruch der Pandemie geschlossen war, vorgemerkt. Wieder ein Stückchen Normalität.


Wenn man am Anfang der Zeile drei Minuszeichen hintereinander tippt und Enter drückt, wird eine horizontale Linie eingefügt. Dasjapraktisch.


Dieses Intervallfasten klappt bei mir nicht. Ich esse um 18:30 Uhr und denke dann um 20:30 Uhr: “Verdammt, ich habe aber noch Hunger!”

Mit normalem Kalorien-Tracking könnte ich dann zumindest noch eine Scheibe Toast oder eine andere Kleinigkeit essen, ohne dass ich irgendwelche Regeln breche. Mit Intervallfasten geht nur gar nichts essen (und unzufrieden sein) oder doch was essen und dann erst wieder um 11:30 Uhr was essen dürfen.

Allein dieses “Was essen dürfen” ist doch schon der sichere Weg in die Essstörung.

Nee, dann nehme ich doch lieber wieder den Ingenieursansatz: Wer abnehmen will, muss weniger essen als er verbraucht. Also Tracking. Geht halt nicht anders.

28. Mai 2020 – mittags: Arzt

Wegen meiner Rippenschmerzen war ich dann doch mal beim Arzt.

Ich werde in einem runden Zwischenwartebereich platziert, drei Stühle, alle jeweils anderthalb Meter entfernt. Ich natürlich mit Maske.

Kurze Zeit später setzt sich ein Typ hin, der aussieht wie der Häuptling aus “Einer flog über das Kuckucksnest”. Ohne Maske. Ich atme flacher.

Er: “Müssen sich keine Gedanken machen, weil ich nicht so’n Teil trage. Ich bin gegen sowas unempfindlich.”

Ich: “o_O”

Er: “Ja, bei mir setzt sich kein Bazillus fest.”

Ich: “Ist ja auch ein Virus.”

Er: “Ja, nee, ich habe was anderes. 40 Jahre Asbest eingeatmet. Selbst wenn, da ist nicht mehr viel, wo der sich festsetzen würde. Also, wenn sich da doch mal ein Tröpfchen löst, das ist wie Regenwasser.” Sagt er und hustet sich in die Faust.

Ich atme gar nicht mehr.

Kurze Zeit später werde ich zum Glück aufgerufen.

Das waren die längsten zwei Minuten meines Lebens, und ich glaube, ich habe beim Versuch, mich so weit weg wie möglich von dem Mann zu lehnen, ein paar Risse in der Rigipswand hinter mir hinterlassen.

Die Rippenschmerzen sind übrigens eine harmlose Geschichte. Rippe blockiert, Nerv gereizt, Muskel verhärtet, Intercostalneuralgie, you name it. Ibuprofen.

Gut zu wissen, aber wenn’s nach mir ginge, hätte ich die Begegnung mit dem Häuptling lieber vermieden.

27. Mai 2020 – nachmittags

Alle sind etwas aufgeregt, weil uns eine zweite Katze vermittelt wurde, die wir heute kennenlernen werden. (Ich muss leise tippen, der Kater sitzt neben mir auf meinem seinem Lieblingssessel und weiß noch nichts davon.)

Sie ist erst ein paar Wochen alt und zieht wahrscheinlich irgendwann im Sommer zu uns – wenn sie denn zu uns passt. Und zum Kater natürlich, aber der ist weiblichen Katzen gegenüber eigentlich eher teilnahmslos.

Aber wir sind sehr zuversichtlich.

Ach, nee doch nicht

Ich weiß, es war ein ziemliches Hin und Her, und es ist mir auch etwas peinlich.

Ich wollte mal was ausprobieren, und ich werde einfach nicht glücklich damit. Also stampfe ich das Blog “Ach, naja” wieder ein. Unter anderem auch deswegen, weil ich gesehen habe, dass es bereits andere gab, die unter diesem Titel bereits gebloggt und getwittert haben. Und das geht ja nun gar nicht.

Folgendes ist passiert:

  1. Ich wollte wieder bloggen, aber unbeschwert, also habe ich mir ein neues, anonymes Blog mit Bludit eingerichtet.
  2. Anonym fand ich blöd, also habe ich ein Pseudonym gewählt.
  3. Ich habe das Blog von Bludit nach WordPress migriert.
  4. Ich habe mir etwas erklären lassen und habe das Pseudonym aufgegeben.
  5. Ich habe die Punkte 1-4 komplett rückgängig gemacht und die Inhalte hierher kopiert.

Für alle, die das alles hier nicht mitbekommen haben: Nicht so wichtig.

Hier geht’s wieder ganz normal weiter. Nur vielleicht mit banaleren Themen, nicht mehr mit politischer Agenda oder sonstwas. Einfach bloggen, so wie früher.

Wer die Beiträge des anderen Blogs nachlesen will: Die habe ich übernommen, sie stehen in der Kategorie Ach, naja.

 

26. Mai 2020 – mittags

Entsetzlich geschlafen. Um 3 Uhr irgendwas aufgewacht, hin- und hergewälzt und sämtliche Probleme dieser Welt mehrfach durchdacht, bis der Wecker leuchtete.


Irgendwie habe ich es geschafft, nach ohnehin schon verdrehter Nacht in der Videokonferenz so schief zu sitzen, dass jetzt bei jeder kleinsten Bewegung der linke Rippenbogen höllisch schmerzt. Das tut wirklich ekelhaft weh.