Lars Reineke

Katzenschnupfen

Der Kater hockte irgendwann unterm Dach und dämmerte vor sich hin. Kein gutes Zeichen, also sind wir nach einem anderen Pflichttermin doch noch zum Tierarzt mit ihm gefahren: 41° Fieber. Das ist auch für Katzen ganz schön hoch.

Vom Tierarzt hat er verschiedene Spritzen (Antibiotikum, Antiphlogistikum, Antipyretikum) bekommen, und am nächsten Tag war er wieder einigermaßen fit, fing dann aber an zu niesen.

Der Katze (w) wiederum war das relativ egal, hatte aber plötzlich nach ein paar Tagen eine Bindehautentzündung. Während der Kater nun vor sich hinnieste (noss? nas?), bekam die Katze Augentropfen verschrieben.

Katzen lieben Augentropfen. Nicht.

Die fing dann beim Verabreichen der Tropfen und dem damit verbundenen Festhalten unter einer Wolldecke heftig das Sabbern und Niesen an, so dass wir mit ihr auch nochmal beim Tierarzt waren.

Die bekam dort ebenfalls verschiedene Spritzen, allerdings nur zwei, Fieber hatte sie zwar, aber nicht besonders hoch.

Zum Glück sind beide gegen Katzenschnupfen geimpft, und zum Glück haben wir für beide eine Krankenversicherung abgeschlossen.

Mittlerweile geht es beiden wieder ganz gut, vielleicht sogar besser als mir.

Wie ich schon sagte, Katzen lieben Augentropfen.

5. Oktober 2021 – mittags

Ich habe gestern einen offensichtlichen SPAM-Anruf weggedrückt – die angezeigte Rufnummer kam aus London.

Aber jetzt bin ich unsicher:

Was, wenn das Boris Johnson war, der mir ein Jahresgehalt anbieten wollte, damit ich mit meinem 7,5t-Führerschein für einen Monat Benzin durch UK kutschiere?

Also, nur für den Fall: Boris, melde Dich nochmal, die Kommentare sind offen.

5. Oktober 2021 – morgens

Ich deaktiviere (zumindest für eine Weile) meinen Facebook-Account. Mal gucken, ob ich ihn irgendwann vermisse.

Blöderweise hängt da auch meine Facebook-Seite für den ehrenamtlichen Fahrradbeauftragen dran, die muss ich dann zugleich deaktivieren. Aber ist dann halt so.

Ich wollte das schon länger mal machen, aber jetzt scheint es mir eine gute Gelegenheit zu sein.

20. September 2021 – nachmittags

Wie’s aussieht, wird das hier so eine Art Winterreifen-Blog, mit einer saisonalen Nutzung von Oktober bis Ostern.

Es liegt einfach am Wetter. Wenn abends noch die Sonne scheint, gehe ich lieber noch eine Runde um den Block oder fahre ein paar Kilometer auf dem Rad, als mich vor den Rechner zu setzen – da sitze ich ja den ganzen Tag schon.

Und wenn es abends kühler wird, nutze ich die Zeit lieber, um in meinem jeweiligen Buch weiterzulesen.


Zuletzt gelesen habe ich übrigens:

“Libellen im Kopf” von Gavin Extence – Ein Buch über eine manisch-depressive Protagonistin. Sehr lesenswert.

“Corruption” von Don Winslow – Spannend, aber im Vergleich zu seiner “Kartell”-Reihe eher seicht.

“Die Asche meiner Mutter” von Frank McCourt – Bedrückend und trotzdem mit viel Humor geschrieben. Und natürlich von Harry Rowohlt großartig übersetzt (soweit ich das beurteilen kann).

“Komplett Gänsehaut” von Sophie Passmann – Ein Rant, der sich über zu viele Seiten erstreckt – obwohl das Buch sehr dünn ist. Eigentlich kennt man sie ja eher in lustig, das hier war’s gar nicht. Wahrscheinlich bin ich zu alt, um dafür als Zielgruppe in Frage zu kommen.

“Ich bekenne” von Rob Halford – Sehr selbstironisches und trotzdem aufrüttelndes Buch (zumindest in der ersten Hälfte), in dem Halford beschreibt, wie es ist, als homosexueller Mann in einer Gesellschaft zu leben, die davon unter keinen Umständen erfahren darf. Gut, dass sich langsam einiges zum Besseren wendet.

“Risiko” von Gerd Gigerenzer – Teilweise etwas redundant, er wiederholt die wesentlichen Erkenntnisse des Buches ein paar Mal zu oft. Kann man aber gut lesen.

“Die wandernde Erde” von Liu Cixin – Der Mann hat ein unglaubliches Vorstellungsvermögen. Es macht Spaß, wie er auch die skurrilsten Annahmen zu Ende denkt.

“Die Erfindung des Countdowns” von Daniel Mellem – Für einen Roman zu trocken, für ein Sachbuch zu seicht.


Jetzt lese ich gerade “Der Wüstenplanet” von Frank Herbert, nachdem ich am Mittwoch im Kino war und die Neuverfilmung von “Dune” gesehen habe. Wie Markus schon schrieb: Eines der spektakulärsten Kinoerlebnisse, das ich seit langer Zeit hatte.

Ich kam aus dem Kino und habe mir direkt die sechsteilige Romanreihe bestellt. Den ersten Teil hatte ich vor langer Zeit gelesen, da war ich aber anscheinend noch zu jung und habe viele Dinge nicht ausreichend durchdrungen.

Morgen gehe ich nochmal ins Kino, um mir den Film ein zweites Mal anzusehen. Das habe ich noch nie gemacht. Aber so gut ist der.

28. April 2021 – abends

Ich klopfe, wie derzeit jeden zweiten Morgen, um kurz vor zehn an der Tür der Tochter, um das Frühstück anzukündigen.

Nach dem Frühstück möchte sie baden. In der Wanne. “Baden?” frage ich. “Und was ist mit Hausaufgaben?”

“Die hatte ich gestern schon fertig.”

Na, gut, meinetwegen, dann soll sie halt baden. Wenn ich den ganzen Tag keinerlei Verpflichtungen hätte, würde ich vielleicht auch nach dem Frühstück baden, warum nicht.

“Soll ich dir dann Wasser einlassen?”

“Nee, das kann ich selbst.”

“Und sonst brauchst du nichts? Fönen hinterher oder so?”

“Nee, nee, mach ich selber.”

Tja, gut. Wir frühstücken, ich gehe wieder an meinen Schreibtisch. Das Kind sehe ich das nächste Mal irgendwann um viertel vor eins, als ich das Mittagessen vorbereite. Es ist vollständig bekleidet und hat nasse, aber nicht triefnasse Haare. Dann wird es wohl tatsächlich gebadet haben. Und die Haare gefönt auch.

Sowas, da ist man mal ein gutes halbes Jahr im HomeOffice, zack, wird das Kind langsam selbstständig.

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