Lars Reineke

Keine BahnCard mehr dank Maskenverweigerer

Ich habe meine BahnCard vorerst gekündigt, bzw. das Abo nicht mehr verlängert.

Als die Corona-Krise einsetzte, ahnte ich schon, dass sich in diesem Jahr die BahnCard nicht mehr lohnen würde, aber weil ich von dem Verkehrsmittel grundsätzlich überzeugt bin, habe ich erstmal die Füße still gehalten. Irgendwann bekam ich dann Angebote, die mich für den Ausfall entschädigt hätten, aber auch da habe ich mir gedacht: Ach, komm, scheiß drauf.

Jetzt musste ich mich allerdings bald entscheiden, ob ich das Abo weiterführe. Diese Entscheidung ist mir gestern abgenommen worden.

Es gibt mittlerweile zahlreiche Personen, die den offiziellen Bahn-Account auf Twitter angeschrieben haben, warum das Bahnpersonal nichts gegen Maskenverweigerer unternähme. Dabei wäre das im Prinzip sehr einfach: Maske auf oder am nächsten Bahnhof aussteigen. Ist ja nicht so, dass man sowas in der Vergangenheit nicht mit Minderjährigen auch schon gemacht hätte, wenn die ihre Monatskarte vergessen hatten. Nachts. Im Winter.

Gestern antwortete dann der Bahn-Account ausweichend, dass die Maskenpflicht eine staatliche Maßnahme sei und nicht in den Beförderungsbedingungen stehe. Das ist natürlich Quatsch, es heißt dort ausdrücklich (unter A 6.1):

Jeder Reisende hat sich so zu verhalten, dass andere Reisende nicht über Gebühr gestört oder belästigt werden. Reisende, die sich entgegen den vorstehenden Regelungen verhalten, die Weisungen der Mitarbeiter missachten oder in sonstiger Weise eine Gefahr für die Sicherheit und Ordnung darstellen, können von der Beförderung bzw. Weiterbeförderung ohne Anspruch auf Erstattung des Fahrpreises und des Gepäckpreises ausgeschlossen werden.

Ich sehe das so: Solange die Bahn nicht für die Sicherheit ihrer Fahrgäste sorgt, indem sie andere vor Maskenverweigerern schützt, passe ich mein Reiseverhalten entsprechend an.

Also erstmal keine BahnCard mehr. Schade.

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9. Juli 2020 - nachmittags

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