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#Safetypin

Schon am ersten Tag nach der US-Wahl gingen die Tweets und Facebook-Posts ein.

Beschreibungen, wie Trump-Anhänger in den USA auf offener Straße Moslems beleidigen, Latinos „Build the Wall!“ zurufen, Schwule verprügeln, Autos von Schwarzen beschmieren, Hakenkreuze an Wände sprayen. Kurz: Ihren Hass an allem auslassen, was nicht weiß, christlich und hetero ist.

Und gleichzeitig Berichte von Protesten, von wildfremden Menschen, die sich gegenseitig trösten, sich Mut zusprechen und in den Arm nehmen.

Ich dachte:

Man bräuchte ein universelles Erkennungszeichen für diejenigen, die vielleicht selbst von all dem Hass (noch) nicht betroffen sind, aber auf der Seite derer stehen, die darunter zu leiden haben. Als grundsätzliches Zeichen der Solidarität, aber auch im Alltag, um zu zeigen: Vor mir brauchst du keine Angst zu haben.

Andere hatten diesen Gedanken bereits vor mir, nämlich kurz nach dem Brexit-Vote, als genau das, was wir derzeit in den Vereinigten Staaten sehen, in Großbritannien begann.

Sie hefteten sich eine Sicherheitsnadel an, um zu sagen:

Mir ist egal, ob du eine dunkle Hautfarbe hast, ob du Moslem bist oder Jude. Mich kümmert nicht, ob du schwul, lesbisch oder transgender bist. Ob du eine Behinderung hast, ob du Flüchtling bist, was auch immer: Ich werde dir helfen, wenn andere dich bedrohen.

Ich hatte damals bereits davon gelesen, die Geschichte aber offenbar wieder vergessen. Doch gestern sah ich, dass Sir Patrick Stewart sein Zeichen der Solidarität twitterte, und auch in den USA scheint diese Idee jetzt Fuß zu fassen.

Da dachte ich, warum nicht auch hier? Ist ja nicht so, dass wir in Deutschland nicht auch ständig Übergriffe, vor allem auf Flüchtlinge, zu verzeichnen hätten.

Es ist ein einfaches Mittel, um Solidarität zu bekunden und erfüllt noch einen Zweck: Wer davon noch nichts gehört hat und an Durchschnittstypen wie mir eine Sicherheitsnadel sieht, fragt vielleicht, was das zu bedeuten hat. Und schon hat man die Gelegenheit, darüber ins Gespräch zu kommen.

Denn dass wir mehr Menschen außerhalb unserer Peergroup erreichen müssen, wenn wir ein Wahlergebnis wie in den USA verhindern wollen, steht ja wohl außer Frage. (Außerdem hat man dann immer eine praktische Sicherheitsnadel dabei.)

Darum: #safetypin

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