Troubleshooting-Schleife (mit unrühmlichem Ausgang)

Mal gucken, ob ich das noch alles zusammenkriege.

Achtung: Ab hier folgt für viele wahrscheinlich unendlich langweiliges Linux-Gelaber, ich habe aber versucht, das Ganze – der Pointe angemessen – möglichst leichtverständlich zu beschreiben.

Im Prinzip beginnt die Geschichte bei Markus, der in seinem Blog auf einen Comic über Chrome verweist, in welchem (ganz im Stil des damaligen Werbecomics) erklärt wird, warum dieser Browser mittlerweile problematisch ist.

Diesen Comic wiederum habe ich zum Anlass genommen, es nochmal mit Firefox zu probieren, nachdem ich jetzt seit einiger Zeit den Browser „Vivaldi“ verwende, der jedoch auch auf Chromium basiert. Wollte ich ohnehin mal wieder machen, vielleicht hat sich Firefox ja verbessert. Ich benutzte ihn früher schon mal, war aber irgendwann nicht mehr so begeistert.

Und ja: Firefox startet auf meinem System sogar ein wenig schneller als Vivaldi.

Dann fiel mir jedoch direkt auf, warum ich ihn damals verlassen habe: Er unterstützt von Haus aus keine Progressive Web Apps, also die Möglichkeit, einzelne Webseiten wie eigenständige Apps zu starten, ohne Adresszeile, Menü oder ähnlichem. Daran hatte ich mich aber mittlerweile gewöhnt, das wollte ich weiterhin haben.

Für das Problem gibt es zum Glück Abhilfe. Mit der Erweiterung und der Zusatzsoftware „firefoxpwa“, die sich recht schnell unter Linux einrichten ließ, gingen auch PWAs wieder.

Ich richtete also alles wieder unter Firefox ein, bemerkte dann jedoch beim Anmelden auf verschiedenen Webseiten: Mein Espanso funktioniert nicht mehr. Espanso ist eine Textersetzungs-Software für Linux, mit der man Shortcuts wie z.B. „mfg“ automatisch durch „Mit freundlichen Grüßen“ ersetzen lassen kann. Damit gebe ich in der Regel meine Email-Adresse ein, ohne sie jedes Mal ausschreiben zu müssen.

Man kann die Ersetzungsmethode von „Espanso“ ändern, das wusste ich noch, das wollte ich als erstes ausprobieren. Gedacht, getan, siehe da: Espanso funktionierte wieder. Auch in anderen Anwendungen? Kurzer Check: Ja, geht.

Mit der neuen Ersetzungsmethode gab es jedoch Probleme beim Hinterlegen von Tastaturshortcuts, die ich zum Beispiel benutze, um mit „Alt-Q“ direkt Fenster zu schließen oder Programme zu starten. Ich wollte das Kürzel zum Starten des Browsers auf „Firefox“ ändern, dabei stürzte mir jedoch die Systemeinstellungsanwendung ab. Hatte ich auch noch nicht. Dass das frisch umkonfigurierte Espanso daran Schuld hatte, war naheliegend.

Ich brauchte also eine Möglichkeit, Espanso temporär abzuschalten. Dafür bastelte ich mir kurzerhand ein kleines Script, welches die Anwendung auf Tastendruck aus- bzw. einschaltet.

Jetzt aber wollte ich eine Möglichkeit haben, in der Systemleiste sehen zu können, ob Espanso aktiv ist oder nicht. Dafür habe ich mir mit Hilfe von Mistral ein Python-Script erstellt, das mir mit einem kleinen runden Icon den Zustand von Espanso anzeigt.

Alles soweit schön. Mit Alt-Strg-Nochwas kann ich jetzt Espanso temporär aus- und wieder einschalten, unten rechts zeigt mir ein Icon den Zustand an.

Wo waren wir? Ach ja. Dann geschehen zwei Dinge.

Erstens befinde ich (subjektiv), dass Firefox grundsätzlich nicht so flüssig läuft, wie ich es von Vivaldi gewohnt war.

Zweitens lese ich einen Post auf Mastodon, der beschreibt, dass Gaming unter Linux keine spezielle Distribution braucht, sondern auch mit einem normalen Ubuntu funktioniert, was ich bestätigen kann, da ich keine besondere Gaming-Distribution verwende, sondern einfach nur Fedora/KDE. Unterhalb dieses Posts erwähnt jemand in einem Kommentar als Tipp noch Gamemode, was dafür da ist, beim Starten von Spielen die Prozessorkerne in den Performance-Modus (statt Powersave) zu setzen und ggf. den Spielprozess zu priorisieren. Diese Software habe ich schon im Einsatz, seit ich mit dem Zocken unter Linux angefangen habe.

Erstens löse ich, indem ich doch wieder zurück zu Vivaldi wechsle, was einen großen Teil der oben aufgeführten Handlungen ad absurdum führt – zumal ich jetzt auch die Espanso-Textersetzungsmethode wieder zurückdrehen kann. Ich beschließe jedoch, in Vivaldi alles abzuschalten, was ich ohnehin nie benutzt habe. Außerdem deaktiviere ich ein paar datenschutzbedenkliche Optionen, gegen das schlechte Gewissen. Das alles lässt Vivaldi schneller starten, immerhin.

Wegen Zweitens denke ich mir: „Hmm, jetzt habe ich aber doch so ein schönes Espanso-Status-Icon, das könnte ich mir ja auch für Gamemode basteln.“ Was eigentlich Quatsch ist, weil ich von der KDE-Oberfläche ja ohnehin nichts sehe, sobald die Spiele erstmal laufen, aber egal, nennen wir es einfach Proof-of-Concept. Außerdem dauert es ja auch immer eine Weile, bis Steam das Spiel gestartet hat, dann könnte ich am Icon schon mal sehen, ob Gamemode korrekt gestartet wird.

Ich kopiere also das Script und passe es für den Gamemode-Daemon an. Und stelle dabei fest, dass Gamemode die ganze Zeit bei mir nie funktionert hat.

Der Placebo-Effekt aber: Tipptopp. Ich war der festen Überzeugung, dass die Spiele bei mir dank Gamemode ruckelfrei laufen. Taten sie aber ohnehin schon, einfach so, ohne weiteres Zutun. Was wiederum dem erwähnten Mastodon-Post Recht gibt.

Nichtsdestotrotz entscheide ich mich dazu, Gamemode korrekt ans Laufen zu kriegen, was relativ fix geht, ich musste meinen User lediglich der richtigen Gruppe hinzufügen.

Jetzt laufen die Spiele noch flüssiger (diesmal wirklich), Vivaldi startet etwas schneller, Espanso funktioniert wieder, und ein Status-Icon für Gamemode habe ich dann doch verworfen, weil ich nicht ständig an diese Peinlichkeit erinnert werden möchte, es ist schon schlimm genug, das alles hier aufzuschreiben.

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