Tschüss, Brooks-Sattel
Ich schreibe das jetzt hier auf, damit ich mich daran erinnere, falls ich mal wieder in die Versuchung komme, für viel Geld einen Brooks-Ledersattel kaufen zu wollen.
Die Dinger sehen sehr elegant aus, keine Frage. Aber ich habe damit beim besten Willen einfach kein Glück gehabt. Ich hatte bereits vor etlichen Jahren mal einen Brooks-Sattel an meinem Rad und war schon nicht sehr zufrieden, jetzt habe ich es wieder versucht und muss feststellen: Brooks-Ledersättel und ich, wir passen nicht zusammen.
Ja, ich weiß, die muss man einfahren. Ist bekannt. Ich hab's versucht, einen schmerzhaften Monat lang.
Aber im Ernst: Wenn ich mir Schuhe kaufe, dann erwarte ich auch, dass ich die nach 2 bis 3 Wochen tragen kann, ohne Blasen an den Füßen zu bekommen und nicht damit erst die Alpen überqueren oder sie nachts im Mondlicht mit aus Ozelot-Speichel gewonnenem Spezialfett einreiben muss.
Außerdem finde ich Gegenstände an einem Fahrrad, die unter keinen Umständen nass werden dürfen, irgendwie wenig alltagstauglich.
"Na gut," dachte ich, "schraubste das Teil noch einmal ans Tourenrad und drehst eine Runde." Vielleicht macht es ja die andere Sitzhaltung bequemer. Fazit: Nö, macht es nicht. Auf meinem Fünfzehn-Euro-Sattel sitze ich wesentlich besser.
Und beim Aufsteigen hat mir der Sattel dann auch noch die Hosentasche aufgerissen. Das Arschloch.
Drei Minuten später war er bei Ebay Kleinanzeigen online, jetzt ist er weg - mit erheblichem finanziellen Verlust. Nie wieder.