Lars Reineke

Xteink X3

Seit ein paar Tagen bin ich Besitzer eines Xteink X3. Das ist ein superkompakter EBook-Reader, den man für ca. 60 Euro online bestellen kann. Aufmerksam wurde ich durch ein YouTube-Video, in dem jemand erklärt, dass er mit diesem Gerät sein Doom-Scrolling besser in den Griff bekommt, und das wollte ich auch ausprobieren. Für den Preis kann man ja nicht allzuviel falsch machen. Also habe ich den am Freitag vor einer Woche bestellt, und am Mittwoch war er schon da. Aus China!

Xteink X3 neben einem Tolino Shine 5 Xteink X3 neben einem Tolino Shine 5

Der Inhalt der Box ist ziemlich umfangreich, neben dem Gerät selbst ist ein Lade-/Datenkabel dabei, Klebemagnetringe, ein Displayschutz, eine 16GB MiniSD-Karte und ein entsprechender Kartenleser.

Man kann den Reader magnetisch direkt hinten ans Smartphone kleben, aber ich habe mir lieber ein kleines Etui dazu mitbestellt, so dass ich den X3 separat immer in einer Jacken- oder Hosentasche dabei habe. Es gibt auch eine größere Variante, den X4 (jetzt auch mit Beleuchtung), aber ich hatte mich bewusst für die kleinste entschieden, weil ich damit ja nicht meinen bestehenden Reader ersetzen möchte.

Die Hardware ist komplett offen, und so ziemlich jeder, dessen Berichte ich gelesen habe, hat als erstes die OpenSource-Firmware Crosspoint darauf installiert, die die Bedienung des Gerätes sehr viel angenehmer macht. Ich habe das ebenfalls gleich als allererstes erledigt, das funktioniert total einfach direkt aus dem Browser ohne irgendwelche Verrenkungen.

Das Übertragen von Büchern auf den X3 ist am einfachsten, wenn man bereits Calibre als EBook-Bibliothekssoftware einsetzt, denn es gibt ein Plugin dafür, mit dem man das Gerät per WLAN direkt befüllen kann. Ansonsten gibt es aber zahlreiche weitere Methoden dafür, entweder per mitgelieferten Kartenleser, per App oder auch im Browser per eingebauter Web-Oberfläche inklusive integriertem Filemanager.

Bedient wird der X3 ohne Touchdisplay, sondern nur mit den Hardwaretasten. Das ist zuerst etwas fummelig, aber wenn man erstmal alles soweit eingerichtet hat, braucht man auch nicht mehr allzuviel darauf herumzudrücken.

Das Display ist zugegebenermaßen wirklich klein, aber mit Brille - die ich jetzt auch immer mitführe - gut lesbar. Aber das Ding ist ja auch gar nicht dafür gedacht, dass man damit stundenlang in seinem Lieblingssessel verbringt und hunderte von Seiten am Stück liest. Weil es eben so klein ist, ist die Hürde, es stets dabei zu haben, sehr niedrig, und statt im Bus oder an der Haltestelle das iPhone rauszuholen, geht der Griff jetzt lieber zum EBook-Reader.

Und das funktioniert tatsächlich. Mir ist schon nach diesen paar Tagen aufgefallen, dass ich sehr viel weniger Zeit mit Social Media verbringe, stattdessen habe ich knapp 300 Seiten gelesen, natürlich nicht alle auf dem X3, aber damit kann man halt prima die kleinen Zeitlücken füllen, in denen man sonst wieder durch Instagram gescrollt hätte. Ob das so bleiben wird, wird sich zeigen, aber erstmal bin ich wirklich positiv überrascht.

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