Gelesen - und gemocht
Neulich dachte ich mir, ich könnte mal wieder über die von mir gelesenen Bücher schreiben. Aber da ist mir aufgefallen, dass das letzte Mal, als ich das tat, schon wieder so lange her ist, dass ich dann über dreißig Bücher rezensieren müsste, und einige waren gar nicht mal so toll, und da hatte ich dann erstmal keine Lust mehr.
Also beschränke ich mich vorerst auf diejenigen, die mir besonders gefallen haben, mal sehen, vielleicht kommen irgendwann noch mal ein paar dazu.
Ein Mann seiner Klasse - Christian Baron
Baron schreibt über seine Kindheit in Armut, seinen alkoholkranken Vater, und seinen (offenbar gelungenen) Versuch, aus diesem Milieu auszubrechen. Es ist kein besonders erfreuliches Buch, aber ein sehr ehrliches und unbedingt lesenswertes.
Liebes Kind - Romy Hausmann
Normalerweise interessiere ich mich ja nicht so für Krimis / Thriller, aber der hier hat mir wirklich gut gefallen. Ich glaube, es war irgendeine Person auf Mastodon, die den Roman ob seiner Spannung in den Himmel lobte, und weil er ohnehin in meiner Onleihe verfügbar war, gab ich ihm eine Chance. Ich hab's nicht bereut, auch wenn es "nur" der - wenn auch sehr spannenden - Unterhaltung dient.
SOKO Erle: Der Mordfall Carolin G. - Walter Roth
Auf diesem Buch basiert die Miniserie "Spuren", die es noch 2 Tage (!) in der ARD-Mediathek zu sehen gibt, und die ich allen dringend empfehlen möchte.
Roth war Polizeisprecher und Mitglied der Sonderkommission, die einen Fall bearbeitet hat, bei dem vor zehn Jahren in Süddeutschland eine Joggerin ermordet wurde. In deutschen Krimis müssen die Ermittler*innen ja immer psychische Probleme haben oder sonstwelche Geschichten aus der Vergangenheit mit sich herumschleppen. Alkoholismus ist das mindeste.
Hier geht's einfach nur um akribische Polizeiarbeit, und die ist spannend genug.
Windstärke 17 - Caroline Wahl
Der zweite Teil der "Tilda-und-Ida"-Reihe von Caroline Wahl und derjenige, der mir eindeutig besser gefallen hat. Vielleicht bin ich zu alt, weiß und männlich, aber irgendwie konnte ich mich in die Protagonistinnen in "22 Bahnen" nicht so richtig hineinversetzen, hier war das gar kein Problem.
Tagebuch eines Killerbots - Martha Wells
Der erste Teil der Killerbot-Reihe, zusammengesetzt aus vier aufeinander aufbauenden Kurzgeschichten. Die Hauptfigur ist eine Sicherheits-Robotereinheit, die sich nach einem traumatischen Erlebnis selbst gehackt hat, damit sowas nicht wieder vorkommt. Sie ist extrem introvertiert, mag es nicht, von Menschen angesehen zu werden und möchte am liebsten den ganzen Tag nur Serien gucken. Und so ist sie auf ihre Art menschlicher als viele ihrer Zeitgenossen der Gattung "Mensch".
Sehr witzig, actionreich, und ich freue mich schon auf die Fortsetzungen, von denen es bereits vier oder fünf oder so gibt.