Gelesen - und nicht so toll gefunden
Kommen wir nun zu den gelesenen Büchern der vergangenen Monate, die mir nicht so besonders gefallen haben, die ich aber immerhin bis zum Ende durchgelesen habe.
Hahnenkämpfer - Charles Willeford
Deutlich besser als das Buch fand ich die Geschichte, wie es mir empfohlen wurde. An dem Abend waren mein Kumpel und ich in Kassel, um in der Goldgrube ein Metal-Konzert zu sehen. Vor dem Einlass tranken wir in der Kneipe direkt nebenan schon mal ein, zwei Bier zum Warmwerden, als sich ein Kneipenstammgast zu uns setzt und sich über Gott und die Welt mit uns unterhält. Irgendwann kamen wir auf Bücher zu sprechen, und da nannte er mir sein absolutes Lieblingsbuch, "Hahnenkämpfer" von Charles Willeford, und ich solle es unbedingt lesen.
Ich hab's mir dann später tatsächlich gekauft und war eher unterwältigt. Der Protagonist hat ein Schweigegelübde abgelegt und zieht mit seinen Kampfhähnen durch die USA. Mal verliert er, mal gewinnt er. Letzten Endes fand ich's eher deprimierend, wenn auch die Sprache angenehm knorrig war.
Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens - Max Goldt
Lesungen von Max Goldt sind fantastisch, dieses Buch nicht so. Wenn ich seine Texte selber lesen muss, finde ich sie affektiert. Ich war ganz froh, dass die Textsammlung nicht so dick war.
The Ascent - Ronald Malfi
Hat mir auch nicht gefallen, eine Gruppe Bergsteiger bezwingen einen Berg, dabei stellen sie fest, dass der Anführer ein Arschloch ist, ab und zu stürzt einer ab. Am Ende habe ich mich nur noch durchgequält.
Die schönste Version - Ruth-Maria Thomas
Im Buch wird eine ziemlich toxische Beziehung beschrieben, alle Charaktere sind mir weitestgehend unsympathisch, daher hat mir dieses Buch leider nicht gefallen.
Das Licht ist hier viel heller - Mareike Fallwickl
Ein früher gefeierter Autor hat mittlerweile keinen Erfolg mehr, bis er Briefe liest, die an seinen Vormieter adressiert sind, die wiederum seine Tochter ebenfalls liest, und irgendwie hassen sich alle. Alles relativ wirr und konstruiert, ich fand's sterbenslangweilig.
Das Licht - T.C. Boyle
Das Buch schildert die Geschehnisse rund um Timothy Leary, der seinerzeit mit seinem Gefolge viel mit LSD experimentiert hat. Nach dem soundsovielten Trip gehen einem die Personen im Buch nur noch auf den Sack.
Lyneham - Nils Westerboer
Geschrieben aus der Sicht von den Kindern einer jungen Familie soll ein weit entfernter Planet geterraformt und besiedelt werden, aber irgendwas ist bei der ersten Mission - an der die Mutter beteiligt war - schief gegangen. Davon hatte ich mir eigentlich viel mehr versprochen, und tatsächlich hat es ein paar interessante Ansätze und Ideen. Aber zwischendrin hat der Roman immer mal einige vollkommen unnütze Komplettausfälle, wie zum Beispiel das Klischee von bösen Chinesen, Saudis und Russen.
Zauberberg 2 - Heinz Strunk
In Strunks typischer Manier werden allerlei psychische und körperliche Krankheiten bis ins kleinste Detail beschrieben. Sehr viel mehr passiert leider nicht, und ich war sehr schnell gelangweilt.
Alles auf eine Karte: Wir sehen uns im Zug - René El Khazraje aka MC Rene
Der Autor hat irgendwann keine Lust mehr auf seinen Callcenter-Job, beschließt, Stand-Up-Comedian zu werden, kündigt seine Wohnung und kauft sich eine Bahncard 100, um ein Jahr lang von Ort zu Ort zu reisen und da aufzutreten. Am Anfang ist das alles noch ganz spannend, dann wird's zäh, und irgendwie wiederholt sich alles.
Wir haben keine Antimemetik-Abteilung - Sam Hughes
Eine geheime Geheimorganisation kämpft gegen Monster, deren besondere Eigenschaft es ist, dass man sich nicht an sie erinnern kann. Nach den ersten Seiten dachte ich: "WTF? Das ist ja mal abgefahrenes Zeug."
Aber irgendwann hat mich der Autor leider unterwegs verloren.
Klapper - Kurt Prödel
Eigentlich eine ganz anrührende Geschichte um einen jugendlichen Außenseiter. Wenn sie nur nicht voller Klischees und verunglückter Metaphern wäre.