Lars Reineke

Optionsparalyse

Eigentlich würde ich gerne weiter Cyberpunk 2077 spielen, aber das Wetter macht mir einen Strich durch die Rechnung. Nicht, dass ich ein schlechtes Gewissen kriegen würde, bei dem Sommerwetter irgendwas zu verpassen. Mir war das früher schon egal, auf Appelle wie "Es ist so schön draußen, geh doch mal raus" habe ich als Jugendlicher schon gepfiffen. Und zweitens bin ich mittlerweile über fünfzig, da kann ich meinen Feierabend erst recht gestalten, wie ich das für richtig halte.

Nein, es ist einfach zu warm. Zum Glück wird's nachts kalt genug, dass ich mein Computerzimmer zumindest auf ca. 25 Grad heruntergekühlt bekomme. Aber sobald ich auf meinem Linux-PC irgendein Spiel starte, gibt das Ding notgedrungen Wärme ab. Und so werden es hier drinnen irgendwann knapp 30 Grad, und das macht dann wirklich keine Freude mehr.

Cyberpunk 2077 habe ich schon seit Jahren im Besitz, aber das war damals unspielbar, außerdem war mein damaliger PC dafür zu schwachbrüstig. Jetzt hat mich Markus wieder auf diesen Titel gebracht, und ich hab's zum x-ten Mal angespielt, ja, doch macht Spaß. Aber die Temperaturen, nun ja. Egal, läuft ja nicht weg, spiele ich es halt im Herbst.

Was aber ganz gut funktioniert, auch bei Hitze, ist Lesen. Gerade habe ich den zweiten Teil der "Danny Ryan"-Reihe von Don Winslow mit dem Titel "City of Dreams" abgeschlossen. Winslow ist der Autor, der auch die Romane über die Mexikanische Drogenkartelle geschrieben hat. Ziemlich hartes, stellenweise sehr brutales Zeug (vor allem die Kartell-Reihe), aber extrem dicht geschrieben und sauspannend.

Was mich vor mein nächstes Problem stellt: Was lese ich als Nächstes? Den dritten Teil, "City in Ruins", hätte ich sogar schon da, aber ich lese ungern bei mehrteiligen Roman-Serien einen Teil direkt nach dem anderen.

Bücherregal Quelle: prettysleepy auf Pixabay

Und jetzt schlägt die Optionsparalyse zu: Ich habe eine so lange Liste noch zu lesender Bücher, dass ich nicht weiß, womit ich weitermachen soll. Da kann mir auch niemand bei helfen, weil ich erstmal für mich herausfinden muss, auf welches Genre ich jetzt Lust habe. Es ist auch schon vorgekommen, dass ich Bücher erst im zweiten Anlauf durchgelesen habe, weil das beim ersten Mal einfach nicht das richtige Thema, der richtige Protagonist oder der richtige Schreibstil war.

Manchmal hilft der Zufall, weil hin und wieder genau in so einem unschlüssigen Moment eine Vormerkung der Onleihe aufpoppt, und wenn das ein Buch ist, auf dessen Verfügbarkeit ich mich schon eine ganze Weile freue, dann lese ich eben das.

Wie gesagt, ich bin über fünfzig, da kann ich nicht die mir verbliebene Zeit mit schlechten Büchern vergeuden.

⬅ Vorheriger Beitrag
Gelesen - und nicht so toll gefunden