Lars Reineke

Barockkonzert

Gestern haben wir ein klassisches Konzert besucht, richtiger gesagt: ein Barockkonzert.

Dass ich mir Konzerte dieser Musikrichtung anschaue, kommt seltener vor. Aber gestern trat ein Meister der Blockflöte auf, und da meine Tochter ebenfalls Altblockflöte spielt, wollte ich ihr mal die Gelegenheit geben, sich anzuschauen und zu -hören, was man auf diesem Instrument alles machen kann.

Das war schon durchaus beeindruckend, leider hatte ich vorher bereits ziemlich starke Kopfschmerzen, und da sind zwei Stunden Blockflöte vielleicht nicht die allerbeste Wahl. Aber meiner Tochter hat's gefallen, und das war ja die Hauptsache.

Erschreckend war allerdings die Altersstruktur der Besucher*innen.

Meine Tochter war das einzige Kind im gesamten Publikum. Dann kam erst einmal eine ganze Weile gar nichts. Die Nächstälteren waren etwa 5–6 Personen unter 30 Jahren, dann kam wieder eine Weile nichts und dann unsere Altersgruppe mit vielleicht 10–15 Personen, und alle anderen waren älter als 60 oder weit darüber hinaus.

Ich weiß ja nicht, wie es in anderen Städten so aussieht, aber ich sag's mal so: Wenn die Veranstalter klassischer Konzerte nicht noch irgendwie die Kurve kriegen, dann stirbt denen bald 80 % Prozent des Publikums weg.


Dienstag, 7. März 2023

Bei uns findet demnächst ein Hofflohmarkt statt, den irgendjemand im Viertel organisiert und dafür Flyer verteilt hat.

Das heißt, an einem bestimmten Tag im April ist im ganzen Wohngebiet in allen möglichen Einfahrten, Vorgärten und Hinterhöfen Flohmarkt.

Ich finde das eine sehr schöne Idee, um Leute vielleicht wieder ein wenig zusammenzubringen, die ja - wenn sie nicht gerade Kinder auf derselben Schule oder andere Gemeinsamkeiten haben - doch meist eher alle in ihren eigenen Lebenswelten unterwegs sind.

Wahrscheinlich ist das der Grund, warum Menschen sonntags in die Kirche gehen, aber da ich nicht an Gott glaube und verschiedene andere Vorbehalte gegen kirchliche Organisationen aller Art habe, kommt das für mich nicht in Frage.


ChatGPT

Ich habe jetzt auch mal mit ChatGPT herumgespielt, man kommt an dem Thema ja nicht vorbei.

Zuerst saß ich davor und dachte: Ja, und nun? Was fragt man denn da jetzt?

Nach den üblichen Aufforderungen (den sog. "prompts"), die so durchs Netz gingen, wie: "Schreibe einen Aufsatz über Thema X" und: "Beantworte diese Mail in Gedichtform", habe ich jetzt aber durchaus sinnvolle Einsatzmöglichkeiten gefunden.

"Erklär mir das"

Wenn man in irgendeinem Text viele Fachausdrücke vorfindet, kann ChatGPT eine echte Hilfe sein.

In der Wikipedia bin ich (fragt mich nicht, in welchem Rabbithole ich da war) auf folgenden Satz gestoßen: "In der Biologie, genauer der Phylogenetik und Kladistik, spricht man von einer Polytomie, wenn Taxa hinsichtlich ihrer Abstammungslinie nicht konkret in einen dichotomen Stammbaum eingegliedert werden und stattdessen mehrere Linien an einem Punkt zusammengefasst werden."

Lässt man sich das von ChatGPT erklären, (z.B. mit der Aufforderung "Erkläre in einfachen Worten diesen Satz") liefert es zurück:

"Wenn man die Abstammung von Lebewesen in einem Stammbaum darstellen möchte, dann gibt es manchmal Situationen, in denen es nicht klar ist, welche Zweige zusammengehören. In diesem Fall spricht man von einer Polytomie. Das bedeutet, dass man an einem Punkt im Stammbaum mehrere Zweige zusammenfasst, weil man nicht genau weiß, welche Zweige zusammengehören und welche nicht."

ChatGPT

Und das kapiere dann sogar ich. Ob es stimmt? Keine Ahnung. Aber so hat man zumindest erstmal einen Anhaltspunkt.

"Schreib mir eine Abfrage"

Wer jemals zum Beispiel mit LDAP-Filtern zu tun hatte, wird irgendwann die polnische Notation, bei der die Operatoren vorne stehen und lauter öffnende und schließende Klammern jegliche Übersicht zerstören, zu hassen gelernt haben.

Mit ChatGPT kann man solche Abfragen sehr einfach erzeugen lassen.

"Schreibe einen LDAP-Filter, der nur aktivierte Benutzer zurückgibt, die entweder in Gruppe A oder in Gruppe B sind."

(&(objectClass=user)(objectCategory=person)(!(userAccountControl:1.2.840.113556.1.4.803:=2))(|(memberOf=CN=Gruppe A,OU=Gruppen,DC=beispiel,DC=com)(memberOf=CN=Gruppe B,OU=Gruppen,DC=beispiel,DC=com)))

ChatGPT liefert zudem eine Erläuterung jedes Klammerinhalts und weist darauf hin, dass die Gruppennamen noch auf den eigenen Anwendungsfall angepasst werden müssen.

Das Ergebnis ist auf jeden Fall syntaktisch korrekt und funktioniert.

Der umgekehrte Weg geht übrigens auch. Füttert man ChatGPT mit dem o.a. Code und fragt, was das ist, liefert es zurück:

Dies ist ein LDAP-Filterausdruck, der verwendet wird, um nach Benutzerobjekten in einem Active Directory-Verzeichnis zu suchen, die bestimmte Kriterien erfüllen.

Der Filterausdruck sucht nach Objekten mit den folgenden Eigenschaften:

  • ObjectClass = user
  • ObjectCategory = person
  • userAccountControl nicht gleich 2 (was bedeutet, dass das Benutzerkonto aktiv ist)
  • Mitglied der Gruppe A in der OU Gruppen des beispiel.com-Domänencontrollers ODER Mitglied der Gruppe B in der OU Gruppen des beispiel.com-Domänencontrollers

Dieser Filterausdruck könnte zum Beispiel verwendet werden, um eine Liste aktiver Benutzer in einer bestimmten Gruppe in einem Active Directory-Verzeichnis abzurufen.

ChatGPT

"Interpretiere diese Tabelle"

Als Beispiel habe ich wahllos eine Tabelle vom Statistischen Bundesamt heruntergeladen, es geht um unterschiedliche Straßenlängen verschiedender Straßenarten in den einzelnen Bundesländern.

Kopiert man den Inhalt direkt aus Excel nach ChatGPT mit der Aufforderung "Interpretiere diese Tabelle", so antwortet es zunächst mit einer Beschreibung, was in dieser Tabelle zu sehen ist, nämlich:

"Die Tabelle gibt einen Überblick über die Verteilung und Länge der verschiedenen Arten von Straßen in den Bundesländern."

ChatGPT

Dann habe ich gefragt: "Gibt es da Auffälligkeiten?"

Und ChatGPT hat tatsächlich ein paar Dinge zurückgeliefert:

Ja, es gibt einige Auffälligkeiten in der Tabelle:

  1. Bayern hat mit Abstand die längste Gesamtstraßenlänge, sowohl innerorts als auch außerorts. Dies könnte aufgrund seiner geografischen Größe und Bevölkerungsdichte sein.
  2. Berlin hat verglichen mit anderen Bundesländern eine vergleichsweise geringe Straßenlänge insgesamt, was auf seine relativ kleine Größe und hohe Bevölkerungsdichte zurückzuführen sein könnte.
  3. Nordrhein-Westfalen hat die längste Gesamtstraßenlänge an Bundesstraßen und Landesstraßen, was möglicherweise auf seine hohe Bevölkerungsdichte und seine Rolle als Industriestaat zurückzuführen ist.
  4. Die ostdeutschen Bundesländer haben insgesamt eine niedrigere Straßenlänge als die westdeutschen Bundesländer, was auf die unterschiedliche Bevölkerungsdichte und die Auswirkungen der Teilung Deutschlands zurückzuführen sein könnte.

Diese Auffälligkeiten können jedoch durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden, wie z.B. geografische Größe, Bevölkerungsdichte, Wirtschaftsstruktur und politische Entscheidungen.

ChatGPT

Zugegeben, ein paar Allgemeinplätze sind auch dabei. Aber ich finde das ganz brauchbar für einen ersten Eindruck, der sich durch weitere Fragen wie "Wo gibt es besonders viele Autobahnkilometer?" und "Wie lässt sich das erklären?" vertiefen lässt.

Fazit

Ich war zugegebenermaßen in erster Linie vom Hype genervt, den ChatGPT hervorgerufen hat, dazu kam der Umstand, dass Elon Musk seine Finger darin hat.

Aber dass es - für bestimmte Anwendungsfälle - ein nützliches Werkzeug sein kann, würde ich mittlerweile nicht mehr bestreiten. Ein interessantes Spielzeug ist es allemal.

Daher fände ich es falsch, dieses Tool komplett zu ignorieren (oder sogar zu verdammen), ebenso, wie es völlig unkritisch als die ultimative Revolution von allem hochzujubeln.

Klar, ChatGPT erzeugt immer wieder auch Fehler, und es wird auch Schüler*innen geben, die damit versuchen, ihre Hausaufgaben abzukürzen.

Aber während manche hierzulande in Panik ausbrechen, dass jetzt das gesamte Schulsystem den Bach runtergehen würde (das tut es möglicherweise auch ohne ChatGPT, aus anderen Gründen), gibt es auch Lehrkräfte, die das ganze kreativ und sinnvoll nutzen:

Eine Geschichtsprofessorin (aus dem Englischen lässt sich das Gender nicht zweifelsfrei herleiten) ließ ChatGPT Essays über verschiedene Themen schreiben, und die Student*innen mussten mittels Quellenrecherche nachweisen, wo ChatGPT fehlerhaft war. Die wiederum lernten dabei nicht nur die Fakten zum Thema, sondern auch, wie man solche Texte auf Korrektheit überprüft. (via Mastodon)

Wer sich darüberhinaus mit den ethischen Problemen, die so eine KI aufwirft, mal beschäftigen möchte, der findet bei John Oliver eine gute (und wie immer unterhaltsame) Zusammenfassung:

https://www.youtube.com/watch?v=Sqa8Zo2XWc4

Samstag, 4. März 2023

Vor kurzem waren wir auf einem Freitagnachmittag bei einem Handwerksbetrieb, um ein Upgrade für unser Haus zu besprechen. Wir hatten keinen Termin, und es war nicht wirklich zu erkennen, ob der Laden noch geöffnet hatte, also standen wir etwas ratlos an der Straße, als plötzlich ein junger Mann herauskam und sagte: "Wir haben auf, kommt rein!"

Das anschließende Beratungsgespräch war sehr freundlich, wir tauschten WhatsApp-Kontaktdaten aus, und er schickte mir direkt noch einen Katalog per PDF aufs Smartphone.

Jetzt haben wir das Angebot von einer Mitarbeiterin erhalten, darin war angegeben, dass wir uns ggf. telefonisch bei ihm zurückmelden sollten.

Weil ich noch eine Frage hatte, habe ich mir also einen Rückruf als Todo eingetragen. Als es dann soweit war, wusste ich allerdings nicht mehr, ob wir uns siezen oder duzen. "Egal," dachte ich mir, im Zweifel kann man das ja sprachlich umgehen. (Das mache ich auf der Arbeit am Telefon auch immer so: "Jetzt bitte mal neu anmelden.")

Ich rufe also an. Es klingelt.

tuut - tuut

Es geht jemand ran.

„Hallo, grüß Dich!“

Ok, wäre das also geklärt.


Vor ein paar Wochen waren wir beim Lidl einkaufen, und die hatten da im Tiefkühlregal veganes Gyros, da dachte ich mir "Probierste mal aus" und habe es mitgenommmen.

Eines Tages habe ich das zubereitet und war sehr zufrieden, sowohl am Geschmack als auch an der Konsistenz war nichts auszusetzen. Weil wir da aber auf Diät waren, haben wir nur die Hälfte davon gebraucht, also haben wir die andere Hälfte in einen Gefrierbeutel gefüllt und zurück ins Eisfach gelegt.

Nun war ich kürzlich ein Wochenende alleine zu Hause und habe vorher ein bisschen im Supermarkt nebenan eingekauft. Weil ich keine große Lust auf aufwändiges Kochen hatte, habe ich wiederum Tiefkühl-Hähnchengyros (aus Fleisch) gekauft. Alleine brauchte ich aber auch davon wieder nur die Hälfte.

Also: Die andere Hälfte wieder zurück ins Eisfach.

Gestern Mittag war ich im Homeoffice und wollte mir irgendwas Schnelles zu Mittag machen. "Guckste mal, was noch so da ist," überlegte ich und sah ins Eisfach.

Ich hatte ich nun beide Beutel vor mir und ließ den Zufall entscheiden, welches der beiden Produkte ich in die Pfanne werfen würde.

Mit dem Ergebnis: Es war lecker, aber ich weiß nicht, ob ich das vegane oder das Fleischprodukt gegessen habe.

Also kann ich jetzt genausogut nur noch die vegane Variante kaufen.


Nachdem ich "Kummer aller Art" durchgelesen hatte, habe ich auf YouTube nochmal nachgesehen, ob es dort vielleicht Interviews mit Mariana Leky gibt, weil ich mal wissen wollte, wie so jemand als Person ist, wenn man so schön schreiben kann.

Gefunden habe ich einen Ausschnitt vom Kölner Treff mit Bettina Böttinger, den ich sehr empfehlen kann:

https://www.youtube.com/watch?v=Rg_KKSzyfGw

Ich glaube, was uns eint, ist ein Interesse für Leute, die, wie wir eigentlich alle, - Ringelnatz hat das mal gesagt - "so etwas schief ins Leben gebaut sind."

Und wenn man mal genauer hinguckt, ist das ja nun jeder.

Jeder hat einen - ich sage das jetzt mal so flapsig - Sockenschuss. Oder wenigstens Sockenstreifschuss.

Mariana Leky beim Kölner Treff vom 14.01.23 (ca. ab Minute 13:00)

Wunderbar.


Gelesen: "Kummer aller Art" - Mariana Leky

Gestern Abend habe ich "Kummer aller Art" von Mariana Leky zu Ende gelesen, und das kriegt wieder mal einen Platz in meinem Favoritenregal, wo alle Bücher landen, die ich mit 5 von 5 Sternen bewertet habe.

Die Geschichten, die alle aus der Ich-Perspektive erzählt sind, strahlen eine solche Herzenswärme und Empathie aus, dass ich nach der letzten Seite erstmal "Hach, wie schön!" in den - bis auf den neben mir schlafenden Kater - leeren Raum sagen musste.

Die Erzählungen von Mariana Leky sind witzig, traurig, selbstironisch, romantisch, manchmal verschroben, und selbst, wenn sie sich über jemanden ärgert, niemals gehässig - aber auch nicht kitschig.

Sie sind alle etwa dreieinhalb Seiten lang, und daher ist das leider nur 170 Seiten dünne Buch in kurzer Zeit ausgelesen.

Aber es lohnt sich. Allein die Geschichte, in der ein Mitarbeiter vom Sicherheitsdienst ihr die Angst vorm Steckenbleiben im Aufzug nimmt, ist so schön und anrührend, dass man das Buch direkt nochmal kaufen und jemandem schenken möchte, den man mag.

Weil ich es aber "nur" aus der Stadtbücherei geliehen hatte, habe ich es heute früh sofort wieder zurückgebracht (bei uns gibt es einen Rückgabeautomaten), damit es so schnell wie möglich gleich wieder jemand ausleihen, lesen und sich darüber freuen kann.


Aus dem Maschinenraum

Ich habe hier eine neue Kategorie "Tagebuch" eingeführt, in der jetzt die tagebuchähnlichen Einträge landen. Warum ich das gemacht habe? Vielleicht muss ich dazu ein Bisschen ausholen.

Dass ich überhaupt wieder meinen Alltag in diesem Blog dokumentiere, rührt daher, dass ich prinzipiell sowas wie ein Tagebuch ausprobieren wollte, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dafür habe ich auf meiner Cloudron-Instanz eine Software namens "Bookstack" installiert, die mir dafür geeignet schien.

Recht bald hatte ich aber auch Ereignisse aufgeschrieben, von denen ich mir dachte, dass die genauso gut im Blog landen könnten.

Nun wollte ich natürlich nicht manuell irgendwelche Texte von A nach B kopieren, also habe ich mir mittels N8N einen Workflow gebastelt, der neue Blogtexte in mein Bookstack kopiert, damit ich dort alles beisammen habe, die privaten und die öffentlichen Einträge.

Zwischendurch hatte ich aber dann wiederum das Bedürfnis, vielleicht den einen oder anderen Artikel schreiben zu wollen, der gar nichts mit Tagebuch oder einem ähnlichen Journal zu tun hat, der vielleicht sogar zu Interaktion aufruft. Das hätte ich nicht im Bookstack-Tagebuch haben wollen.

Also mache ich das jetzt so, dass die Default-Kategorie "Tagebuch" lautet, und die wird auch von meinem N8N-Workflow ins Bookstack kopiert. Alle anderen Artikel landen außerhalb dieser Kategorie und werden daher von N8N ignoriert.

Da ich hier die Kategorien aber ohnehin nicht einblende, ändert sich für Euch prinzipiell nichts.


Montag, 27. Februar 2023

Als Metalhead bin ich seit einiger Zeit Abonnent der Musikzeitschrift "Rock Hard". Der Empfehlung eines Freundes folgend, habe ich außerdem wieder den ewigen Konkurrenten "Metal Hammer" ein paar Mal probegelesen.

Im Vergleich nehmen sich die beiden Zeitschriften eigentlich nicht viel, die Stories sind mal hier mal dort interessanter, die (subjektive) Qualität der Albumempfehlungen variiert auch von einer zur anderen Ausgabe.

Der Metal Hammer ist optisch etwas lesbarer (meine Augen werden auch nicht jünger), beim Rock Hard nervt mich, dass sie die Fotos nie beschriften. Da sind immer nur ein paar langhaarige Zausel drauf, ich will aber zum Beispiel wissen, wer von denen das Bandmitglied ist, mit dem sie das Interview geführt haben. Aus den Fotos geht das nie hervor.

Auf der anderen Seite finde ich die Wertungspunkte beim Metal Hammer nicht besonders intuitiv. Es gibt 7 Maximalpunkte (beim Rock Hard sind's 10), und irgendwie kann ich beispielsweise 5,5 von 7 Punkten nicht so gut einordnen wie 8 von 10 Punkten.

Und, gewichtiges Kriterium: Metal Hammer ist vom Axel Springer Verlag, was mich dann doch immer wieder abschreckt.

Weil ich nicht zwei Abos haben wollte, habe ich dann aber trotzdem erstmal das Rock-Hard-Abo gekündigt. Nur um zu erfahren, dass die jetzt ihre Webseite komplett überarbeitet haben und man nun mit dem Abo-Zugang ein riesiges Archiv an Reviews und Stories zur Verfügung hat. Das ist schon geil.

Also habe ich die Kündigung wieder storniert, wahrscheinlich zu Lasten des Metal Hammers, mal schauen. Den gibt's zur Not auch in der Online-Bibliothek meiner Stadtbücherei.


Apropos Stadtbücherei, ich lese gerade „Kummer aller Art“ von Mariana Leky, welches ich mir dort ausgeliehen habe, und ich kann jetzt schon sagen, dass es mir ausgesprochen gut gefällt.

Normalerweise warte ich mit so einem Urteil immer bis zum Ende des Buches, aber da es sich hier nicht um einen Roman, sondern um eine Kolumnensammlung handelt, gehe ich nicht von einem Plot Twist aus, der das ganze noch ruinieren könnte.

Überhaupt, ich fand „Was man von hier aus sehen kann“ von ihr schon so großartig, da hätte mich ein kompletter Reinfall schon sehr gewundert.


Sonntag, 26. Februar 2023

Die Quelle des Fluches ist übrigens doch nicht unklar, wie ich erfahren habe. Ich wurde nämlich darauf hingewiesen, dass das ein Running Gag von Johnny Carson war, der in seiner Sendung einen wiederkehrenden Charakter verkörperte, "Carnac the Magnificent".

In dieser Rolle gab er vor, Fragen in einem verschlossenen Umschlag nur mit seiner Geisteskraft lesen zu können, gab dann zunächst eine lustige und mehrdeutige Antwort, öffnete dann den Umschlag und las die Frage vor.

Beim letzten Umschlag stieß er dann wohl immer einen Fluch in dieser Art aus.


Ich bin ja ehrenamtlicher Fahrradbeauftragter, und in dieser Funktion bin ich auch Vorsitzender eines Gremiums, das sich "Begleitkommission für eine fahrradfreundliche Stadt Hameln" (oder kurz: "Fahrradbegleitkommission") nennt.

Das Gremium tagt nichtöffentlich, aber ich glaube, dass ich das hier erzählen darf:

Vor kurzem ist ein Mitglied dieser Kommission, eine sehr geschätzte und engagierte SPD-Politikerin, zu aller Entsetzen verstorben, und so war es vergangene Woche an mir, in der Sitzung eine Gedenkminute einzuleiten.

Als ich das Amt angetreten bin, habe ich ganz sicher nicht damit gerechnet, dass das mal meine Aufgabe sein würde, und allein die Ansage fiel mir schwer.

Fast hätte meine Stimme versagt, und ich habe seither großen Respekt vor allen, die sowas aus Beruf oder Berufung häufiger machen. Wahrscheinlich ist man irgendwann geübt darin, aber ehrlich gesagt, ist das eine Fähigkeit, auf die ich gut und gerne verzichten kann.


Am Wochenende war ich alleine zu Hause und habe mitbekommen, dass im Fernsehen "Glass" läuft, der letzte Teil einer Trilogie von M. Night Shyamalan. Die ersten beiden Filme, "Unbreakable" und "Split" hatte ich vor längerer Zeit mal gesehen, hatte sie aber nicht mehr genau in Erinnerung, also habe ich einfach alle drei per Streaming-Dienst hintereinander geguckt.

"Unbreakable" fand ich so mittel, "Split" deutlich besser, was aber im Wesentlichen auf der großartigen Leistung von James McAvoy beruht. Jemandem dabei zuzusehen, wie er ohne Szenenwechsel zwei oder drei Charaktere verkörpert, ist schon ziemlich beeindruckend.

"Glass" fand ich dagegen eher schwach, weil McAvoy diese in weiten Teilen völlig unlogische und unglaubwürdige Geschichte auch nicht mehr retten konnte.


Mittwoch, 22. Februar 2023

Die neue Schriftart habe ich übrigens in einem Blog gesehen, auf das ich über einen Mastodon-Post gestoßen wurde, genauer gesagt auf diesen (meiner Ansicht nach sehr lesenswerten) Artikel:

PLEASE Blog

Darin wirbt der Autor dafür, wieder mehr zu bloggen und die Inhalte nicht nur auf Social Media Plattformen zu teilen, ein Anliegen, das ich durchaus unterstütze.

So gesehen kann man den Musks und Zuckerbergs eigentlich sehr dankbar sein, dass sie einem ihre Werbeplattformen (denn genau das sind sie) so konsequent und nachhaltig verleiden.

Im Artikel steht außerdem ein Fluch, den ich noch nicht kannte, und den ich direkt in meine AutoText-Software übernommen habe:

May the fleas of a thousand camels infest their armpits.

Quelle: unklar


Ich war heute seit Monaten mal wieder im Fitness-Studio. Ich bin länger nicht hingegangen, weil ich verschiedene Malessen hatte (u.a Erkältung), zwischendurch hatte ich keine Lust, und dann habe ich mir ein weiteres Tattoo stechen lassen, und mit frischem Tattoo soll man ja nicht. Habe ich gelesen.

Die Mitgliedschaft ist glücklicherweise nicht so teuer, weil ich über den Arbeitgeber in so 'nem Vergünstigungs-Dingsi bin, mit dem ich bundesweit in alle möglichen Fitnessläden und Schwimmbäder gehen kann, und dadurch kostet mich die Mitgliedschaft etwa die Hälfte von dem, was mir das Studio regulär abknöpfen würde.

Wie auch immer, jetzt tut mir jedenfalls alles weh, morgen, spätestens übermorgen werde ich Muskelkater haben. Aber wenn's hilft.


Ich Vollhonk habe verpeilt, rechtzeitig die Bahncard 50 abzubestellen, und jetzt kriege ich wieder eine neue, obwohl ich die letzte eigentlich schon gar nicht richtig ausgenutzt habe. 244 Euro weg.

Sehr geehrter Herr Reineke,
vielen Dank, dass Sie sich für die BahnCard entschieden haben.

Textauszug aus der Rechnung

'Nen Scheiß habe ich!

Naja, irgendeiner muss ja was für die Finanzierung der Bahn machen, wenn's schon der Bundesbenzinkanisterverkehrsminister nicht macht. Vielleicht ergibt sich doch noch die eine oder andere Fernverbindung.


Dienstag, 21. Februar 2023

Ich habe hier mal eine andere Standardschriftart eingebaut, die "Roboto Slab" von Google Fonts (natürlich selbstgehostet).

Ich finde die ganz schick, weil sie auch zu einem minimalistischen Blog wie diesem hier passt und sehr gut lesbar ist. Tatsächlich verwende ich auf dem eBook-Reader eine recht ähnliche Schrift.

Wobei - die meisten werden das hier ohnehin im RSS-Reader der Wahl lesen, oder?

Schreibt es mir in die Kommentare, vergesst das Abo nicht, vergebt 5 Sterne und klickt auch auf die Glocke.


Vor etwa einem Jahr habe ich ja meine Lese- und Musikecke wieder eingerichtet, die hat nun doch nochmal eine Veränderung erfahren.

Der CD-Player war schon ziemlich runtergerockt. Der stand früher in meiner Ein-Zimmer-Wohnung, in der ich damals Kette geraucht habe, da wäre wohl eine Grundreinigung des Lesekopfes nötig gewesen.

Das wäre noch nicht das Riesenproblem, aber dem Receiver ging's auch nicht viel besser. Per Fernbedienung konnte man zwar die Lautstärke regeln, aber damit hatte man lediglich Einfluss auf einen Elektromotor, der dann den Lautstärkeknopf physisch gedreht hat. Der Mechanismus dafür war nun aber so fertig, dass es jedes Mal Ewigkeiten gedauert hat, die Lautstärke anzupassen. Ziemlich lästig, wenn man abends noch die XBox einschaltet, und einem erstmal alles um die Ohren fliegt, ohne dass man schnell leiser drehen kann.

Bluetooth war damals noch gar nicht erfunden, daher konnte ich auch nicht auf meiner Stereoanlage per Smartphone Spotify hören.

Also habe ich mich nun doch endlich mal (etwas schweren Herzens) von meinem Yamaha Receiver und CD-Player getrennt und beides durch eine Panasonic-Kompaktanlage ersetzt.

Das Ding hat alle Eingänge, die ich brauche, und nun kann ich bequem zwischen Bluetooth, Plattenspieler, CD, Radio, Fernseher und Xbox umschalten. Die alten Boxen habe ich stehen lassen, der Sound ist einwandfrei, zumal das Zimmer, das mir zugleich als Homeoffice dient, ohnehin eher klein ist. Und die Lautstärkeregelung geht jetzt auch wieder mit angemessener Geschwindigkeit.