Schrankwand!

Seit man am Wochenende nicht mehr weg gehen kann, treffen wir uns gelegentlich per Videokonferenz, das ist zwar nicht ganz das gleiche, aber wenigstens riechen die Klamotten hinterher nicht nach Zigarettenrauch.

Die Musikuntermalung hat zwischendurch mal gewechselt, zuerst hörten wir eine gemeinsame Spotify-Liste, bei der wir mehr oder minder gleichzeitig auf “Play” drückten, jeder vor seinem Rechner, dann hatten wir aber eine Zeit lang keine Lust, uns über die Musikauswahl Gedanken zu machen und machten Internetradio an. Da gibt es eine beachtliche Auswahl, die ja auch erstmal entdeckt werden will. Einziger Nachteil ist die hin und wieder eingespielte Werbung, aber das kommt nicht so oft vor, und die Unterbrechung ist auch eigentlich angenehm kurz.

Größter Vorteil ist allerdings: Alle hören das Gleiche, und man braucht keinen Account dafür.

Jedenfalls hörten wir eines Abends vor ein paar Wochen auf laut.fm irgendeinen Hardcore-Sender, bis zwischendurch wieder Werbung kam. Und zwar wurde für den Besuch eines Festivals geworben, wofür wir ja grundsätzlich schon die richtige Zielgruppe gewesen wären. Es handelte sich jedoch um ein Deutschrock-Festival 2019, zu dessen Besuch wir aufgefordert wurden. Ausgerechnet.

Den Ort des Geschehens habe ich vergessen, aber die Bands trugen alle Namen wie “Schrankwand”, “Kantholz” oder sonstwie brachial und sehr deutsch klingende Begriffe, die auch aus einem Baumarktprospekt hätten herrühren können. Einer entsetzlicher als der andere.

Die Werbung endet, mein Freund G. und ich gucken uns entgeistert per Webcam an, bis er schließlich sagt:

“Mann, da haben wir ja nochmal Glück gehabt, dass wir da nicht hingefahren sind.”

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