Irgendwie habe ich mal wieder Lust, zu bloggen, und die zuletzt gelesenen Bücher gehen ja immer, wenn einem sonst kein zündendes Thema einfallen will.
Mit Erschrecken musste ich allerdings feststellen, dass ich deutlich weniger als sonst üblich gelesen habe, was vielleicht an verschiedenen anderen Tätigkeiten lag, denen ich mich zuletzt gewidmet habe.
Aber eins nach dem anderen.
"Bergland" von Jarka Kubsova
Die Geschichte eines in den österreichischen Alpen gelegenen Bauernhofes, erzählt in unterschiedlichen Zeitebenen. An einigen Stellen sehr traurig, alles in allem aber doch ganz versöhnlich. Hat mir ganz gut gefallen.
"Verbrannte Wörter: Wo wir noch reden wie die Nazis - und wo nicht" von Matthias Heine
Bei manchen Begriffen war ich durchaus überrascht, dass sie gar nicht aus der Nazizeit stammen, von mir aber immer dort verortet wurden.
"Babel-17" von Samuel R. Delany
Das Buch handelt von einer Sprache, die das Denken verändert, sobald man sie spricht. Hat mich leider nicht sonderlich beeindruckt.
"Ein Sommer in Niendorf" von Heinz Strunk
Puh. Auf Strunk lasse ich ja normalerweise nichts kommen, aber das hier ist eines seiner schwächeren Bücher. Vielleicht auch Geschmackssache, aber dieser Roman wirkte auf mich eher uninspiriert.
"An Occurrence at Owl Creek Bridge" von Ambrose Bierce
Eine Kurzgeschichte, die wir damals im Englischunterricht gelesen haben und die mir irgendwie wieder vor die Nase kam. Auch heute noch sehr beeindruckend.
"Das große Spiel (Ender's Game)" von Orson Scott Card
Das Buch hätte man vermutlich auch auf zwei Drittel der Seiten zusammenkürzen können, und insbesondere der Locke-und-Demosthenes-Teil war mir dann doch zu unglaubwürdig. Ich hatte den Eindruck, dass der Autor sich nicht zwischen Gesellschaftskritik und Military Science Fiction entscheiden konnte. Nichtsdestotrotz ganz unterhaltsam.
Der Browser ist zugegebenermaßen sehr schnell, aber dieser ganze Kryptowährungsquatsch, der da drin verbacken ist, geht mir fürchterlich auf die Nerven.
Ich war in der vergangenen Woche krank zu Hause und hatte Gelegenheit, ein bisschen Fernsehen zu gucken.
Die Wannseekonferenz
Puh, harter Stoff. Auf der Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 wurde der organisatorische Ablauf der Massenvernichtung der europäischen Juden besprochen und beschlossen. Der Holocaust war da bereits im Gange, hatte aber noch nicht dieses industrielle Ausmaß erreicht.
Der Fernsehfilm stellt die Konferenz anhand des damals gefertigten Protokolls nach, und danach ist man erstmal völlig fassungslos, mit welcher Kälte die Teilnehmer diesen ganzen Wahnsinn diskutieren, wie man eben ein logistisches Problem diskutiert: Wie lässt sich der Transport effizient organisieren, wie viele Kapazitäten haben die im Aufbau befindlichen Vernichtungslager, etc.
Unbedingt anschauen, "Die Wannseekonferenz" ist noch bis Ende Januar in der ZDF Mediathek verfügbar.
Made To Measure
Lässt sich eine Persönlichkeit komplett abbilden, indem man einfach nur deren Suchbegriffe bei Google zusammenfügt? In diesem Experiment wird der Lebensweg einer jungen Frau nachgezeichnet und Schlüsselszenen durch eine Schauspielerin nachgestellt, die von der darzustellenden Person nur das Suchprofil bei Google kennt. Sehr beeindruckend.
Danach habe ich erstmal den Browser und die Standardsuchmaschine gewechselt. (Brave Browser und Brave Search)
The Billion Dollar Code
Diese Miniserie handelt von Terravision, einem Kunstprojekt, bei dem man bereits Anfang der 90er übergangslos auf jeden beliebigen Punkt der Erde zoomen konnte. Google wurde beschuldigt, den dafür verwendeten Algorithmus für Google Earth kopiert und damit das dafür erteilte Patent verletzt zu haben. Die Serie fasst mehrere am Projekt beteiligte Personen zu zwei Hauptcharakteren zusammen, ist sehr schön gemacht und vor allem für Zuschauer*innen wie mich interessant, die damals mit dabei waren, als das Internet irgendwann in den 90ern begann, in der Bevölkerung anzukommen. ("Bin ich schon drin?")
Kann man sich aber auch gut einfach so zur Unterhaltung anschauen. Zu finden auf Netflix. Ein kurzes Making Of mit Interviews der Originalpersonen gibt es eben dort und ist auch ganz sehenswert.
The Redeem Team
Handelt von der US-amerikanischen Basketballmannschaft, die bei den Olympischen Spielen 2008 versucht, Gold zu holen, nachdem sie 4 Jahre zuvor eine herbe Niederlage einstecken mussten.
Ich stehe auf Basketball, darum hat's mir gefallen, ist wahrscheinlich Voraussetzung. Ebenfalls bei Netflix.
Eat The Rich - The GameStop Saga
Die Doku beschreibt ein Ereignis, das sich Anfang 2021 abgespielt hat. Nachdem die Einzelhandelskette GameStop in der Zeit zuvor immer schlechtere Ergebnisse einfuhr, wurden Hedgefonds auf die Aktie aufmerksam und wetteten darauf, dass sie weiter fallen würde.
Wenn man sich eine ganz normale Aktie kauft und hofft, dass sie steigen wird, kann sie schlimmstenfalls auf Null fallen. Hedgefonds leihen sich jedoch Aktien und verkaufen sie weiter, in der Hoffnung, dass sie diese später zu einem niedrigen Preis zurückkaufen und zurückgeben können. (Das ist wahrscheinlich stark vereinfacht ausgedrückt.)
Hedgefonds machen also Gewinn dadurch, dass Unternehmen pleite gehen, Menschen arbeitslos werden und ihre Existenz verlieren. Das macht sie nicht sonderlich beliebt.
So kam es, dass sich in einem Reddit-Bereich Kleinanleger zusammen taten und wie blöde GameStop-Aktien gekauft haben, so dass deren Kurs immer weiter stieg und die Hedgefonds extreme Verluste einstecken mussten.
Die Miniserie auf Netflix ist ganz spaßig anzuschauen, allerdings für Nicht-Muttersprachler recht anstrengend, weil sehr schnell gesprochen und zugleich lauter englischsprachige (Text-)Screenshots eingeblendet werden. Und gleichzeitig deutsche Untertitel und englische Schlagzeilen zu lesen, fiel mir dann doch etwas schwer, so dass ich immer mal zurückspringen musste.
Wir waren in Minden auf dem Ärzte-Konzert. Ich bin nicht der allergrößte Ärzte-Fan, aber live habe ich die noch nie gesehen, und meine Frau wollte gerne hin.
Ich hatte als 14-jähriger „Das ist nicht die ganze Wahrheit“ auf Original-Kassette, meine Schwester hatte „Im Schatten der Ärzte“ auf Schallplatte, und viel mehr kannte ich damals von denen auch nicht näher.
Ihre Musik ist also eigentlich nicht so meins, die Haltung hingegen um so mehr. Ich mag deren Selbstironie, und wenn sie sich politisch äußern, kann ich das in aller Regel unterschreiben.
Umso ärgerlicher war die Anreise zum Konzertgelände. Nach Minden kommt man von uns aus nur sehr schlecht mit dem Zug, zurück schon mal gar nicht, also kamen wir (wie gefühlt alle anderen 40.000 Gäste auch) notgedrungen mit dem Auto und standen erstmal eine dreiviertel Stunde im Stau. Das gleiche wiederholte sich bei der Abreise. Warum der Veranstalter es nicht hinbekommt, einen Park-and-Ride-Service zu organisieren, anstatt alle 6000 Autos auf einen Parkplatz zu lotsen - man weiß es nicht. Was allein bei An- und Abreise für CO2 in die Luft geblasen wurde, will ich gar nicht wissen.
Das Konzert selbst war ganz ok. Die erste Vorband kannte ich nicht, wurde aber immerhin von Bela B. persönlich angesagt. Danach kamen New Model Army, die ich früher gerne gehört habe. Mein Freund S., der ebenfalls mit seiner Lebensgefährtin dabei war (die uns alle zusammen gefahren hat) meinte dazu: „Manchmal ist es vielleicht besser, sich an die Jugendzeit nur zu erinnern.“ Recht hat er.
Die Ärzte lieferten ihre anscheinend übliche Show ab, machten zwischendurch Witze, spielten viele Klassiker, die ich auch kannte und einiges vom neueren Material.
Was mir aber am meisten auffiel, war der Unterschied zwischen einem solchen Mainstream-Publikum und dem auf Metal- oder Hardcore-Konzerten. Kurz zusammengefasst: Je härter die Musik, desto rücksichtsvoller sind die Zuschauer*innen.
Hier stellten sich Leute direkt vor einen, obwohl sie damit wissentlich die Sicht anderer behinderten, drängelten sich beim Biertresen vor oder filmten minutenlang ganze Songs.
Von Metal-Konzerten kenne ich sowas nicht, zumindest nicht so gehäuft.
Und weil ich dann irgendwann durch die Menge ein letztes Mal aufs Dixi-Klo musste, habe ich mir noch ein Bier auf die Faust geholt, bin dann einfach etwas früher vom Gelände gegangen, und wir haben uns am Auto getroffen.
Alles in allem war‘s ein ganz gutes Konzert, aber zu solchen Mainstream-Massenveranstaltungen gehe ich so schnell nicht nochmal, da sind mir die kleinen Clubkonzerte mit ordentlich Geballer deutlich lieber.
Ich habe mir eine Tastatur für mein iPad gekauft. Nicht, dass ich nicht täglich genügend Gelegenheiten hätte, vor einer Tastatur zu sitzen, aber genau darum geht es: Ich sitze jeden Arbeitstag vorm Rechner, und wenn dann private Mails eintrudeln, habe ich einfach nicht mehr die Energie, die an einem vollwertigen PC zu beantworten und dabei am Schreibtisch zu sitzen.
Sowas würde ich lieber im Freizeitmodus machen, sprich: Auf dem Fernsehsessel lungernd, mit ´ner Katze zwischen den Füßen. Dafür ist das iPad ideal, allerdings kann ich auf der virtuellen Tastatur nicht besonders gut längere Texte schreiben. (Auf dem iPhone schon mal gar nicht.)
Und diese Lücke füllt die Tastatur fürs iPad. Ich habe die günstigere von Logitech gewählt, das Original von Apple war mir viel zu teuer. Mit der Haptik komme ich erstaunlich gut zurecht, bedenkt man, dass ich normalerweise an einer IBM Model M sitze.
Jetzt macht auch der iA Writer Sinn, den ich für Windows lange benutze, der fürs iPad aber immer noch 49,99 € kostet, eine Ausgabe, die ich bisher gescheut habe. Wenn ich mir das schönrechne, kann ich einfach behaupten, ich hätte für Tastatur + iA Writer weniger bezahlt, als ich für eine Original-Apple-Tastatur ausgegeben hätte.
Und weil der iA Writer seit kurzem direkt Entwürfe in Wordpress speichern kann, ist das (mal wieder) eine gute Gelegenheit, mein Blog zu reaktivieren.
Am Mittwoch bin ich zum ersten Mal in diesem Jahr aufs Rennrad gestiegen und habe meine 25km-Feierabendrunde gedreht.
Mein Fitnesslevel bewegt sich derzeit zwar auf "Ich passe gerade noch in die Fahrradhose"-Niveau, aber das wird schon, mein Schnitt lag bei ca. 23 km/h, und auch vom Puls war's soweit ok.
Am Freitag haben wir nach zweijähriger Coronapause endlich mal wieder Freunde zu unserem traditionellen Karfreitagsgrillen eingeladen.
Schön war's, allerdings ist mir aufgefallen, wie schwer es mir fällt, den Worten meines Gesprächspartners zuzuhören, wenn zeitgleich am Tisch zwei weitere Unterhaltungen stattfinden. In der Kneipe ist mir das relativ egal, mit den anderen am Tresen habe ich meist nicht viel zu tun, aber am eigenen Esstisch kenne ich alle, und vielleicht unterhält man sich nebenan ja über Dinge, die mich auchinteressieren. Schließlich hat man sich eine Weile nicht gesehen, und da will ich natürlich nichts verpassen.
Also wechselt meine Aufmerksamkeit ständig von einem Redner zum nächsten, und selbst möchte ich vielleicht auch mal was sagen, das will ja ebenfalls überlegt sein.
Kann sein, dass ich das einfach wieder üben muss. Aber egal, schön war's trotzdem.
Am nächsten Tag waren wir nach dem Frühstück beim Oster-Friedensmarsch, an dem mir besonders gefallen hat, dass da zwar alle dasselbe Ziel "Frieden" verfolgten, aber durchaus hörbar war, dass es unterschiedliche Ansichten gab und gibt, wie dieses Ziel zu erreichen sei.
So waren erwartungsgemäß Teilnehmer*innen vor Ort, die sich komplett dem Pazifismus verschrieben haben. Es gab aber auch viele, die - so wie ich auch - die Meinung vertraten, dass man der Ukraine nicht nur mit warmen Worten beistehen muss, sondern dass man ihr auch die Möglichkeit geben muss, sich gegen die ja ohnehin schon ausgeübte Waffengewalt zu verteidigen.
Der Versuch des örtlichen Querdenker-Vorturners, die Veranstaltung für sich zu vereinnahmen, wurde mit Hilfe der Polizei sowie deutlicher Gegenrede recht effektiv unterbunden, und mehr muss man zu dieser Person auch nicht sagen.
Nachmittags bin ich dann nochmal rauf aufs Rennrad, diesmal weseraufwärts Richtung Emmerthal. Die Strecke ist etwas kürzer, dafür hatte ich aber auch ganz gut Gegenwind.
Am Sonntag haben wir dann eine Familienradtour gemacht. Wir haben den ganzen Proviant und was noch so mitmusste in mein Lastenrad gepackt, und wieder ging's Richtung Emmerthal und darüber hinaus. Zwischendurch haben wir immer mal eine Pause (in erster Linie fürs Kind) eingelegt und gepicknickt.
Dabei habe ich allerdings offenbar aufgrund der doch noch recht niedrigen Lufttemperatur die UV-Strahlung unterschätzt und mir an dem Tag ordentlich das Gesicht verbrannt, so dass ich dann Abends reichlich kühlende Creme drauf schmieren musste.
Für den Abend war ich mit Markus zum Homekneiping verabredet, das letzte war auch schon wieder eine ganze Weile her, und wir hatten uns einiges zu erzählen. Mein Jitsi-Server zickte etwas rum, so dass wir auf einen öffentlichen ausweichen mussten. Ich hatte dann bereits überlegt, ob ich den eigenen Server erstmal einstampfe, aber morgens lief wieder alles.
Am Ostermontag haben wir eine Weserrundfahrt gemacht. Naja, hoch und wieder runter ist jetzt nicht unbedingt "rund", aber das Prinzip sollte klar sein.
Und so bin ich den dritten Tag in Folge nach Emmerthal gefahren, diesmal auf einem Schiff der "Flotte Weser". Einfach nur rumsitzen, gucken, mal ein Bier bestellen und dann wieder gucken.
Eigentlich kenne ich ja schon nahezu jeden Stein an der Weser, aber vom Schiff aus sieht man ihn dann wieder von der anderen Seite, und das ist genau die richtige Balance zwischen Langeweile und Attraktion, dass sich diese zwei Stunden fast wie Urlaub angefühlt haben.
Man kommt ja zu nichts. Hier geht's mittlerweile zu wie in meinem Postfach, in dem ich vor jeder Beantwortung einer Mail eigentlich erstmal "Sorry für die späte Antwort" schreiben muss.
Was gibt's seit Jahresanfang zu berichten? Hm.
Frau und Kind hatten Corona, gleichzeitig, trotz Impfung. Ich nicht, obwohl wir wegen "jetzt ist auch egal" währenddessen keine Isolationsmaßnahmen getroffen hatten. Mein Test blieb einfach die ganze Zeit negativ, sogar mit PCR und allem. Nicht, dass ich den Eindruck hätte, was verpasst zu haben, mir soll's recht sein.
Die Familie hat die Infektion gut überstanden, ich habe drei Wochen später eine handelsübliche Erkältung bekommen, mit Nebenhöhlenentzündung und allem Scheiß.
Ich habe jetzt wieder einen Plattenspieler. Eigentlich habe ich sogar schon länger einen relativ alten aus zweiter (dritter?) Hand, aber da hätte die Nadel getauscht werden müssen. Eigentlich kein Ding, aber ich hatte den erst im Wohnzimmer stehen, da musste er aus Platzgründen weg nach oben, hier (oben) hatte ich allerdings meine Stereoanlage nicht mehr aufgebaut, ich konnte ihn also nur mit einem - extra beschafften - Vorverstärker nur an einer Soundbar anschließen. Das klang aber komplett daneben, denn der Vorverstärker rauschte wie verrückt.
Also überlegte ich mir: Nadel + besserer Vorverstärker = neuer Plattenspieler. Ich bestellte also einen okayen Plattenspieler von Dual mit schaltbarem Vorverstärker, und Bluetooth hat der auch.
Dann stellte sich heraus: Die Soundbar klang ebenfalls mies, vor allem bei Musik, also habe ich meine gesamte Stereoanlage inklusive CD-Player wieder hier oben aufgebaut, und als ich schon mal dabei war, habe ich auch gleich meine ganzen CDs wieder einsortiert, die seit 2013 im Keller lagerten.
Jetzt habe ich hier wieder eine richtige Lese- und Musikecke, und das freut mich sehr.
Gelesen habe ich seitdem:
"Der Wüstenplanet" von Frank Herbert - Ich berichtete ja bereits davon. Nach dem ersten Romanteil habe ich aber erstmal Pause gemacht und hebe mir die ganzen Fortsetzungen für später auf. Nach wie vor aber ein wegweisender Science-Fiction-Roman.
"Der Astronaut" von Andy Weir - Wem "Der Marsianer" gefallen hat, der dürfte auch hier seinen Spaß haben. Sehr nerdig, sehr wissenschaftlich, vollgepackt mit lauter "Was wäre wenn?"-Ideen.
"Artemis" von Andy Weir - Das hat mir nicht besonders gefallen. Die Story ist - bis auf das Setting - ziemlich beliebig: Protagonistin übernimmt gefährlichen Auftrag und legt sich unfreiwillig mit mächtiger Organisation an. Richtig doof war aber, dass Weir anscheinend nicht allzu viele Frauen im Lektorat hatte. Das ist schon eine sehr männliche Sicht, aus der er da die Gedanken und Beweggründe der Protagonistin beschreibt.
"Die Raststätte" von Florian Werner - Unterhaltsame Reportage über Autobahnraststätten, bzw. ein prototypisches Exemplar: Garbsen Nord. Weil diese Raststätte relativ nah gelegen ist, war ich da übrigens noch nie. Warum auch? Wenn man losfährt, braucht man keine, und so kurz vor zu Hause kann man auch noch bis zu Hause warten. Vom Buch ist bei mir nicht besonders viel haften geblieben.
"Nochmal Deutschboden" von Moritz von Uslar - Die ursprüngliche Reportage "Deutschboden" fand ich super, das hier empfand ich dann doch als Aufguss.
"Hagen von Tronje" von Wolfgang Hohlbein - Im Februar haben wir mit der ganzen Homekneiping-Baggage Markus in Duisburg besucht, und da stand das im Regal. Einer aus der Runde fand es gut, weil "es die Figur Hagen mal von ganz anderer Seite zeige", also habe ich es mir von Markus ausgeliehen. Ich muss allerdings gestehen, dass ich die Nibelungensage nie gelesen habe und daher nicht mal die "eine Seite" von Hagen von Tronje kannte. Ich habe es daher wie einen Historienroman mit leichten Fantasy-Anleihen gelesen, und dafür war's ganz ok. (Nicht so mein Genre eigentlich.)
"Junge mit schwarzem Hahn" von Stefanie vor Schulte - Wenn ich nicht eines abends leicht angetrunken das Abo der Büchergilde Gutenberg abgeschlossen hätte, hätte ich dieses Buch wohl niemals gelesen. So war ich eigentlich ganz froh drum. Es ist ein Märchen für Erwachsene, das etwa zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges spielt. Das Lesen hat mir Spaß gemacht, aber 20 Euro sind eigentlich zu viel für ein doch recht kurzes Buch.
"Die Leuchtturmwärter" von Emma Stonex - Das nächste Buch der Büchergilde wurde bereits kurz darauf geliefert, das stand aber ohnehin schon auf meiner Leseliste. Ich fand's allerdings nicht so wahnsinnig spannend. Der Klappentext versprach Mystery, sowas kam zwar auch im Roman vor, hatte aber nur wenig Einfluss auf die Auflösung, und so blieb's ein ziemlich langweiliges Drama mit banaler Dreiecksbeziehung. Enttäuschend.
"Es ist immer so schön mit dir" von Heinz Strunk - Der namenlose Protagonist führt ein relativ ereignisloses Leben, bis er einer jungen, bildhübschen Frau begegnet und dafür seine bisherige Beziehung aufgibt, um sich stattdessen in diese zu stürzen. Die "Neue" ist aber ziemlich schwierig und hält ihn immer wieder auf Distanz. Es ist, wie einem Autounfall in Zeitlupe zuzusehen. Man will ihm die ganze Zeit "Komm da weg" zubrüllen, während er eine falsche Entscheidung nach der anderen trifft. Was nicht heißen soll, dass er an der ganzen Misere unschuldig wäre. Das Buch: In seiner ganzen Schrecklichkeit großartig zu lesen.
Der Idee von Markus folgend habe ich mir ebenfalls ein Remarkable? geläftRemarkable2 gekauft, sozusagen als verspätetes Weihnachtsgeschenk.
Das macht wirklich Spaß, aber da merkt man erstmal, wie kaputt die eigene Handschrift im Laufe der Jahre geworden ist. Ich bin aber durchaus gewillt, daran zu arbeiten, daher auch diese Schreiblernlinien*, wie sie in der Grundschule verwendet werden. Muss ja für Erwachsene nicht schlecht sein.
Die ich nachträglich installiert habe.
Der durchgestrichene Teil wurde als einziger nicht vom reMarkable korrekt erkannt. Ich finde das wirklich beeindruckend. Die Links habe ich natürlich nachträglich eingefügt.
Der Kater hockte irgendwann unterm Dach und dämmerte vor sich hin. Kein gutes Zeichen, also sind wir nach einem anderen Pflichttermin doch noch zum Tierarzt mit ihm gefahren: 41° Fieber. Das ist auch für Katzen ganz schön hoch.
Vom Tierarzt hat er verschiedene Spritzen (Antibiotikum, Antiphlogistikum, Antipyretikum) bekommen, und am nächsten Tag war er wieder einigermaßen fit, fing dann aber an zu niesen.
Der Katze (w) wiederum war das relativ egal, hatte aber plötzlich nach ein paar Tagen eine Bindehautentzündung. Während der Kater nun vor sich hinnieste (noss? nas?), bekam die Katze Augentropfen verschrieben.
Katzen lieben Augentropfen. Nicht.
Die fing dann beim Verabreichen der Tropfen und dem damit verbundenen Festhalten unter einer Wolldecke heftig das Sabbern und Niesen an, so dass wir mit ihr auch nochmal beim Tierarzt waren.
Die bekam dort ebenfalls verschiedene Spritzen, allerdings nur zwei, Fieber hatte sie zwar, aber nicht besonders hoch.
Zum Glück sind beide gegen Katzenschnupfen geimpft, und zum Glück haben wir für beide eine Krankenversicherung abgeschlossen.
Mittlerweile geht es beiden wieder ganz gut, vielleicht sogar besser als mir.
Ich habe gestern einen offensichtlichen SPAM-Anruf weggedrückt - die angezeigte Rufnummer kam aus London.
Aber jetzt bin ich unsicher:
Was, wenn das Boris Johnson war, der mir ein Jahresgehalt anbieten wollte, damit ich mit meinem 7,5t-Führerschein für einen Monat Benzin durch UK kutschiere?
Also, nur für den Fall: Boris, melde Dich nochmal, die Kommentare sind offen.
Ich deaktiviere (zumindest für eine Weile) meinen Facebook-Account. Mal gucken, ob ich ihn irgendwann vermisse.
Blöderweise hängt da auch meine Facebook-Seite für den ehrenamtlichen Fahrradbeauftragen dran, die muss ich dann zugleich deaktivieren. Aber ist dann halt so.
Ich wollte das schon länger mal machen, aber jetzt scheint es mir eine gute Gelegenheit zu sein.
Wie's aussieht, wird das hier so eine Art Winterreifen-Blog, mit einer saisonalen Nutzung von Oktober bis Ostern.
Es liegt einfach am Wetter. Wenn abends noch die Sonne scheint, gehe ich lieber noch eine Runde um den Block oder fahre ein paar Kilometer auf dem Rad, als mich vor den Rechner zu setzen - da sitze ich ja den ganzen Tag schon.
Und wenn es abends kühler wird, nutze ich die Zeit lieber, um in meinem jeweiligen Buch weiterzulesen.
Zuletzt gelesen habe ich übrigens:
"Libellen im Kopf" von Gavin Extence - Ein Buch über eine manisch-depressive Protagonistin. Sehr lesenswert.
"Corruption" von Don Winslow - Spannend, aber im Vergleich zu seiner "Kartell"-Reihe eher seicht.
"Die Asche meiner Mutter" von Frank McCourt - Bedrückend und trotzdem mit viel Humor geschrieben. Und natürlich von Harry Rowohlt großartig übersetzt (soweit ich das beurteilen kann).
"Komplett Gänsehaut" von Sophie Passmann - Ein Rant, der sich über zu viele Seiten erstreckt - obwohl das Buch sehr dünn ist. Eigentlich kennt man sie ja eher in lustig, das hier war's gar nicht. Wahrscheinlich bin ich zu alt, um dafür als Zielgruppe in Frage zu kommen.
"Ich bekenne" von Rob Halford - Sehr selbstironisches und trotzdem aufrüttelndes Buch (zumindest in der ersten Hälfte), in dem Halford beschreibt, wie es ist, als homosexueller Mann in einer Gesellschaft zu leben, die davon unter keinen Umständen erfahren darf. Gut, dass sich langsam einiges zum Besseren wendet.
"Risiko" von Gerd Gigerenzer - Teilweise etwas redundant, er wiederholt die wesentlichen Erkenntnisse des Buches ein paar Mal zu oft. Kann man aber gut lesen.
"Die wandernde Erde" von Liu Cixin - Der Mann hat ein unglaubliches Vorstellungsvermögen. Es macht Spaß, wie er auch die skurrilsten Annahmen zu Ende denkt.
"Die Erfindung des Countdowns" von Daniel Mellem - Für einen Roman zu trocken, für ein Sachbuch zu seicht.
Jetzt lese ich gerade "Der Wüstenplanet" von Frank Herbert, nachdem ich am Mittwoch im Kino war und die Neuverfilmung von "Dune" gesehen habe. Wie Markus schon schrieb: Eines der spektakulärsten Kinoerlebnisse, das ich seit langer Zeit hatte.
Ich kam aus dem Kino und habe mir direkt die sechsteilige Romanreihe bestellt. Den ersten Teil hatte ich vor langer Zeit gelesen, da war ich aber anscheinend noch zu jung und habe viele Dinge nicht ausreichend durchdrungen.
Morgen gehe ich nochmal ins Kino, um mir den Film ein zweites Mal anzusehen. Das habe ich noch nie gemacht. Aber so gut ist der.
Ich klopfe, wie derzeit jeden zweiten Morgen, um kurz vor zehn an der Tür der Tochter, um das Frühstück anzukündigen.
Nach dem Frühstück möchte sie baden. In der Wanne. "Baden?" frage ich. "Und was ist mit Hausaufgaben?"
"Die hatte ich gestern schon fertig."
Na, gut, meinetwegen, dann soll sie halt baden. Wenn ich den ganzen Tag keinerlei Verpflichtungen hätte, würde ich vielleicht auch nach dem Frühstück baden, warum nicht.
"Soll ich dir dann Wasser einlassen?"
"Nee, das kann ich selbst."
"Und sonst brauchst du nichts? Fönen hinterher oder so?"
"Nee, nee, mach ich selber."
Tja, gut. Wir frühstücken, ich gehe wieder an meinen Schreibtisch. Das Kind sehe ich das nächste Mal irgendwann um viertel vor eins, als ich das Mittagessen vorbereite. Es ist vollständig bekleidet und hat nasse, aber nicht triefnasse Haare. Dann wird es wohl tatsächlich gebadet haben. Und die Haare gefönt auch.
Sowas, da ist man mal ein gutes halbes Jahr im HomeOffice, zack, wird das Kind langsam selbstständig.
Die Süddeutsche Zeitung hat ein Projekt im Vorfeld der Bundestagswahl gestartet, um herauszufinden, wie der Instagram-Algorithmus darauf Einfluss nimmt, welche politischen Inhalte den Benutzer*innen angezeigt werden.
Das funktioniert so, dass man sich im Browser ein Plugin installieren muss, um dann im Anschluss drei vorgegebenen politischen Instagram-Accounts zu folgen. Was das Plugin macht, habe ich nicht so ganz verstanden, zumal ich Instagram ohnehin fast ausschließlich auf dem Smartphone öffne.
Ich wollte da eigentlich mitmachen, aber dann hätte ich u.a. Christian Lindner und der FDP-Bundestagsfraktion folgen müssen, und das habe ich dann doch nicht über mich gebracht.
Einen Kindergeburtstag gab es dann doch nicht, obwohl wir kurzzeitig dachten, dass das vielleicht doch irgendwie klappen könnte.
Da ja am Samstag die "Bundesnotbremse" in Kraft treten sollte, schauten wir nochmal genau in die Bestimmungen und hatten schon Hoffnung, denn die hätten "kontaktlosen Sport von bis zu 5 Kindern im Alter bis zu 14 Jahren" erlaubt. Man hätte die Kinder also draußen Inline Skates fahren lassen können, aber verhindern, dass die dann die Köpfe zusammenstecken, kann man ja nicht.
Und überhaupt: Unbeschwert wäre das auch nicht gewesen.
Also haben wir bei den Eltern von zwei Kindern angerufen und die Party erstmal verschoben, bis sich die Lage bessert. Stattdessen durfte nur die beste Freundin - und ohnehin die einzige, die bei uns ins Haus darf (und umgekehrt) - über Nacht bleiben, getestet haben wir uns sicherheitshalber auch noch alle. Am Samstag stellte sich dann noch raus, dass ohnehin erstmal noch die alte Verfügung galt, insofern haben wir die richtige Entscheidung getroffen.
Die beiden haben wir auf Inlinern auf Foto-Safari im Viertel geschickt, wir haben gegrillt, und später haben wir ihnen unser Wohnzimmer überlassen: Mit Disco-Lichtorgel, Bettenlager und Harry Potter 3, während wir uns zurückgezogen und die erste Folge "Chernobyl" gesehen haben und ich dann noch ein Weilchen Jitsi-Meeting betrieben habe.
Keine Ahnung, wann die eingeschlafen sind, aber darum ging's ja, dass sie das selbst bestimmen durften.
Ich glaube, so war's dann doch noch ein ganz schöner Geburtstag. Man muss halt das beste aus der Situation machen.
Am Sonntag dann erstmal ausgeschlafen, gemeinsam gefrühstückt und ansonsten nur rumgegammelt. Bei den Kindern war auch die Luft einigermaßen raus.
Ich habe mir die Folge "Chez Krömer" angesehen, bei der Torsten Sträter zu Gast war und die beiden über die Überwindung ihrer Depression gesprochen haben, und da musste ich doch zwischendurch ganz schön schlucken. Absolut sehenswert.
So, nun ist es wieder soweit, wir sind mehr als drei Tage über 100 und somit Hochinzidenzkommune. Damit gehen wieder verschiedene Verschärfungen einher, zum Beispiel gibt's kein Terminshopping mehr, man darf nur noch eine Person aus einem fremden Haushalt treffen, und Kinder zählen nicht nur bis 6 Jahren nicht dazu, sondern bis einschließlich 14 Jahren.
Ich verstehe das, ehrlich.
Wenn die Infektionszahlen steigen, muss man halt Gegenmaßnahmen einleiten. Ich bin bei allem dabei, nutze die Corona-Warn-App, halte Abstand, lasse mich impfen, treffe niemanden (außer vielleicht mal zum Spazierengehen), bin seit Monaten im HomeOffice, trage FFP2-Maske, wasche meine Hände, kaufe und benutze Selbsttests, teile Tweets von Lauterbach und Drosten, sogar von der Bundesregierung, alles.
Aber jetzt fällt zum zweiten Mal in Folge der Geburtstag unserer Tochter ins Wasser, und wir hatten schon extra alles so sicher wie möglich geplant: Nur drei Kinder, aus derselben Lerngruppe, alle machen vorher Selbsttests, und das Wenige, das stattfindet, findet draußen statt.
Versucht mal, einem Kind zu erklären, dass das nicht geht, wenn es mit dreimal so vielen Kindern jeden 2. Tag zusammen im Klassenraum sitzen muss.
Ich bin müde.
Wir haben gegrillt. Mein Vegetarismus ist mittlerweile erstmal zum Erliegen gekommen, es gibt allerdings bei weitem nicht mehr so häufig und beiläufig Fleisch wie früher, und wenn, dann teures. Ich weiß, dass das nicht reicht, um den Klimawandel aufzuhalten, aber naja, mehr ist bei mir im Moment nicht drin, Müdigkeit, wissenschon.
Wir haben uns zum Hochzeitstag nämlich einen Gasgrill geschenkt. Wenn man schon nirgendwohin kann, findet gesellschaftliches Leben maximal mit wenigen Freunden auf der Terrasse statt, und dann grillt man halt.
Ein Freund, den ich beim Online-Biertrinken kennengelernt habe, gab mir auf die Frage, was man mit dem Seitenbrenner vom Grill so anfangen kann, den Tipp, darin für Burger Zwiebeln zu dünsten, idealerweise mit viel Butter in einer Gusseisenpfanne. Die fehlte mir allerdings noch, also habe ich vorgestern eine bei Amazon bestellt.
Fünf Minuten, nachdem ich den Grill zum Vorheizen eingeschaltet hatte, klingelte der Lieferbote an der Tür und brachte die Pfanne. Das ist mal Timing.
Also gab es gestern Burger mit gedünsteten Zwiebeln, und das war sehr lecker. Beim nächsten Mal auch gerne wieder mit vegetarischen Burgerpatties, für's Gewissen.
Schwiegervater (über 70) ist seit Ostern geimpft, der hat sich aus den Restbeständen, die die Landesregierung Nordrhein-Westfalen wegen des AstraZeneca-Stopps an Senioren verteilt hat, erstmal mit viel Geduld und "an drei PCs in allen Browsern F5 drücken" die Impfe gesichert und den ersten Schuss gut vertragen. Schwiegermutter (auch über 70) hat 30 Minuten am Smartphone verbracht und jetzt auch einen Termin.
Ich wurde im März mit AstraZeneca geimpft, auch ohne größere Impfreaktion, nur auf der linken Seite konnte ich schlecht schlafen, deshalb war ich am Folgetag etwas müde und hatte leichten Kopfschmerz. Nach einer Grippostad war aber alles wieder im Lot. Meinen zweiten Termin habe ich noch nicht, ich weiß nicht mal, womit ich dann wohl geimpft werde, aber ich würde auch AstraZeneca nochmal nehmen.
Vor ein paar Monaten hatte ich mir ein Digitalabo der ZEIT zugelegt, nicht das erste Mal übrigens.
Nun ja, jetzt habe ich es wieder gekündigt. Der Grund war derselbe wie bei der New York Times: Ich habe zu wenige Texte gelesen, wobei ich die längeren Stücke noch am interessantesten fand, aber die tagesaktuellen Artikel unterschieden sich letztlich kaum von denen anderer Onlinemagazine, waren vielleicht eine Spur konservativer, und manche fand ich einfach nur blasiert.
Das ist mir aufgefallen, als die Amazon Prime Mini-Serie "Last One Laughing" besprochen wurde. Während ich bei Spiegel Online den Eindruck hatte, dass da jemand fair und unvoreingenommen selbst mit länger nicht mehr sichtbar gewesenen Comedians (z.B. Mirco Nontschew) umgegangen ist, war der ZEIT-Autor sichtlich bemüht, kein gutes Haar an der Sache zu lassen. Überhaupt sei der deutsche Humor ja bestenfalls minderwertig, das sei alles niveaulos, und so weiter.
Mit der Haltung bin ich dann an die Sendung gegangen und musste feststellen, dass das eine der lustigsten gewesen ist, die ich seit langem gesehen hatte.
Allein die Szene, in der Max Giermann neben Torsten Sträter stehend eben diesen absolut perfekt parodiert, ist Gold wert. Wer die Möglichkeit hat: Unbedingt anschauen.
Ich hatte danach jedenfalls erstmal keine Lust mehr auf ein Abo der ZEIT.
Stattdessen habe ich mir ein Abo eines Magazins zugelegt, von dem ich gar nicht wissen will, wie ZEIT-Autoren das finden: Das Rock Hard nämlich.
Ich war früher mal Kuttenträger, habe meinen Musikgeschmack schon seit meiner frühen Jugend im Metal verortet und diese Zeitschrift damals regelmäßig gelesen. Schließlich musste man ja wissen, welche aktuellen Alben unbedingt gekauft und gehört werden mussten, immerhin konnte man sich damals nur höchstens 2 davon im Monat leisten.
Kürzlich war ich dann zufällig auf der Webseite des Rock Hard, wo für das aktuelle Heft angekündigt wurde, dass man sich dort unter anderem dem Thema "Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien" (BPjM) widmen würde. Das fand ich ganz interessant und habe mir das Exemplar bestellt.
Kurz gesagt: Ich war begeistert.
Sie haben natürlich "Cannibal Corpse" (eine, was Texte und Cover angeht, ziemlich extreme Band) anlässlich ihres aktuellen Albums interviewt, aber es kam auch ein Musikwissenschaftler zu Wort, außerdem ein Plattenfirmenmanager, aber auch der stellvertretende Vorsitzende der BPjM konnte seine Sicht der Dinge darlegen.
Ich fühlte mich hinterher jedenfalls gut und ausgewogen informiert, und weil ich mich immer noch dafür interessiere, was an aktuellen Alben auf den Markt kommt, habe ich kurzerhand ein Jahresabo abgeschlossen.
\m/ (Das ist eine Pommesgabel.)
Die jeweiligen Ausgaben werde ich aber wohl vor meiner Tochter verstecken bzw. mit der Titelseite nach unten hinlegen müssen, sonst bekommt die Albträume.
Heute habe ich wieder mal den Effekt bemerkt, der sich einstellt, wenn man an lange vor sich hergeschobene Aufgaben einfach mal beigeht, wie man bei uns so sagt.
Eigentlich weiß man nämlich schon die ganze Zeit, welcher Aufwand einen erwartet, und in aller Regel ist der auch bei den meisten Dingen gar nicht so hoch. Die Abneigung gegenüber der Aufgabe steigt jedoch leider im gleichen Maße, je länger man das zu Erledigende vor sich herschiebt.
Ich betreue ja das freie Lastenrad hier vor Ort, und seit Monaten gibt es eine neue Version des Buchungssystems. Weil die Migration nicht auf Anhieb in der ersten (neuen) Version geklappt hatte, habe ich damals alles wieder zurückgedreht und mir gesagt: "Ach ja, da muss ich auch noch beigehen." Und dabei blieb es dann.
Und immer, wenn die nächste und die nächste und die nächste Version veröffentlicht wurde, dachte ich mir: "Uh, das schiebe ich schon so lange vor mir her, das wird bestimmt ein Riesenaufwand, uiuiui, da muss ich mir mal ordentlich Zeit für nehmen, geht ja auch nicht, dass das schon so lange vor sich hindümpelt."
Und jetzt bin ich einfach mal beigegangen, habe die Migration nochmal gemacht, sie hat wieder nicht geklappt, dann habe ich mich da kurz eingelesen, und nach 30 Minuten war der ganze Bums erledigt, und es funktionierte wieder alles.
Ich hätte mir also den ganzen Stress, den ich mir selber durch das ständige Verschieben gemacht hatte, sparen können.
Sehr schön (auch grafisch) verdeutlicht wird das übrigens in diesem Artikel (vor allem, wenn man mehrere Dinge vor sich herschiebt):
Heute Morgen habe ich das Buch "Das Seidenraupenzimmer" von Sayaka Murata zu Ende gelesen. Es hat nur etwa 250 Seiten, also war ich damit innerhalb von zwei Tagen durch. Wenn ich das Buch in so wenigen Worten wie möglich zusammenfassen müsste, wäre es wohl "What. The. Fuck."
Es kommen darin Kindesmissbrauch, Vergewaltigung, Inzest, Mord und Kannibalismus vor. Und selbst jenen, die das tolerieren können, würde ich diesen Roman nicht uneingeschränkt empfehlen. Ich weiß immer noch nicht, ob ich ein Kunstwerk oder kompletten Trash gelesen habe. Entsprechend uneins sind sich die Rezensenten auf Goodreads.
Ich war heute beim Lokalradio und habe in meiner Funktion als ehrenamtlicher Fahrradbeauftragter der Stadt ein bisschen was über die derzeitige Radfahrsituation vor Ort erzählt. Es war ein sehr entspanntes Interview, obwohl der eine oder andere Entscheidungsträger nicht so gut dabei weggekommen ist. Aber muss auch mal sein.
Gesendet wird der ganze Spaß am Sonntagvormittag, von 10 bis 11 Uhr.
Nach Feierabend war ich Joggen, obwohl seit ein paar Tagen mein Bein schmerzt. Ich schiebe das aber auf meinen verdrehten Rücken und die daraus hervorgehende Schonhaltung. Da hilft ja bekanntlich nur Bewegung, Bewegung, Bewegung. Also habe ich mich dann doch aufgerafft und wurde bei 8°C damit belohnt, die letzten 500 Meter auch noch durch Regen laufen zu müssen. Jetzt tut mir mein Rücken erst recht weh.
Aber wie mein Kumpel immer sagt: "Man darf sich von seinem Körper nicht alles gefallen lassen."
Zum Abendessen gab es Senfeier mit Kartoffeln, dazu für alle außer mir Spargel, weil ich den nicht mag. Um sicherzugehen, habe ich nach Jahren mal wieder ein Stück davon probiert, stellt sich raus: Ich find's immer noch widerlich.
Wenn ich daran denke, was in Deutschland jedes Jahr für ein Bohei um diesen scheiß Spargel gemacht wird, mit Tausenden von extra angekarrten Arbeitskräften, die das Zeug auch noch in einer elenden Schinderei ernten müssen, frage ich mich wirklich, ob man diese Ressourcen nicht sinnvoller nutzen könnte. Als Erzieher*innen zum Beispiel oder in der Pflege.