Lars Reineke

Doch kein Tidal

Nach ein paar Wochen Tidal-Nutzung habe ich mich nun doch entschieden, weiterhin bei Spotify zu bleiben.

Die Empfehlungen waren tatsächlich mal was Anderes, und ich habe einige mir zuvor unbekannte Künstler entdeckt, aber das war – zumindest aus meiner Sicht – der einzige Vorteil, den ich durch Tidal hatte, und das allein rechtfertigt für mich nicht ein Abo eines weiteren Musikstreamingdienstes.

Immer wieder führte die Suche zu namensgleichen Künstlern, was vorkommen kann. Aber wenn ich dann den richtigen Künstler ausgewählt habe, möchte ich nicht auch die Alben des anderen Künstlers sehen, für den ich mich überhaupt nicht interessiere.

Ich mach mal ein Beispiel: Ich höre gerne die kalifornische Hardcore-Band “Terror”. Suche ich danach bei Spotify, finde ich als Top-Treffer eben diese Band, klicke ich auf “Künstler”, sehe ich, dass es offenbar auch einen HipHop-Künstler gibt, der sich so nennt. Nun gut, ist ja ok, denn wenn ich auf den Hardcore-Treffer klicke, werden mir bei Spotify nur Alben der Hardcore-Band angezeigt.

Tidal listet aber unter dem Hardcore-Treffer auch die HipHop-Alben auf, die mich überhaupt nicht interessieren.

Einige Alben anderer Künstler wiederum hatte Tidal zum Beispiel einfach gar nicht, Spotify aber schon.

Überhaupt war diese HipHop-Lastigkeit bei Tidal fürchterlich nervig. Klicke ich bei Tidal auf “Entdecken” und scrolle zu “Für Dich empfohlene Künstler”, listet mir Tidal stoisch Kendrick Lamar, Beyonce, Kanye West und Jay-Z auf, obwohl ich auf Tidal vermutlich keine 2 Minuten R&B oder HipHop gehört habe.

Meine Ohren hören ehrlich gesagt auch keinen besonderen Unterschied in der Soundqualität zwischen beiden Streamingdiensten. Glückwunsch, wenn es anderen Leuten anders geht.

Also gehe ich wieder zurück zu Spotify, und wenn ich mal ein paar neue Vorschläge haben möchte, suche ich mir eine ähnliche Künstler*in oder Band und schaue nach, ob die in irgendeiner kuratierten Playlist auftaucht. Und die Playlist höre ich dann.