Lars Reineke

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Verstehen bis zur Unhörbarkeit

Achtsamkeitsevangelisten werden jetzt vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber ich höre nebenher praktisch immer Musik, wenn ich mich nicht gerade akustisch auf etwas anderes konzentrieren muss. Das bedeutet, ich höre Musik sogar beim Lesen und während der Arbeit, aber nur unter einer Bedingung: Es dürfen keine deutschen Texte zu hören sein. Instrumentalmusik ist ohnehin kein Problem, aber sobald gesungen oder gebrüllt wird, sind deutsche Texte absolut tabu, weil ich dann nicht mehr anders kann, als meine Aufmerksamkeit dorthin zu lenken.

Ich mag Bands wie "FJØRT", "Deichkind", "Seeed" und sogar "Kanonenfieber", aber wenn ein Album von denen läuft, kann ich nebenbei maximal noch Autofahren oder Joggen, ansonsten kann ich da nicht nicht hinhören.

Eigentlich bin ich ganz froh, dass sich nicht ausgerechnet die deutsche Sprache im internationalen Musikgeschäft durchgesetzt hat, ich käme sonst zu nichts mehr.

Neulich habe ich mich mit meinen Bandkollegen nach der Probe über deutschsprachige Bands unterhalten, und da kamen unter anderem auch Gruppen wie "Böhse Onkelz" oder "Frei.Wild" zur Diskussion.

Nun will ich den alten Streit, ob das nun (immer noch) Rechtsrock ist oder nicht, nicht nochmal aufwärmen, dazu haben so ziemlich alle schon mal ihre Meinung geäußert. Aber wenn ich nur für mich sprechen soll, habe ich eine relativ klare Meinung zu beiden Bands: Das ist textlich einfach alles so stumpf mit ihren Durchhalteparolen, ihrer "Alle sind gegen uns, aber wir lassen uns nicht unterkriegen"-Attitüde und diesem permanenten Rumgemännere.

Und dann habe ich nochmal drüber nachgedacht und festgestellt: Das trifft vermutlich auch auf etliche Hardcore-Bands zu, die ich gerne höre, wie zum Beispiel "Terror", "Lionheart" oder ähnliche Bands.

Aber, und das ist der große Unterschied, zum einen sind letztgenannte Bands des Rechtsradikalismus eher unverdächtig und zweitens - was es für mich in diesem Fall überhaupt erträglich macht - verstehe ich nicht jede Textzeile auf Anhieb. Außerdem gibt es meines Wissens von beiden Bands keine Heckscheibenaufkleber.

Leider wird im Laufe der Jahre unweigerlich auch mein englisches Hörverständnis besser. Als ich kürzlich vor einer Comedyshow auf den Auftritt warten musste, lief im Hintergrund Wartemusik, im Wesentlichen aus dem Bereich 80er-Jahre-Pop. Unter anderem lief irgendwann von "T'Pau" der Hit "China in Your Hand" aus dem Jahre 1987, ein Stück, das ich bestimmt Jahrzehnte nicht gehört hatte.

Bei Veröffentlichung dieses Titels hatte ich gerade erst drei Jahre Englisch in der Schule, und so war ich in meinem jugendlichen Alter leicht irritiert, weil ich die Übersetzung von "China" als "Porzellan" noch nicht kannte. Ich kannte zwar auch den Begriff "Volksrepublik" nicht, war aber dennoch felsenfest davon überzeugt, dass der Text einfach nur Unsinn sein müsse, wie sollte jemand China in der Hand halten?

Wenn das mit dem Verstehen von Texten voranschreitet und ich dann irgendwann auch die peinlichen Texte diverser Hardcore-Bands gedanklich nicht mehr übersetzen muss, kann es also durchaus sein, dass ich mich von ganzen Genres abwenden muss. Nicht auszuschließen.

Aber bis dahin: Welcome To The West Coast, Return To Strength und Always The Hard Way! Diesdas. Wissenschon.

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Alles nicht neu

Seit ein paar Tagen tausche ich mich mit Markus darüber aus, ob man angesichts immer wieder auftretender Sicherheitslücken nicht das eigene Blog von Wordpress auf eine andere Plattform umziehen sollte.

Irgendwie reizt es mich ja schon, mal was Neues auszuprobieren, andererseits möchte ich auch nicht auf gewohnte Funktionen verzichten müssen.

Was ein neues System können müsste, wäre:

  • Kommentare (oder zumindest irgendeine Reaktionsmöglichkeit)
  • Bildergalerien für meine Fotos
  • Übernahme meiner bisherigen Wordpress-Artikel

Aber vor allem müsste es ein System sein, das von vornherein Blog-Funktionen mitbringt. Ich möchte nicht erst ein Universal-CMS zu einem Blog komplett umbauen müssen.

Ein solches System, das alle Funktionen in sich vereint, habe ich noch nicht gefunden.

Markus scheint sich mittlerweile mit Grav angefreundet zu haben, verzichtet dafür aber wahrscheinlich auf Kommentare und Artikelübernahme.

Ich persönlich habe mir verschiedene Softwarelösungen angesehen, fand aber Kirby zu unkomfortabel, Bludit zu unflexibel, Ghost zu kommerziell und Serendipity zu unvollständig.

Und so bleibt hier wahrscheinlich doch erstmal eine ganze Weile alles so wie es ist.

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Marzahn Mon Amour

Das Buch von Katja Oskamp hatte mir damals schon sehr gefallen, umso mehr freute ich mich, eine Umsetzung davon als Miniserie in der ARD-Mediathek zu entdecken.

Darin geht es um Kathie, eine Journalistin und - seit kurzem alleinerziehende - Mutter, die einen Job als Fußpflegerin annimmt. In der "Beauty Oase", die mitten im tristen Marzahn gelegen ist, widmet sie sich den Füßen ihrer Kundinnen und Kunden, welche allerdings nicht nur ihre Füße, sondern auch ihre alltäglichen Probleme in den Salon tragen.

Die Serie macht großen Spaß, ist warmherzig aber nicht übermäßig kitschig und lässt sich mit sechs Folgen zu je 25 Minuten schön an einem Wochenende weggucken.

Ja, es werden - nicht immer ansehnliche - Füße in Großaufnahme gezeigt, und am Anfang habe ich mich noch angewidert weggedreht. Aber genauso wie die Protagonistin gewöhnt man sich irgendwie daran.

Und vielleicht macht das ja auch einen Teil des Seherlebnisses aus. Auf jeden Fall sehr empfehlenswert.

https://youtu.be/2aUIxiqMn6M?si=iotTF_iK-OXFMANY

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Falsch, alles falsch

Weil ich ja etwas Gewicht abnehmen will, gehe ich zur Zeit zu Fuß zur Arbeit und zurück, das sind im Vergleich zum Radfahren etwa 200 zusätzliche Kalorien, außerdem habe ich so die Gelegenheit, in Ruhe Podcasts zu hören.

Aber darum geht's ja gar nicht. Es geht um eine grundsätzlich eher unscheinbare Frau, die ich hin und wieder morgens sehe, und die zumindest auf einem Teilstück den gleichen Arbeitsweg wie ich zu haben scheint. Sie absolviert diesen Weg allerdings auf einem Fahrrad, und damit beginnt das ganze Drama.

Denn dieses Fahrrad ist zu klein, zumindest ist der Sattel zu niedrig eingestellt. Diese Frau morgens angestrengt die Rampe zur Hochbrücke hochstrampeln zu sehen, verursacht bei mir fast körperliche Schmerzen. Ich würde sie am liebsten anhalten und an ihrem Rad direkt vor Ort die Sattelposition korrekt einstellen.

Apropos Rampe. Sie fährt prinzipiell immer die Rampe auf der Westseite hoch, anstatt zunächst unter der Brücke durchzufahren und die Ostrampe zu nehmen. Der Weg wäre vielleicht 100 Meter länger, dann aber wäre sie auf der richtigen Brückenseite und würde nicht jeden verdammten Morgen auf der falschen Radwegseite die Brücke überqueren.

Es ist nämlich so, dass auf der Brücke aufgrund 4 üppig angelegter Kfz-Spuren nur noch wenig Platz für Fußgänger und Radfahrer übrig ist, und so ist diese Frau potenziell eine Gefahr für mich, wenn ich manchmal kurz auf den Radweg treten muss, weil mir eine andere Fußgängerin oder ein Fußgänger entgegenkommt, was ich natürlich nur mache, wenn darauf nicht gerade ein Radfahrer unterwegs ist, was ich aber nur sehen kann, wenn sie auf der richtigen Seite fahren.

Um das Bild abzurunden, hat die Frau übrigens immer einen Fahrradhelm dabei, den sie allerdings stets nur hinten in ihrem Fahrradkorb mit sich führt. Wahrscheinlich setzt sie ihn nur auf, wenn sie mit einem Unfall rechnet.

Diese Radfahrerin könnte man direkt in einem Lehrvideo für Grundschüler zeigen, denen man hinterher die Frage stellt: "Beim Radfahren kann man viele Fehler machen, hast du alle entdeckt?"

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Montag, 09. März 2026

Heute Morgen bin ich auf die Waage gestiegen, und - ich hatte es befürchtet - ich bin wieder ganz knapp an der 110-Kilo-Grenze. Da muss was passieren, nützt ja nichts. Ich habe mir daher wieder mal die MyFitnessPal-App installiert, mit der ich beim Kalorientracken immer ganz gut zurechtkam. Dort habe ich direkt meine Snacks eingegeben, die ich noch im Büro vorrätig habe, nachdem ich mir die kürzlich in der Mittagspause als Proviant gekauft hatte. Im Kühlschrank waren noch Pfefferbeißer (so kleine Mettwürste), und siehe da: Eine einzelne hat bereits 181 kCal. Die Haferkekse im Rollcontainer haben jeweils auch nochmal 63 kCal.

Ich habe mir also an manchem Nachmittag mal eben den Nährwert eines kompletten Frühstücks reingedreht. Kein Wunder, dass ich immer fetter geworden bin. Das muss ein Ende haben.

Nach meinem Lauf gestern habe ich immerhin keinen Muskelkater, und auch den Gelenken scheint es ganz gut zu gehen. Blöderweise ist jetzt erstmal ein Ende des Frühlingswetters angekündigt, und ausgerechnet abends soll es wieder regnen. Zur Not muss ich halt ins Fitnessstudio und da aufs Laufband oder so.


Hier im Wohnviertel ist jetzt anscheinend die große E-Auto-Ladesäulen-Mania ausgebrochen. Der Supermarkt direkt nebenan hat als erstes 2 x 150 kW-Säulen in Betrieb genommen, und dann hat der Penny-Markt ein paar Straßen weiter auch nochmal 2 x 300kw- und 2 x 150kW-Säulen aufbauen lassen. An der Straßenecke - bezeichnenderweise auf einem alten Tankstellengelände - hat sich nun auch noch eine örtliche Elektrofirma das Grundstück gesichert, will dort ihren Betrieb erweitern und zusätzlich zu einigen privaten auch nochmal ein bis zwei öffentliche Ladesäulen plazieren. Da weiß ich aber nicht, ob das auch Schnellladestationen sein werden.

Wir haben also nicht nur unsere eigene Wallbox, sondern allein im Umkreis von etwa 500 Metern jetzt schon mindestens 6 Schnellladesäulen herumstehen, die wir nutzen könnten, falls wir mal spontan weiter weg fahren müssen und vorher nicht geladen haben. Die nächste Tankstelle ist deutlich weiter weg. Es geht voran.

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Sonntag, 08. März 2026

Morgens weiter "The Last Of Us" am Computer gespielt. Weil mal wieder zuvor Updates anstanden, mussten zunächst Vulkan Shader verarbeitet werden. Das passiert immer dann, wenn zum Beispiel neue Grafiktreiber veröffentlicht wurden, dann müssen diese ganzen Lichteffekte und so weiter einmal vor dem Spielstart berechnet werden, damit es während des Spielens nicht ruckelt. Das dauert mitunter einige Zeit und ist manchmal etwas lästig. Bei "The Last Of Us" dauert es diesmal besonders lange, und ich hole mir noch einen Kaffee.

Nach dem Frühstück nehme ich das sonnige Wetter zum Anlass, wieder mit dem Laufen vorsichtig anzufangen. Ich hatte im vergangenen Jahr an einem Firmenlauf teilgenommen und war auch wirklich recht zügig unterwegs, habe beim Training dafür aber mein eines Sprunggelenk überlastet. (Ob links oder rechts weiß ich nicht mehr.) Daher will ich jetzt vorsichtig wieder starten und vor allem erstmal Gewicht verlieren, durch das Rumsitzen und Chips fressen bin ich nämlich nochmal ein paar Kilo schwerer geworden.

Ich jogge gemächlich los und lege zwei kurze Gehpausen ein. Nach etwa einer halben Stunde bin ich wieder zurück. Immerhin gute drei Kilometer. Ich bin nach dem Duschen hundemüde (war aber auch früh auf heute) und lege mich nochmal hin. Nach dem Nickerchen stelle ich fest, dass ich für meine überschaubare Leistung von einer Bekannten auf Strava gelobt wurde. Anscheinend funktioniert die Verbindung zwischen der Garmin-Laufuhr und Strava noch.

Nichtsdestotrotz beschließe ich, mit der Lauferei weiterhin sehr behutsam zu sein und nicht gleich wieder dem Strava-Wahn mit Selbstoptimierung und Leistungsverbesserung zu verfallen. Bin ja keine 40 mehr.

Mal schauen, was die Gelenke so dazu sagen, so oder so werde ich auf jeden Fall auch wieder Feierabendradtouren einplanen.

Danach räumen meine Frau und ich die Garage aus und fegen einmal gründlich durch. Danach mache ich das Zweitrad meiner Frau, das sie nach dem Erwerb eines E-Bikes (jaja, Pedelec) kaum noch benutzt, wieder fit, stelle die Bremsen nach und erkläre unserer Tochter, wie man eine Kettenschaltung bedient. Sie ist bisher nur Nabenschaltung gefahren, und das ist dann ja doch ein anderes Bedienkonzept.

Tochter und ich machen zusammen eine Probefahrt, bei der sie nochmal Schalten, Bremsen und beides gleichzeitig üben kann. Damit sie für alle Situationen vorbereitet ist, simulieren wir auch das "Verschalten", wenn man mit zu hohem Gang an der Ampel stehen bleibt und wieder losfahren muss. Klappt aber alles ganz ordentlich.

Sie versichert, dass sie das alleine hinkriegt und möchte auch zur Schule wieder mehr mit dem Rad fahren, worüber ich mich sehr freue und gleich mal neue Lenkergriffe bestelle - die alten lassen sich drehen. Und neue Bremsschuhe bestelle ich auch gleich mit.

Ich lese "Hier draußen" von Martina Behm zu Ende. Ein sehr schönes Buch, das das Dorfleben aber nicht romantisiert, was mir gut gefällt.

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Troubleshooting-Schleife (mit unrühmlichem Ausgang)

Mal gucken, ob ich das noch alles zusammenkriege.

Achtung: Ab hier folgt für viele wahrscheinlich unendlich langweiliges Linux-Gelaber, ich habe aber versucht, das Ganze - der Pointe angemessen - möglichst leichtverständlich zu beschreiben.

Im Prinzip beginnt die Geschichte bei Markus, der in seinem Blog auf einen Comic über Chrome verweist, in welchem (ganz im Stil des damaligen Werbecomics) erklärt wird, warum dieser Browser mittlerweile problematisch ist.

Diesen Comic wiederum habe ich zum Anlass genommen, es nochmal mit Firefox zu probieren, nachdem ich jetzt seit einiger Zeit den Browser "Vivaldi" verwende, der jedoch auch auf Chromium basiert. Wollte ich ohnehin mal wieder machen, vielleicht hat sich Firefox ja verbessert. Ich benutzte ihn früher schon mal, war aber irgendwann nicht mehr so begeistert.

Und ja: Firefox startet auf meinem System sogar ein wenig schneller als Vivaldi.

Dann fiel mir jedoch direkt auf, warum ich ihn damals verlassen habe: Er unterstützt von Haus aus keine Progressive Web Apps, also die Möglichkeit, einzelne Webseiten wie eigenständige Apps zu starten, ohne Adresszeile, Menü oder ähnlichem. Daran hatte ich mich aber mittlerweile gewöhnt, das wollte ich weiterhin haben.

Für das Problem gibt es zum Glück Abhilfe. Mit der Erweiterung und der Zusatzsoftware "firefoxpwa", die sich recht schnell unter Linux einrichten ließ, gingen auch PWAs wieder.

Ich richtete also alles wieder unter Firefox ein, bemerkte dann jedoch beim Anmelden auf verschiedenen Webseiten: Mein Espanso funktioniert nicht mehr. Espanso ist eine Textersetzungs-Software für Linux, mit der man Shortcuts wie z.B. "mfg" automatisch durch "Mit freundlichen Grüßen" ersetzen lassen kann. Damit gebe ich in der Regel meine Email-Adresse ein, ohne sie jedes Mal ausschreiben zu müssen.

Man kann die Ersetzungsmethode von "Espanso" ändern, das wusste ich noch, das wollte ich als erstes ausprobieren. Gedacht, getan, siehe da: Espanso funktionierte wieder. Auch in anderen Anwendungen? Kurzer Check: Ja, geht.

Mit der neuen Ersetzungsmethode gab es jedoch Probleme beim Hinterlegen von Tastaturshortcuts, die ich zum Beispiel benutze, um mit "Alt-Q" direkt Fenster zu schließen oder Programme zu starten. Ich wollte das Kürzel zum Starten des Browsers auf "Firefox" ändern, dabei stürzte mir jedoch die Systemeinstellungsanwendung ab. Hatte ich auch noch nicht. Dass das frisch umkonfigurierte Espanso daran Schuld hatte, war naheliegend.

Ich brauchte also eine Möglichkeit, Espanso temporär abzuschalten. Dafür bastelte ich mir kurzerhand ein kleines Script, welches die Anwendung auf Tastendruck aus- bzw. einschaltet.

Jetzt aber wollte ich eine Möglichkeit haben, in der Systemleiste sehen zu können, ob Espanso aktiv ist oder nicht. Dafür habe ich mir mit Hilfe von Mistral ein Python-Script erstellt, das mir mit einem kleinen runden Icon den Zustand von Espanso anzeigt.

Alles soweit schön. Mit Alt-Strg-Nochwas kann ich jetzt Espanso temporär aus- und wieder einschalten, unten rechts zeigt mir ein Icon den Zustand an.

Wo waren wir? Ach ja. Dann geschehen zwei Dinge.

Erstens befinde ich (subjektiv), dass Firefox grundsätzlich nicht so flüssig läuft, wie ich es von Vivaldi gewohnt war.

Zweitens lese ich einen Post auf Mastodon, der beschreibt, dass Gaming unter Linux keine spezielle Distribution braucht, sondern auch mit einem normalen Ubuntu funktioniert, was ich bestätigen kann, da ich keine besondere Gaming-Distribution verwende, sondern einfach nur Fedora/KDE. Unterhalb dieses Posts erwähnt jemand in einem Kommentar als Tipp noch Gamemode, was dafür da ist, beim Starten von Spielen die Prozessorkerne in den Performance-Modus (statt Powersave) zu setzen und ggf. den Spielprozess zu priorisieren. Diese Software habe ich schon im Einsatz, seit ich mit dem Zocken unter Linux angefangen habe.

Erstens löse ich, indem ich doch wieder zurück zu Vivaldi wechsle, was einen großen Teil der oben aufgeführten Handlungen ad absurdum führt - zumal ich jetzt auch die Espanso-Textersetzungsmethode wieder zurückdrehen kann. Ich beschließe jedoch, in Vivaldi alles abzuschalten, was ich ohnehin nie benutzt habe. Außerdem deaktiviere ich ein paar datenschutzbedenkliche Optionen, gegen das schlechte Gewissen. Das alles lässt Vivaldi schneller starten, immerhin.

Wegen Zweitens denke ich mir: "Hmm, jetzt habe ich aber doch so ein schönes Espanso-Status-Icon, das könnte ich mir ja auch für Gamemode basteln." Was eigentlich Quatsch ist, weil ich von der KDE-Oberfläche ja ohnehin nichts sehe, sobald die Spiele erstmal laufen, aber egal, nennen wir es einfach Proof-of-Concept. Außerdem dauert es ja auch immer eine Weile, bis Steam das Spiel gestartet hat, dann könnte ich am Icon schon mal sehen, ob Gamemode korrekt gestartet wird.

Ich kopiere also das Script und passe es für den Gamemode-Daemon an. Und stelle dabei fest, dass Gamemode die ganze Zeit bei mir nie funktionert hat.

Der Placebo-Effekt aber: Tipptopp. Ich war der festen Überzeugung, dass die Spiele bei mir dank Gamemode ruckelfrei laufen. Taten sie aber ohnehin schon, einfach so, ohne weiteres Zutun. Was wiederum dem erwähnten Mastodon-Post Recht gibt.

Nichtsdestotrotz entscheide ich mich dazu, Gamemode korrekt ans Laufen zu kriegen, was relativ fix geht, ich musste meinen User lediglich der richtigen Gruppe hinzufügen.

Jetzt laufen die Spiele noch flüssiger (diesmal wirklich), Vivaldi startet etwas schneller, Espanso funktioniert wieder, und ein Status-Icon für Gamemode habe ich dann doch verworfen, weil ich nicht ständig an diese Peinlichkeit erinnert werden möchte, es ist schon schlimm genug, das alles hier aufzuschreiben.

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Too old for online gaming, too young to die

Nach dem weißnichtmehrwievielten Anlauf habe ich jetzt endlich mal die Story von Red Dead Redemption 2 durchgespielt.

Ich hatte RDR2 schon auf der XBox One und habe das auch bis zur Mitte von Kapitel 3 ("Clemens Point") gespielt, aber dann kam Frühling und Sommer, und irgendwie hatte ich besseres zu tun.

Jetzt also noch ein Anlauf auf dem PC.

Ich habe nie den Anspruch, in Spielen wirklich jede Sidequest zu absolvieren, wollte aber auch nicht durch die Story hetzen, das wäre dem Spiel gegenüber nicht angemessen. Daher habe ich meistens die weißen Markierungen (Sidequest) gespielt, bis erstmal keine mehr übrig war, um mich dann mal wieder an eine gelbe Markierung (Story) zu begeben. Wenn unterwegs durch Zufall eine Begegnung mit NPCs stattfand, habe ich die jeweilige Sidequest auch verfolgt. Aber eben nicht alle, ich wollte ja auch mal fertig werden.

Was mit Arthur Morgan passieren würde, wusste ich bereits, das lässt sich ja kaum vermeiden, wenn man auch nur manchmal auf YouTube unterwegs ist.

Ich hatte erst 75% des gesamten Spiels erschlossen, aber nachdem ich nun alle Storymissionen erledigt hatte und der halbstündige Abspann vorbei war, sank meine Motivation, noch weiter in der Spielwelt herumzureiten, schlagartig auf Null.

Ich kann also mit ziemlicher Sicherheit für mich feststellen, dass für mich an einem Computerspiel die Story den allergrößten Anreiz bildet, es zu spielen. Keine Story - kein Interesse.

Was mich zum nächsten Spiel bringt, das ich in letzter Zeit ausprobiert habe, einfach, weil es in aller Munde war: Arc Raiders.

Bevor ich lange aushole und versuche, die Faszination zu beschreiben, die das Spiel auf viele ausübt, verweise ich gerne auf Steffen, der das in seinem Blog kaffeeringe.de schon ganz wunderbar gemacht hat.

Tatsächlich war sein Artikel einer der Gründe, mich doch mal mit Online-Gaming zu beschäftigen, ein Genre, das ich bisher eher gemieden habe. Irgendwie hatte sich in meinem Hinterkopf dieses Bild von pubertierenden Teenies festgesetzt, die sich gegenseitig über den Haufen ballern und dabei mit ihren brüchigen Stimmchen in ihr Headset brüllen, dass sie des anderen Mutter penetrieren.

Arc Raiders sollte anders sein, hieß es.

Ich kaufte das Spiel also, spielte ein paar Runden, aber ach, ich werde mit dieser Art von Spielen einfach nicht warm. Es besteht immer die Möglichkeit, in dieser Runde erschossen zu werden (und sei es von den ziemlich fiesen KI-Gegnern), und das alles ist mir einfach zu aufregend.

Eine nennenswerte Story bietet ein Online-Extraction-Shooter logischerweise auch nicht, außer "Repariere mal so eine Antenne, ist wichtig" kommt da natürlich nicht viel, immerhin ist man ja mit lauter anderen Spielern an der Oberfläche.

Ich will Arc Raiders gar nicht schlechtreden, das ist wirklich gut gemacht, und auch ich hatte bereits Erlebnisse, bei denen ich im Kampf gegen die Maschinen anderen helfen konnte, die sich hinterher bei mir bedankten.

Aber ich bin nach jeder Runde so aufgeregt, dass ich erstmal eine Weile Pause machen muss. Ich verstehe gar nicht, wie andere das über Stunden Runde um Runde aushalten. Vielleicht fehlt mir da auch einfach der kompetitive Ansatz, denn ich habe gar nicht den Anspruch, diese ganzen Bewegungsabläufe zu trainieren, um besser zu werden. Mich stresst das eher.

Stress aber habe ich im Alltag schon genug, ich spiele, um mich zu entspannen.

Jetzt muss ich mal schauen, welches Spiel ich als nächstes angehe, ich habe ja noch einen ganzen Stapel davon in meiner Steam-Bibliothek.

Der erste Teil von Red Dead Redemption wird's wohl nicht werden, den habe ich nochmal angespielt, aber der ist mir im Vergleich zum Vorgänger dann doch etwas zu altbacken.

Ich habe blöderweise die Angewohnheit, irgendwann mal angespielte Titel nicht fortzusetzen, sondern von vorne zu beginnen, weil ich mir weder die kurz angerissene Story noch die Button- bzw. Tastenbelegungen merke. Ghost of Tsushima hatte ich ja auch angespielt, aber das war mir dann auch zu repetitiv, man reitet irgendwo hin, da sind dann Gegner, dann drückt man alle Buttons, die der Controller hat, in beliebiger Reihenfolge, und wenn alle tot sind, reitet man weiter. Sieht schön aus, aber: Meh.

Egal, irgendwas werde ich schon finden. Tipps werden gerne entgegengenommen.

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Seit wann ist da ein Schalter?

Nachdem ich nun auf meinem Desktop Windows komplett deinstalliert habe, wollte ich nochmal versuchen, meinen Dokumentenscanner, einen Fujitsu ScanSnap iX500 unter Linux zum Laufen zu kriegen.

Der wurde zwar vom System immer erkannt, nur ansteuern ließ er sich nicht.

Also habe ich mal Perplexity auf das Problem angesetzt.

Das war sich sehr sicher (und hatte auch Quellen dafür), dass der Scanner problemlos unter Linux unterstützt würde. Nun denn.

Mit "scanimage -L" und "sane-find-scanner" konnte ich zumindest noch mal verifizieren, dass der Scanner erkannt wird.

Perplexity hat mich dann Schritt für Schritt der Lösung näher gebracht. Welche Fehlermeldungen werden ausgegeben? Welche USB-Rechte hat der User? Funktioniert es als root? (Spoiler: Nein)

Dann nochmal "scanimage" mit anderen Parametern, was kommt dabei heraus? Bitte mal Versionen vergleichen. Jetzt nochmal mit DEBUG-Switch. Jetzt bitte mal die letzten 20 Zeilen der Ausgabe posten.

Das habe ich alles artig gemacht. (Natürlich habe ich mir die Parameter vorher angesehen, ob die auch nichts kaputtmachen, ich bin ja nicht blöd.)

Und dann: "Der Log zeigt klar, warum der Scan scheitert: Das fujitsu‑Backend bekommt vom iX500 einen „Medium error: WiFi control error“ gemeldet und bricht deshalb mit „Error during device I/O“ ab.

In der ScanSnap‑Konfiguration das WLAN abschalten bzw. auf „nur USB“ stellen; es gibt laut Hersteller eine eigene Wi‑Fi‑Setup/Reset‑Funktion dafür. [Link]"

Ich bin also dem Link gefolgt. In der Doku von Fujitsu steht zur WLAN-Einrichtung: "... the Wi-Fi switch at the back of ScanSnap."

Äh, was? Da ist ein Schalter? Seit wann das denn?

Tatsächlich. Da ist ein Schalter. Auf der Rückseite vom Scanner.

Wi-Fi-Schalter mit zwei Zuständen: OFF und ON, der Schalter steht auf ON

Wi-Fi ausgeschaltet, und siehe da:

Der Scanner funktioniert auch unter Linux.

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Spotify-Kunde, zähneknirschend

Ich habe in den vergangenen Wochen (wieder einmal) verschiedene Musik-Streamingdienste ausprobiert und bin letzten Endes doch wieder bei Spotify gelandet.

Grundsätzlich verstehe ich ja die Kritikpunkte an Spotify, als da wären:

  • die mangelhafte Vergütung der Künstler
  • die Investitionsaktivitäten des CEOs
  • die KI-generierten, nicht als solche gekennzeichneten Stücke im Katalog
  • die Gebührenerhöhung
  • die Werbung für faschistoide US-Behörden

Vielleicht habe ich auch noch was vergessen. Bevor wir aber die Punkte mal der Reihe nach durchgehen, will ich allerdings auch die positiven Merkmale aufführen, die für mich so schwerwiegend sind, dass ich mich zum Schluss vorerst doch wieder für Spotify entschieden habe:

  • deutlich besserer Empfehlungsalgorithmus
  • bessere Benutzeroberfläche
  • nativer Linux-Client
  • Gewohnheit

Positives

(+) Empfehlungsalgorithmus

Spotify schlägt mir, im Gegensatz zu anderen Diensten, selten Musik vor, mit der ich nichts anfangen kann, denn ich höre wahrscheinlich eher nischige Sachen. Gerade Dienste, die auf kuratierte Genre-Listen setzen wie Qobuz oder Apple Music, liegen bei mir einfach ständig daneben. Ja, ich höre (viel) Metal, aber nein, ich will weder Metallica, noch Slipknot geschweige denn Rammstein hören. Diese Mainstream-Bands interessieren mich einfach nicht. Tidal hingegen schlägt mir dauernd HipHop vor, die einzigen, die neben Spotify noch einigermaßen richtig liegen, sind Deezer.

Bei Spotify bekomme ich immer wieder auch mal sehr kleine, relativ unbekannte Bands vorgeschlagen, von denen manche mittlerweile zu meinen Lieblingsbands gehören. Russian Circles, Urne oder Wheel hätte ich wahrscheinlich ohne Spotify nie entdeckt. Das habe ich mit dieser Trefferquote bei keinem anderen Dienst bisher erlebt.

(+) Benutzeroberfläche

Bei Spotify kann ich durch meine gespeicherten Alben von Anfang bis Ende durchscrollen, ohne dass zwischendurch wieder ein Schwung nachgeladen werden muss. Das ist mir tatsächlich relativ wichtig, weil ich so einfach nach "Zuletzt gehört" sortieren kann, um dann zum Beispiel ins untere Drittel zu scrollen und mal wieder ein Album hören kann, das ich länger nicht mehr gehört habe.

Insgesamt ist die Oberfläche für meine Begriffe deutlich responsiver und vor allem intuitiver bedienbar.

(+) Linux-Client

Ich höre gerne Musik, während ich an meinem privaten PC sitze, und der läuft nunmal mittlerweile unter Linux. Wenn ich zu Hause am Schreibtisch sitze, will ich nicht per App meine Musik starten müssen.

Wobei die PWAs bei den meisten Diensten auch ganz ok sind. Außer bei Qobuz, da lief irgendwie nichts so richtig rund.

Aber nur Spotify hat - soweit ich weiß- momentan einen eigenen, vollwertigen Linux-Client. Es gibt (inoffizielle) Ansätze für Deezer, aber die können kaum mehr als die PWA oder haben andere Unzulänglichkeiten.

(+) Gewohnheit

Der Rest der Familie benutzt ebenfalls Spotify, und ratet, wer dann dafür zuständig wäre, alle Playlisten und Favoriten auf einen anderen Dienst zu übertragen? Ja, dafür gibt es Hilfsmittel, aber dann muss ich wieder mit neuen Konten herumjonglieren, und eigentlich bin ich ganz froh, wenn ich in meiner Freizeit nicht auch noch dauernd Systemadmin spielen oder Überzeugungsarbeit leisten muss.

Negatives

(-) Mangelhafte Künstlervergütung

Andere Anbieter zahlen pro 1000 Streams mehr an die Künstler*innen aus, weiß ich, aber: Spotify hat mir schon wirklich viele, mir vorher unbekannte Künstler vorgeschlagen, die dadurch auf andere Weise von mir Geld bekommen haben.

Ich gehe häufig auf Live-Konzerte, ich kaufe dort und online Merch, ich bestelle Alben auf Vinyl, und ich kaufe gelegentlich auch Digitalalben über Bandcamp.

Im Schnitt gebe ich im Monat nochmal deutlich mehr für Musik aus, als ich für Spotify bezahle, und das sehr oft, weil ich überhaupt erst durch Spotify in Kontakt mit diesen Bands gekommen bin.

Und mal ehrlich: Das Lamento, dass die Künstler von den verkauften Tonträgern kaum etwas abbekommen, höre ich mir schon seit Erfindung der CD an.

Ich spiele selber auch in einer Band, ich verdiene damit nichts, sondern mache das, weil ich Bock drauf habe, live vor Leuten zu spielen und einen schönen Abend zu haben. Wenn es dir als Künstler keinen Spaß mehr macht, weil am Ende des Monats nicht die Kasse klingelt, mach halt was anderes.

(-) Der CEO investiert in ein Rüstungsunternehmen...

..., das in Deutschland sitzt und dessen Produkt die Verteidigung der Ukraine unterstützt. Damit kann ich leben.

(-) KI-generierte Stücke im Katalog ohne Kennzeichnung

Finde ich nicht gut, betrifft mich aber nicht. Ich habe es anderswo schon mal geschrieben:

"Wenn Spotify es schafft, Dir KI-generierte Musikstücke unterzujubeln, ohne dass Du es merkst, ist vielleicht nicht nur Dein Streaminganbieter, sondern auch Dein Musikgeschmack fragwürdig."

Ich höre noch dazu praktisch niemals irgendwelche fremden Playlists, sondern nur komplette Alben von real existierenden Bands.

(-) Gebührenerhöhung

Ja, doof, alles wird teurer. Deezer wäre qualitativ (also vom Gesamtfunktionsumfang mit Empfehlungen und allem) gleichauf, ist aber im Familienabo noch teurer als Spotify.

Ginge es mir nur um den Preis, müsste ich zu YouTube- oder Amazon-Music wechseln, weil ich da eh schon zahlender Kunde bin. Aber das fühlt sich auch alles irgendwie falsch an, das wäre zumindest kein ethischer Gewinn.

(--) Werbung für ICE

Das ist richtig Kacke, zugegeben. Und das ärgert mich auch.

Die Post-Rock Band "Godspeed You! Black Emperor" hat daraufhin ihren gesamten Katalog von Spotify zurückgezogen. Allerdings auch von allen anderen Streamingplattformen, vielleicht hatten sie das eh schon vor, und das war nur der Tropfen, der bei denen das Fass zum Überlaufen brachte. Ich habe mir dann vier Alben von ihnen bei Bandcamp nachgekauft.

Vielleicht müssten ein paar größere Acts nachziehen, damit es Spotify wehtut.

Fazit

Ich hätte gerne einen besseren, ethisch weniger fragwürdigen Musikstreamingdienst mit (für mich) gleicher Leistung zu ähnlichem Preis.

Den habe ich aber noch nicht gefunden. Ich bleibe auf der Suche. Aber für mich und mein Musikkonsumverhalten wäre der Verlust bei einem Weggang von Spotify zum jetzigen Zeitpunkt zu groß.

Und so bleibe ich vorerst Spotify-Kunde, zähneknirschend.

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Auf Dienstreise

Die S5 nach Hannover ist nicht beheizt, und ich friere mir den Arsch ab, während ich online an unserem wöchentlichen Team-Meeting teilnehme.


Der ICE nach Berlin ist um eine halbe Stunde verspätet, so dass ich ca. 50 Minuten auf dem Bahnhof in Hannover herumlungern muss. Ich bestelle bei einem der Snackläden einen kleinen Kaffee und möchte mit Karte bezahlen, woraufhin der Verkäufer auf ein 1-2 Meter weiter platziertes Kartenterminal verweist, das neben einer digitalen Werbetafel befestigt ist.

Auf dem Kartenterminal tut sich nichts. Nach einer Weile schaue ich den Verkäufer fragend an. Es stellt sich heraus, dass die vermeintliche Werbetafel gar keine Werbetafel ist, sondern ein Bestellterminal mit Touch-Display. Ich soll also noch einmal schriftlich bestellen. Ich tue dem Verkäufer den Gefallen und werde vom Display durch den Bezahlprozess geleitet. Wie praktisch. Gut, er hätte auch einfach einen Betrag in die Kasse tippen können, den ich dann per Karte entrichte, denn bestellt hatte ich ja schon.

Bei McDonald's verstehe ich das Prinzip ja, dass man an einem Terminal seine Bestellung aufgibt und irgendwo abholt. Aber an einem Kaffeetresen, bei dem der Ausführende direkt hinter dem Terminal steht, ist das schon albern.


Der ICE hat eine andere Wagennummerierung und ich lasse mir von einem Herren in Bahnuniform nochmal bestätigen, dass damit die Platzreservierung hinfällig ist. "Es sei denn, Sie haben eine Mail bekommen."

Ich schaue in meine Mailbox: Tatsächlich, meine Reservierung wurde auf einen anderen Wagen umgebucht, gut, dass ich nochmal gefragt hatte.

Aber so voll ist der Zug ohnehin nicht.


Neben mir im Zug sitzt ein junger Mann, der auf seinem Macbook eine Präsentation schnitzt. Dazu nimmt er fancy designte Standardfolien und füllt sie mit Allgemeinplätzen, die ihm ChatGPT auswirft. Die ganze Präsentation strotzt nur so vor Phrasen. Es geht um "nachhaltigen Success", "Customer Empowerment" und "data-driven Leverage im Business Workflow". Was er da konkret präsentiert, bleibt mir verborgen, aber das weiß er vermutlich selber nicht so genau. Mir tun nur die Leute leid, die sich das dann hinterher anhören müssen.


Ein paar Reihen weiter sitzt mir schräg gegenüber eine Frau, die etwas jünger als ich zu sein scheint und die alles daran setzt, als "alternativ" wahrgenommen zu werden. Ihre Frisur ist rundum kurz, an den Seiten und hinten ausrasiert und sieht aus, als hätte sie der Person, die ihr die Haare schneidet, als Vorlage ein Bild von Cletus Spuckler gegeben.


Beim Einchecken im Hotel werde ich gefragt, ob ich ein Zimmer mit Dusche oder eins mit Badewanne haben möchte. Anscheinend bin ich jetzt in dem Alter, wo man sowas gefragt wird. Ich entscheide mich für die Dusche.


Berlin ist ja nun wirklich keine besonders schöne Stadt, aber Marzahn im November ist nochmal eine Klasse für sich.

In der Straßenbahn gibt es alle Viertelstunde eine Durchsage: "Berlin ist hart aber herzlich. Bitte gehen Sie respektvoll miteinander um." Die Berliner werden wissen, warum es solche Ansagen braucht. Wahrscheinlich gehen die Fahrgäste sonst mit Knüppeln aufeinander los.


Auf der Rückfahrt müssen in Hannover alle Mitreisenden in den ICE auf dem gegenüberliegenden Gleis wechseln, weil unserer defekt ist - es gebe im gesamten Zug nur noch 3 funktionierende Toiletten. Da ich in Hannover ohnehin umsteigen muss, stört mich das nicht weiter.

Da wir aber zudem etwas Verspätung haben, schaffe ich es nicht mehr aufs Bahnhofsklo, bevor ich in die S-Bahn Richtung Heimat einsteige.


Die S-Bahn nach Hameln hält nach ein paar Stationen an und fährt nicht mehr weiter. Warum, wird nicht verraten. Es steigt eine Grundschulklasse ein, die so laut ist, dass ich trotz Noise Canceling den Podcast ausschalten muss. In diesem Zug wiederum sind alle Toiletten außer Betrieb. Es werden erst 5, dann 10, dann 25 und schließlich 35 Minuten Verspätung angezeigt. Ich erreiche dennoch rechtzeitig den Schulbus zu mir nach Hause. Die Schüler*innen sind zahlreich, machen aber zum Glück nicht sonderlich Lärm.

Ich bin trotzdem froh, wieder zu Hause zu sein.

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Warum ich auf der Autobahn 110 km/h fahre

Heute habe ich auf Instagram ein kurzes Video gesehen, das Jens Scholz geteilt hat. Darin erklärt jemand auf einer Bühne, warum es bei hohen Geschwindigkeiten keinen Zeitvorteil mehr bringt, wenn man noch schneller fährt.

Weil ich dieses Reel (wie so oft) nicht wiederfinde und sich viele bereits von Instagram verabschiedet haben, habe ich die Rechnung einfach nochmal zum In-Ruhe-Nachvollziehen aufgestellt.

Nehmen wir mal an, wir wollen mit dem Auto etwa 200 km am Stück fahren. Das ist aus folgenden Gründen für mich eine absolut realistische Strecke.

Mein Auto, ein vollelektrischer Opel Corsa e, hat eine Reichweite von ca. 350 km, also wenn man ihn von 100% Ladung auf 0% herunterfahren würde. Das macht aber niemand.

Auf 100% lädt man möglichst nicht, um den Akku zu schonen, und auf 0% fährt niemand ein E-Auto herunter, weil man es dann abschleppen müsste. ((Im Gegensatz zu einem E-Bike bzw. Pedelec, mit dem man auch mit leerem Akku weiterfahren kann, weshalb ich diese Reichweitenvergleiche bei Fahrrädern erst recht nicht verstehe. Aber das ist ein anderes Thema.))

Meine Wallbox (bzw. der HomeAssistant) beendet die Ladung des Akkus bei ca. 85%, was einer Reichweite von 297,5 km entspricht, und ich habe meine Navi-App so eingestellt, dass sie mir spätestens bei 25% Restladung einen Ladestopp empfiehlt, womit ich noch ca. 87,5 km weiterfahren könnte. Beides voneinander abgezogen komme ich auf maximal ca. 210 km, die ich am Stück von Ladesäule zu Ladesäule fahre. Der Einfachheit halber gehen wir mal von 200 km aus.

Und jetzt die Rechnung. So viele Minuten braucht man für diese Strecke bei folgenden Durchschnittsgeschwindigkeiten:

100 km/h ist mir auf der Autobahn zu langsam, dann müsste ich ständig zwischen rechter und mittlerer Spur wechseln, weil ich zu schnell für LKW bin, aber zu langsam für den nachfolgenden Verkehr auf der Mittelspur. Außerdem: Irgendeinen Vorteil muss es ja haben, wenn ich schon Autobahn und nicht Bundesstraße fahre.

110 km/h ist also bei meiner Fahrweise etwa der Sweetspot.

Würde ich 120 fahren, käme ich gerade mal 9 Minuten früher an, würde aber deutlich mehr verbrauchen, so dass ich gezwungen wäre, früher an die Ladesäule zu fahren. Bei 150 km/h ist bei meinem Auto eh Feierabend, dann wird abgeregelt, schneller geht es nur noch im freien Fall.

Was man aber deutlich sieht: Die Zeitvorteile werden um jede zusätzliche 10 km/h immer geringer, je höher die bereits erreichte Geschwindigkeit ist.

Um zum Beispiel die gerade genannten 9 Minuten Zeitvorteil herauszuholen, wenn ich bereits 150 km/h fahre (80 Minuten), müsste ich dann schon 170 km/h (also 20 km/h schneller) fahren, um auf 71 Minuten zu kommen.

Und das alles zum Preis von massiv höherem Verbrauch und deutlich höherem Unfallrisiko, hinzu kommt der Stress, den man sich selbst macht und die daraus resultierende Müdigkeit am Ende der Fahrt.

Hier das Ganze nochmal als Diagramm:

Auch hier wird nochmal schön deutlich, dass der Verlauf des Zeitvorteils pro 10 km/h höherer Durchschnittsgeschwindigkeit immer flacher wird.

Und darum stelle ich meist nach einigen Kilometern Autobahn den Tempomaten auf 110 km/h und lasse ihn dort.

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Aufgegeben: Wölfe von Hilary Mantel

Nach etwa 50 Seiten habe ich es aufgegeben, "Wölfe" von Hilary Mantel lesen zu wollen.

Das erste Kapitel war noch vielversprechend, doch dann springt die Autorin mal eben 27 Jahre weiter, in eine Dialogszene, in der völlig unklar ist, wer da mit wem spricht. Mal heißt es "er", dann "Lordkanzler", dann "Kardinal", dann "Wosley", und ich war völlig verwirrt, bis ich durch zufälliges Aufschlagen des Personenverzeichnisses herausgefunden habe, dass das alles ein und dieselbe Person ist.

Das Gleiche beim Protagonisten, woher soll ich wissen, dass wiederum "er", Thomas, der nebenbei genannte "Anwalt" ist, wenn nirgendwo darüber erzählt wird, was er die knapp 30 Jahre davor getrieben hat?

Apropos "Thomas", gefühlt heißt da jeder so, wie soll man wissen, wer wer ist? Thomas Cromwell, Thomas Wosley, Thomas More, Thomas Winter. Alle werden ohne irgendeine Einordnung bereits im zweiten Kapitel erwähnt.

Ständig tauchen irgendwelche Orte und Personen in wörtlicher Rede auf - sofern diese so gekennzeichnet ist, auch das passiert nicht immer - aber die Bedeutung bleibt völlig unklar.

Gleiches gilt für irgendwelche Begriffe aus dem Kirchenrecht. Bitte mal alle die Hand heben, die ohne Nachzuschlagen wissen, was eine "Dispens" ist.

Ich will doch nicht erst zehn Wikipedia-Artikel durcharbeiten müssen, damit ich alle Personen und Handlungen geschichtlich zuordnen kann, ich dachte eigentlich immer, davon zu erzählen sei Aufgabe der Autorin.

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Gaming unter Linux

TL;DR: Es funktioniert ganz hervorragend.

Weil ich gerade mit einer hartnäckigen Erkältung zu Hause herumhänge, habe ich aus Langeweile (man kann ja nicht immer nur schlafen oder Serien gucken) mal ein paar der alten Spiele ausprobiert, die ich mir damals noch unter Windows gekauft habe.

Ich wollte wissen, ob die auch unter Linux laufen, weil ich u.a. in verschiedenen Artikeln gelesen habe (Oder waren es YouTube-Videos? Egal.), dass das mittlerweile größtenteils ganz gut funktionieren soll. Kurz nach meinem Wechsel zu Linux hatte ich bereits mal "The Witcher III" ausprobiert, das lief im Prinzip schon out-of-the-box, danach hatte ich aber was anderes zu tun.

Um es kurz zu machen: Das einzige Spiel, das bei mir zwar funktioniert hat, dann aber mittendrin nicht mehr bedienbar war, war "X-Com 2", alle anderen Spiele, die ich noch in meiner Bibliothek in meinem Steamaccount hatte, liefen völlig ohne Probleme.

Getestet habe ich u.a.:

  • Skyrim
  • Kingdom Come Deliverance
  • The Witcher III
  • U-Boat
  • CyberPunk 2077
  • Stellaris
  • Space Wreck

Ich habe noch ein paar andere Titel in meiner Bibliothek, die ich aber noch nicht getestet habe.

Ob das Spiel auch unter Linux funktioniert, lässt sich im Zweifel in der ProtonDB nachschlagen. Proton ist eine Software, die Spiele, die für Windows entwickelt wurden, auch für Linux lauffähig macht. Für manche Spiele wird empfohlen, eine explizite Proton-Version einzustellen, das kann man aber einfach innerhalb der Steam-Oberfläche für das jeweilige Spiel auswählen. Ich habe mich einfach daran gehalten und nicht mehr weiter drüber nachgedacht, deshalb kann ich auch gerade gar nicht sagen, für welche der oben genannten Spiele ich das gemacht habe.

Weil das so gut funktioniert hat, habe ich dann auch mal gewagt, etwas Geld für ein weiteres Spiel auszugeben, ohne dass ich das vorher unter Windows gespielt hätte. Ich habe mich, weil es nur 20 Euro kostete und stupide genug für meine derzeitige Verfassung ist, für die Neuauflage von "Doom" entschieden.

Da gab es zum Beispiel Einträge in der ProtonDB, die besagten, dass man Proton 9.0-4 einstellen solle, so sieht das dann aus:

Das habe ich direkt nach der Installation gemacht, das Spiel gestartet, und es lief sofort.

Für alle genannten Spiele gilt übrigens, dass ich die in hoher Auflösung und hoher Qualität laufen lasse, ohne dass da irgendwas für meine müden Augen merklich ruckelt. Mein Rechner ist ein fertig vorkonfigurierter PC mit einem Intel Core-i7-11700 Prozessor und einer Nvidia GeForce RTX 4070.

Heute habe ich dann noch zusätzlich zu Steam den "Heroic Games Launcher" installiert, den gibt es in der regulären Fedora-Softwarebibliothek, und der ermöglicht, Spiele von Epic oder GOG zu installieren.

Damit lief dann, ohne irgendeine Anpassung vornehmen zu müssen:

  • GTA V (ohne Multiplayer-Unterstützung, dazu gleich mehr)
  • Civilization VI

Auch hier in voller Auflösung und ruckelfrei.

Ich bin eh nicht so der ambitionierte Gamer, daher muss ich auch nicht unbedingt immer das aktuellste Spiel auf dem Rechner haben. Wie ich gelesen habe, ist wohl die größte Einschränkung für Linux-Gaming, dass Multiplayer-Online-Spiele oft nicht laufen, weil da Anti-Cheat-Software drin verbaut ist, die so hohe Systemberechtigungen verlangt, dass Linux das nicht unterstützt. Aber Onlinegames spiele ich grundsätzlich ohnehin nicht, daher macht mir das nichts aus. Wer das braucht, kann aber auch Cloud-Gaming-Plattformen wie Boosteroid oder Geforce Now verwenden.

Fazit: Auch für Computerspiele brauche ich kein Windows mehr.

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I\/I\ /I\/I

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Update zu Darktable

Nachdem ich vor ca. drei Monaten zu Linux und damit auch zu Darktable für die Fotobearbeitung gewechselt bin, hatte ich nun Gelegenheit, mich in die Software ein wenig einzuarbeiten, indem ich die Fotos "entwickelt" habe, die ich im Herbsturlaub in Nürnberg und Rothenburg ob der Tauber gemacht habe.

Ich habe an zwei Tagen ca. 100 Fotos gemacht. Weil das immer Bilderserien sind (ich fotografiere ja fremde Personen auf der Straße in Bewegung), sind das vielleicht 20 Motive, davon habe ich bisher 4-5 ausgewählt und veröffentlicht. Und so langsam komme ich immer besser damit zurecht, tatsächlich macht mir die Verarbeitung meiner Fotos in Darktable mittlerweile genauso viel Spaß wie früher mit Lightroom.

Die Lernkurve ist im umgangssprachlichen Sinn ziemlich steil, soll heißen, man muss sich schon darauf einlassen, um Erfolge zu erzielen. ((Ich weiß nie, welche Definition von "Lernkurve" ich verwenden soll. Im ursprünglichen Sinn wäre diese wohl eher flach, weil zunächst einiges an Zeit vergeht, bis sich ein Lernerfolg einstellt.)) Bei Lightroom konnte ich mich, wenn ich mal keine Geduld hatte, darauf beschränken, das Bild zurechtzuschneiden, dann wählte ich ein schickes Preset aus, und fertig war das bearbeitete Foto. Was Lightroom da genau gemacht hat? Keine Ahnung.

Bei Darktable muss man zunächst schon ein paar Dinge manuell machen, dafür hat man aber auch irgendwann verstanden, wie sich bestimmte Arbeitsschritte auf das fertige Bild auswirken. Nach ein paar Fotos kommt dann unweigerlich der Wunsch, diese Schritte nicht immer erneut ausführen zu müssen. Wie Lightroom mit seinen Presets hat auch Darktable dafür eine Lösung, diese lassen sich nämlich als Stile speichern und immer wieder abrufen. Das zieht sich durch das gesamte Produkt, jede einzelne Stellschraube lässt sich verändern und - je nach Anwendungsfall - in einer Voreinstellung vorbelegen.

Für den Einstieg reicht es aber schon, sich seine immer wieder verwendeten Module (Belichtung, lokaler Kontrast, Zuschnitt etc.) in eine eigene Registerkarte zu packen, dann muss man nicht immer danach suchen. Da ich ja ohnehin nur Bilder in schwarz-weiß produziere, brauche ich auch gar nicht so viele Module.

Lightroom hatte ein eingebautes interaktives Tutorial (zumindest in der von mir verwendeten Creative Cloud Edition), das gibt es so in Darktable nicht. Dafür gibt es aber zahllose Videos und Anleitungen bei YouTube zu allen möglichen Anwendungsfällen.

Im Prinzip ähnelt sich Darktable in seiner Zugänglichkeit vielen anderen OpenSource-Projekten wie z.B. Linux oder GIMP. Die Produkte sind in aller Regel unfassbar mächtig und strotzen nur so vor Funktionen, die den Einsteiger erstmal erschlagen. Hinzu kommt, dass sie von Nerds entwickelt und designt werden, was man ihnen an manchen Stellen ansieht - das ist im Laufe der Jahre zum Glück besser geworden. Lässt man sich aber darauf ein, wird man belohnt, indem man Hintergründe versteht, Flexibilität und dadurch Unabhängigkeit erreicht.

Meine Darktable-Installation habe ich in den letzten Tagen Schritt für Schritt immer weiter angepasst, so dass sie immer stärker meinen Anforderungen entspricht und nicht so aussieht, wie sich das ein Produktentwickler von Adobe irgendwann mal ausgedacht hat. Gekostet hat mich das Ganze nicht einen einzigen Cent. Die Software ist nicht nur gemietet (so wie Lightroom CC), so dass ich mir sicher sein kann, dass nicht irgendein Businesskasper auf die Idee kommt, die Anwendung oder Teile davon kostenpflichtig zu machen oder mal eben an der Preisschraube zu drehen.

Und das hier bleibt mir auch erspart:

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Raining inside

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Hundewetter

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About time

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Warum ich fotografiere

Im Grunde genommen bin ich ein waschechter Drinnie. Nicht den Betrieb stören, und wenn man schonmal unter Menschen muss, möglichst nicht auffallen.

Sobald ich aber die Kamera einschalte, weil ich ein Motiv entdeckt habe, fällt das fast vollständig von mir ab. Ich bin dann so fokussiert, dass ich um mich herum gar nicht registriere, ob mich dabei jemand beobachtet, oder sogar seltsam findet, was ich da mache.

Das Ausblenden der Umgebung geht manchmal so weit, dass ich mich an einer bestimmten Stelle postiere, warte, bis die richtige Person im richtigen Winkel durchs Bild läuft, und dabei gar nicht mitbekomme, dass hinter mir bereits mehrere Personen aus Höflichkeit Schlange stehen, weil sie mir nicht ins Motiv laufen wollen - sie wissen ja nicht, dass sie ggf. das Motiv sein werden.

Mit der Kamera in der Hand gehe ich oft völlig problemlos an dunkle, eher ungemütliche Orte, die ich sonst in der Regel meiden würde. Denn das ist genau die Kulisse, die ich für meine Fotos haben möchte. Das ist insbesondere der Grund, warum ich "mein" Genre, die Street Fotografie, so liebe: Es gibt keine Ausreden, nicht fotografieren zu gehen. Was bei Landschaftsfotografie jeden Plan zunichte machen würde - zum Beispiel Regenwetter - erzeugt bei der Street Fotografie vielleicht genau die Stimmung, die das Foto am Ende perfekt macht.

Das Versinken in der Tätigkeit ist schon Grund genug, warum ich fotografiere, auch wenn ich manchmal mit leeren Händen zurückkomme bzw. erst zu Hause feststelle, dass das, was im Sucher noch vielversprechend aussah, doch nicht meinen Vorstellungen entspricht. Aber das ist nicht schlimm, das gehört dazu.

Ich will wieder mehr fotografieren. In dem Moment, in dem ich durch den Sucher schaue, werde ich zu einem anderen Menschen: Fokussierter, mutiger, mit weniger Selbstzweifel und weniger gehetzt. Und wenn am Ende mal nichts dabei herauskommt, war ich wenigstens draußen in Bewegung.

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